ZELYRA
ZELYRA 0.3.0 · DEUTSCHE AUSGABE

Das
Handbuch.

Von der ersten Funktion bis zur datenbankgestützten Webanwendung. Die vollständige Anleitung zum Denken, Bauen und Prüfen mit Zelyra.

Das Zelyra-Handbuch

Von den Grundlagen bis zur datenbankgestützten Webanwendung. Absicht beschreiben. Korrektheit beweisen.

Willkommen beim vollständigen Zelyra-Handbuch. Es umfasst sowohl das didaktische Lehrbuch »Zelyra lernen – Verständlich programmieren von den Grundlagen bis zur eigenen Anwendung« (Teil I bis X, Kapitel 1 bis 42) als auch das technische Referenzhandbuch (Kapitel 1 bis 23) sowie ausführliche Anhänge (A bis J).

Projektstatus: Compiler 0.3.0 implementiert einen geprüften, experimentellen Teil der Sprachlinie 0.1. Zelyra ist noch nicht für den Produktionseinsatz freigegeben.

Statuszeichen

  • ✅ Implementiert und geprüft: im aktuellen Repository vorhanden und in diesem Arbeitslauf erfolgreich ausgeführt.
  • 🧪 Experimentell: vorhanden, aber noch jung oder eingeschränkt.
  • 🗺️ Geplant: Teil der Sprachvision, noch nicht zuverlässig verfügbar.
  • ❌ Derzeit nicht verfügbar: im aktuellen CLI nicht vorhanden.

Inhaltsverzeichnis

Zelyra lernen – Das Lehrbuch

Technisches Referenzhandbuch

Anhänge

TEIL I – ZELYRA UND PROGRAMMIERUNG VERSTEHEN


Kapitel 1: Willkommen bei Zelyra

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Einführungskapitel erfährst du:

  • Was eine Programmiersprache im Kern ist und welche Aufgabe sie erfüllt.
  • Was Zelyra besonders macht und warum es als eigenständige Sprache entwickelt wurde.
  • Welche praktischen Ziele Zelyra verfolgt und für welche Aufgaben es sich besonders eignet.
  • Wie Zelyra Lesbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit von vornherein garantiert.
  • Warum Zelyra sowohl für menschliche Entwickler als auch für KI-Systeme entworfen wurde.
  • Wie dieses Lehrbuch aufgebaut ist und wie du am besten damit arbeitest.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Bevor du die erste Zeile Code schreibst, solltest du verstehen, welches Problem Zelyra löst. In der modernen Softwareentwicklung – besonders bei daten- und webgestützten Anwendungen – herrscht oft ein riesiges Durcheinander: Man modelliert eine Tabelle in SQL, schreibt dieselben Regeln noch einmal in einem Backend-Framework (wie Laravel, Express oder Django), validiert dieselben Daten ein drittes Mal im Frontend (HTML/JavaScript) und generiert mühsam API-Beschreibungen. Zelyra bricht mit dieser Fragmentierung: Du beschreibst dein Datenmodell, deine Regeln und deine Schnittstellen an einer einzigen Stelle – und Zelyra leitet daraus geprüfte, sichere Bausteine ab.

3. Verständliche Erklärung

Eine Programmiersprache ist wie ein präzises Regelwerk. Sie erlaubt es dir, einem Computer eindeutige Anweisungen zu geben. Computer sind extrem schnell, aber sie besitzen keinen gesunden Menschenverstand: Wenn eine Anweisung zweideutig ist oder ein unerwarteter Zustand eintritt, stürzt das Programm ab oder produziert fatale Fehler.

Zelyra ist eine moderne, statisch typisierte Sprache. „Statisch typisiert“ bedeutet einfach: Bereits vor dem Start des Programms prüft der Zelyra-Compiler gründlich, ob alle Bausteine zusammenpassen. Wenn eine Funktion Text erwartet, du ihr aber versehentlich eine Zahl übergibst, weist Zelyra dich sofort darauf hin – bevor der Code jemals einen Server oder Nutzer erreicht.

Gleichzeitig ist Zelyra datenbank- und webzentriert:

  • Ein Tabellenschema (table) ist keine isolierte SQL-Datei, sondern integraler Bestandteil der Sprache.
  • Variablen sind standardmäßig unveränderlich (immutable). Dadurch kann sich ein Wert nicht plötzlich im Hintergrund ändern.
  • Keine Überraschungen durch null: Fehlende Werte müssen ausdrücklich als Option deklariert werden.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Schauen wir uns ein erstes winziges Zelyra-Programm an:

// Unser erstes Zelyra-Programm: Eine Begrüßung
fn main() {
    print("Willkommen bei Zelyra!")
}

Wenn du diesem Programm mehr Struktur geben möchtest, zerlegst du die Aufgabe in eine Funktion:

fn begruessen(name: String) -> String {
    return "Hallo, " + name + "! Willkommen in der Zelyra-Welt."
}

fn main() {
    nachricht = begruessen("Entwickler")
    print(nachricht)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein Semikolon am Zeilenende setzen (wie in Java, C++ oder PHP). Ursache: In Zelyra trennen Zeilenumbrüche Anweisungen sauber ab. Überflüssige Satzzeichen stören das Schriftbild.
  • Fehler: Annehmen, Zelyra sei nur ein Framework oder eine Skriptsprache. Ursache: Zelyra ist eine eigenständige, kompilierte Sprache mit eigenem Typ- und Prüfsystem.

6. Merksätze

  1. Zelyra verbindet Datenmodell, Logik und Oberfläche in einer einzigen klaren Sprache.
  2. Was du meinst, steht im Code: Keine versteckte Magie, keine impliziten Null-Werte.
  3. Der Compiler ist dein Partner: Er findet Fehler früh, bevor sie Schaden anrichten können.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Ändere das Begrüßungsprogramm so, dass es deinen eigenen Vornamen und Wohnort ausgibt.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine zweite Funktion verabschieden(name: String) -> String, die einen Abschiedsgruß formuliert, und rufe beide Funktionen in main() auf.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Überlege dir drei typische Probleme, die in anderen Sprachen durch Tippfehler entstehen (z. B. eine Zahl statt Text übergeben), und begründe, wie ein Compiler davor schützt.

8. Praxisaufgabe: Der Grundstein der Aufgabenverwaltung

In diesem Buch bauen wir Schritt für Schritt eine echte, praxistaugliche Aufgabenverwaltung (Task Management). Wir beginnen mit dem einfachsten Schritt: Erstelle eine Datei aufgaben_start.zyl, die den Namen unseres Systems und die Versionsnummer sauber auf dem Bildschirm ausgibt:

fn main() {
    system_name = "Zelyra TaskManager"
    version = "0.1.50"
    print(system_name + " (Version " + version + ") gestartet.")
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra ist eine statisch typisierte, sichere und lesbare Sprache für Geschäftslogik, Datenbanken und das Web.
  • Zelyra eliminiert Redundanzen zwischen Datenbank-Definitionen, Validierung und API.
  • Variablen sind standardmäßig unveränderlich; der Compiler garantiert Stabilität und Klarheit.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Was unterscheidet eine statisch typisierte Sprache von einer dynamischen Sprache?
  2. Warum ist es ein Vorteil, wenn Tabellenschemata direkt in der Programmiersprache definiert werden?
  3. Warum sind unveränderliche Werte standardmäßig sicherer als veränderliche Variablen?

Kapitel 2: Wie ein Programm funktioniert

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie dein geschriebener Quelltext Schritt für Schritt in ein ausgeführtes Programm verwandelt wird.
  • Welche Rollen Lexer, Parser, Type Checker, Verifier und Interpreter in Zelyra spielen.
  • Was genau beim Start eines Zelyra-Programms geschieht.
  • Was der Unterschied zwischen Syntax (Form) und Semantik (Bedeutung) ist.
  • Was ein Algorithmus ist und wie das EVA-Prinzip (Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe) funktioniert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Programmierfehler zu beheben ist kinderleicht, wenn man versteht, an welcher Station des Compilers der Fehler gemeldet wird. Ein Syntaxfehler bedeutet, dass der Text unlesbar ist; ein Typfehler bedeutet, dass die Logik widersprüchlich ist; ein Laufzeitfehler bedeutet, dass während der Ausführung eine unvorhergesehene Bedingung eintrat. Wenn du diese Kette verstehst, verlierst du jegliche Scheu vor Fehlermeldungen.

3. Verständliche Erklärung

Ein Computerprozessor versteht nur Nullen und Einsen (Maschinencode). Wenn wir Menschen eine Textdatei mit Zelyra-Code schreiben (z. B. programm.zyl), durchläuft dieser Text mehrere Stationen:

Quelltext (.zyl)
   │
   ▼
[1. Lexer]: Zerlegt den Text in Wörter/Symbole (Tokens)
   │
   ▼
[2. Parser]: Baut einen logischen Strukturbaum (AST = Abstract Syntax Tree)
   │
   ▼
[3. Type Checker]: Prüft alle Typen, Namen und Berechtigungen
   │
   ▼
[4. Verifier]: Beweist mathematisch Schleifen und Verträge (Contracts)
   │
   ▼
[5. Runtime / Interpreter]: Führt die geprüften Anweisungen aus
  • Syntax ist die Grammatik: Setzt du Klammern richtig? Schreibst du Schlüsselwörter korrekt?
  • Semantik ist der Sinn: Wenn du schreibst alter = "fünfundzwanzig", ist das syntaktisch Text, aber wenn du damit rechnen willst, ergibt es semantisch keinen Sinn.
  • Algorithmus: Eine präzise, endliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Lösung eines Problems.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Ein einfacher Algorithmus zur Berechnung der verbleibenden Tage bis zu einer Frist:

fn tage_bis_ziel(ziel_tag: Int, aktueller_tag: Int) -> Int {
    verbleibend = ziel_tag - aktueller_tag
    return verbleibend
}

fn main() {
    heute = 10
    abgabe = 24
    tage = tage_bis_ziel(abgabe, heute)
    print(tage)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein geschweifte Klammer { öffnen, aber nicht schließen }. Ursache: Dies ist ein reiner Syntaxfehler. Der Parser bricht sofort ab (E-PARSE-001), weil der Baum unvollständig ist.
  • Fehler: Einer Zahl eine Zeichenkette zuweisen: alter: Int = "20". Ursache: Das ist ein Typfehler (E-TYPE-001). Der Parser versteht die Form, aber der Type Checker stoppt die Ausführung.

6. Merksätze

  1. Der Lexer liest Zeichen, der Parser versteht Strukturen, der Type Checker prüft den Sinn.
  2. Je früher ein Fehler abgefangen wird (beim Prüfen statt beim Kunden), desto günstiger und sicherer ist die Software.
  3. Jedes Programm folgt dem Grundmuster: Eingabe empfangen, nach klaren Regeln verarbeiten, Ergebnis ausgeben.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Zeichne auf einem Blatt Papier den Ablauf von main() im obigen Fristen-Beispiel als Pfeildiagramm auf.
  • Stufe 2 (Mittel): Erweitere die Funktion tage_bis_ziel um eine Prüfung mit if: Wenn aktueller_tag > ziel_tag ist, soll 0 zurückgegeben werden.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Erkläre in eigenen Worten, warum Zelyra vor der Ausführung prüft (zelyra check), anstatt den Code Zeile für Zeile blind auszuführen.

8. Praxisaufgabe: Aufgaben-Priorität berechnen

In unserer Aufgabenverwaltung müssen wir die Dringlichkeit einer Aufgabe einstufen. Wenn weniger als 3 Tage verbleiben, ist die Aufgabe dringend:

fn ist_dringend(verbleibende_tage: Int) -> Bool {
    return verbleibende_tage <= 3
}

fn main() {
    frist_in_tagen = 2
    dringend = ist_dringend(frist_in_tagen)
    if dringend {
        print("Achtung: Aufgabe hat hohe Prioritaet!")
    } else {
        print("Aufgabe liegt im normalen Zeitplan.")
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Programme durchlaufen eine feste Kette: Lexing, Parsing, Typprüfung, Verifikation und Ausführung.
  • Zelyra stellt sicher, dass Syntax und Typen stimmen, bevor ein Programm gestartet wird.
  • Ein Algorithmus verwandelt Eingaben durch logische Einzelschritte in verlässliche Ausgaben.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. An welcher Stelle der Toolchain wird bemerkt, dass ein Anführungszeichen fehlt?
  2. Was bedeutet das EVA-Prinzip?
  3. Warum bricht ein statisch typisiertes Programm ab, wenn man Text und Zahl fehlerhaft verbindet?

Kapitel 3: Zelyra installieren und einrichten

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Die Systemvoraussetzungen für die Zelyra-Entwicklungsumgebung auf Linux, macOS und Windows.
  • Plattformspezifische Docker-Installation und Verifikation mit docker compose version.
  • Wie du Zelyra über den Quellcode (./install.sh / install.ps1) oder das stabile Release-Archiv (--release v0.3.0) installierst.
  • Vollständige Versionsabfrage mit zelyra --version und Systemdiagnose mit zelyra doctor.
  • Den integrierten, token-geschützten Web-Setup-Assistenten (zelyra setup --web).
  • Typische Berechtigungs- und Port-Konflikte (z. B. Docker-Socket-Rechte, automatische Port-Wahl).

2. Warum ist das Thema wichtig?

Eine reibungslos funktionierende Werkzeugkette ist die Grundlage jeder erfolgreichen Entwicklungsarbeit. Wenn Befehle nicht gefunden werden oder Umgebungsvariablen fehlen, verliert man wertvolle Zeit. Zelyra bringt einen schlanken, benutzerlokalen Installer mit, der ohne fremde Paketmanager oder Root-Rechte auskommt. Zudem führt der neue Web-Setup-Assistent Einsteiger visuell durch die Initialisierung von Datenbank und Containern.

3. Verständliche Erklärung

Zelyra benötigt für einfache Programme weder Apache noch fremde Laufzeiten. Das Zelyra-CLI (zelyra) ist ein einzelnes, hochoptimiertes Binärprogramm.

Je nach Betriebssystem wählst du den passenden Weg:

  1. Linux / macOS: Hier lädst du das offizielle Repository herunter und führst ./install.sh aus (oder lädst ein Release-Archiv). Zelyra wird benutzerlokal in ~/.local/bin installiert. Für Docker nutzt man unter Linux die offizielle Docker-Engine-Anleitung und unter macOS Docker Desktop für Mac.
  2. Windows: Unter Windows stehen install.ps1 für PowerShell sowie install.cmd zur Verfügung. Für vollständige MariaDB-Projekte wird Docker Desktop für Windows mit aktivierter Compose-Unterstützung empfohlen.
  3. Plattform-Docker-Prüfung: Zelyra installiert Docker bewusst nicht eigenmächtig und fordert keine Root-Rechte an. Vor dem Start von Compose-Diensten prüfst du deine Umgebung einfach mit docker compose version. Fehlt Compose oder fehlen Berechtigungen auf den Docker-Socket, gibt Zelyra gezielte Plattform-Hilfestellungen aus.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Schritt 1: Zelyra installieren Aus dem Quelltext (Linux / macOS):

git clone https://github.com/sf1976/zelyra.git
cd zelyra
./install.sh

Oder direkt als vorkompiliertes Release ohne Rust-Toolchain:

./install.sh --release v0.3.0

Unter Windows (PowerShell):

git clone https://github.com/sf1976/zelyra.git
Set-Location zelyra
.\install.ps1 -Release v0.3.0

Schritt 2: Vollständige Version und Hilfe prüfen

zelyra --version
zelyra --help

zelyra --version gibt den vollständigen Compiler- und Paketversionsstand aus (z. B. zelyra 0.3.0). Die Sprachkompatibilitätslinie bleibt 0.1.

Schritt 3: Docker Compose prüfen (für MariaDB-Projekte)

docker compose version

Schritt 4: Systemdiagnose ausführen

zelyra doctor

Dieser Befehl analysiert Umgebung, Pfade, Ports und Werkzeuge. Mit zelyra doctor --json erhältst du strukturierte Maschinendaten für IDEs.

Schritt 5: Geführter Web-Setup-Assistent (Optional) In jedem MariaDB-Projektverzeichnis kannst du den grafischen Assistenten starten:

zelyra setup --web

Zelyra öffnet einen lokalen HTTP-Server auf 127.0.0.1:3030 mit einem zufälligen, einmaligen Sicherheitstoken. Dort kannst du mit einem Klick die .env-Konfiguration erzeugen, den MariaDB-Container starten und das Datenbankschema anwenden.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: zelyra: command not found Ursache: Der Ordner ~/.local/bin ist noch nicht in deiner $PATH-Variable. Führe export PATH="$HOME/.local/bin:$PATH" aus oder starte dein Terminal neu.
  • Fehler: permission denied while trying to connect to the Docker daemon socket Ursache: Auf Linux-Systemen hat dein Benutzer noch keine Rechte auf den Docker-Socket. Führe sudo usermod -aG docker $USER aus und melde dich neu an. Zelyra fängt diesen Fehler ab und gibt einen klaren Hinweis.
  • Fehler: Standard-Port 3000 oder 3306 ist belegt. Ursache: Ein anderer lokaler Dienst belegt den Port. Zelyra wählt bei zelyra setup und zelyra new automatisch den nächsten freien Host-Port, sodass kein Konflikt entsteht.

6. Merksätze

  1. Das Zelyra-CLI bündelt Compiler, Runner, Formularprüfer, Migrator, Webserver und Setup-Assistenten in einem einzigen Werkzeug.
  2. Mit docker compose version und zelyra doctor überprüfst du jederzeit den Zustand deiner Toolchain.
  3. Das stabile Release kann mit --release v0.3.0 direkt ohne Rust-Compiler installiert werden.
  4. zelyra setup --web bietet eine intuitive, browserbasierte Ersteinrichtung mit sicherem Einmal-Token.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Führe zelyra doctor in deinem Terminal aus und notiere dir die Versionsnummer.
  • Stufe 2 (Mittel): Erkunde die Hilfeseite mit zelyra check --help und schau dir die Option --format json an.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Richte in deinem bevorzugten Editor (z. B. VS Code) eine Dateizuordnung ein, sodass .zyl-Dateien automatisch als Zelyra-Dateien erkannt werden.

8. Praxisaufgabe: Die Arbeitsumgebung für den TaskManager vorbereiten

Lege auf deinem Rechner einen neuen Ordner für unser Projekt an und teste, ob die Zelyra-Toolchain dort ordnungsgemäß funktioniert:

mkdir mein-taskmanager
cd mein-taskmanager
echo 'fn main() { print("TaskManager-Umgebung bereit.") }' > test.zyl
zelyra check test.zyl
zelyra run test.zyl

Wenn die Ausgabe TaskManager-Umgebung bereit. erscheint, ist dein System perfekt vorbereitet!

9. Zusammenfassung

  • Zelyra wird über ein einfaches Skript (./install.sh) oder Docker eingerichtet.
  • Das Kommandozeilenwerkzeug zelyra enthält alle notwendigen Funktionen.
  • zelyra doctor stellt sicher, dass alles einwandfrei konfiguriert ist.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welcher Befehl zeigt alle verfügbaren CLI-Optionen an?
  2. Warum benötigt Zelyra für Konsolen- und Web-Programme keinen externen Webserver wie Apache?
  3. Was prüft der Befehl zelyra doctor?

Kapitel 4: Das erste Zelyra-Projekt

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie man ein Zelyra-Projekt mit zelyra new oder zelyra init anlegt (inkl. --mariadb).
  • Wie ein Standard-Projektordner strukturiert ist (main.zyl, zelyra.toml, .env).
  • Automatische Portvergabe (ZELYRA_HOST_PORT und ZELYRA_DB_HOST_PORT) bei belegten Ports.
  • Wie zelyra setup --all und zelyra setup --web den Erststart automatisieren.
  • Optionale Feature-Schalter ([features] in zelyra.toml oder .env) und Prüfung mit zelyra config.
  • Wann ein Programm eine main()-Funktion benötigt und wie man Programme prüft, ausführt und formatiert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Sobald Programme mehr als zehn Zeilen umfassen, gehören sie in eine saubere Projektstruktur. Eine gut organisierte Ordnerstruktur stellt sicher, dass Konfigurationen, Datenbankmodelle, Web-Routen und Geschäftslogik ihren festen Platz haben. Wer von Beginn an Projekte standardisiert anlegt, spart sich später aufwändige Aufräumarbeiten.

3. Verständliche Erklärung

Mit dem Befehl zelyra new <projektname> erzeugst du ein schlüsselfertiges Projekt:

  • main.zyl: Die Hauptdatei deines Programms. Hier definierst du entweder den Einstiegspunkt fn main() oder deklarierst deine Tabellen, Webseiten und APIs.
  • zelyra.toml: Die dauerhafte Projektkonfiguration (Name, Version, Capabilities und optionale Feature-Schalter wie web, api, crud, auth, audit).
  • .env: Lokale, nicht in Git eingecheckte Geheimnisse und Ports (DATABASE_URL, ZELYRA_HOST_PORT, ZELYRA_DB_HOST_PORT).
  • Docker & MariaDB: Mit --mariadb legt Zelyra zusätzlich Dockerfile, docker-compose.mariadb.yml und .env.example an.

Automatische Portvergabe: Sind die Standardports 3000 (Web) oder 3306 (MariaDB) auf deinem Entwicklungsrechner bereits belegt, scannt Zelyra automatisch und vergibt freie Ports in der neu erzeugten .env.

Optionale Feature-Schalter: Du kannst in zelyra.toml oder .env Teilbereiche aktivieren oder deaktivieren:

[features]
web = true
api = true
crud = true
auth = true
audit = true

Wird ein deaktivierter Bereich im Code genutzt, meldet der Compiler verlässlich E-FEATURE-001. Die wirksame Konfiguration kannst du jederzeit mit zelyra config main.zyl (oder --format=json) geheimnisfrei inspizieren.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Projekt erstellen (Minimal oder MariaDB):

# Minimales Skriptprojekt:
zelyra new taskmanager --template minimal
cd taskmanager

# Oder vollständiges MariaDB-Webprojekt:
zelyra new taskmanager-web --mariadb
cd taskmanager-web

Ersteinrichtung mit einem einzigen Befehl:

zelyra setup --all

Dieser Befehl legt eine geschützte .env an, startet die MariaDB-Container-Umgebung und wendet das Schema an.

Projektkonfiguration prüfen:

zelyra config main.zyl

Projekt prüfen und starten:

zelyra check main.zyl
zelyra run main.zyl

Projekt automatisch formatieren:

zelyra fmt main.zyl

zelyra fmt sorgt dafür, dass aller Zelyra-Code im gesamten Team exakt denselben, sauberen Gestaltungsregeln folgt.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Dateien ohne die Dateiendung .zyl anlegen. Ursache: Der Compiler erwartet ausdrücklich Zelyra-Quelldateien mit der Endung .zyl.
  • Fehler: Ein CLI-Programm ohne fn main() starten. Ursache: Wenn Zelyra per zelyra run gestartet wird, sucht es nach fn main(). Fehlt diese Funktion, bricht die Ausführung ab.

6. Merksätze

  1. zelyra new erstellt eine saubere, standardisierte Projektstruktur.
  2. In zelyra.toml werden Name, Version und benötigte Berechtigungen (Capabilities) verwaltet.
  3. zelyra fmt garantiert einen einheitlichen, gut lesbaren Programmierstil.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle ein neues Projekt mein_erstes_projekt mit zelyra new und führe es aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Ändere in zelyra.toml die Version auf 0.3.0 und gib in main() die neue Versionsnummer aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Verändere die Einrückungen in main.zyl absichtlich unordentlich und beobachte, wie zelyra fmt main.zyl den Quelltext wieder perfekt ausrichtet.

8. Praxisaufgabe: Die Aufgabenverwaltung als echtes Projekt initialisieren

Erstelle das Projekt, das uns durch das gesamte Buch begleiten wird:

zelyra new zelyra-tasks --template minimal
cd zelyra-tasks

Schreibe in main.zyl ein erstes Menü:

fn zeige_menue() {
    print("=================================")
    print("   ZELYRA AUFGABENVERWALTUNG     ")
    print("=================================")
    print("1: Alle Aufgaben anzeigen")
    print("2: Neue Aufgabe anlegen")
    print("3: Programm beenden")
}

fn main() {
    zeige_menue()
}

Prüfe das Projekt mit zelyra check main.zyl und führe es mit zelyra run main.zyl aus.

9. Zusammenfassung

  • Zelyra-Projekte besitzen eine klare Struktur aus Quelltext (.zyl) und Konfiguration (zelyra.toml).
  • zelyra check prüft die Gültigkeit, zelyra run führt das Programm aus.
  • zelyra fmt formatiert den Code automatisch nach einheitlichen Standards.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wozu dient die Datei zelyra.toml?
  2. Warum ist zelyra fmt in Teams so wertvoll?
  3. Wann benötigt ein Zelyra-Programm eine main()-Funktion?

TEIL II – DIE GRUNDLAGEN DER SPRACHE


Kapitel 5: Werte und Datentypen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was Werte und Datentypen sind und warum sie das Rückgrat sicherer Programme bilden.
  • Die grundlegenden Zahlentypen: Int, UInt, Float und Decimal.
  • Text- und Zeichentypen: String und Char.
  • Wahrheitswerte (Bool) und der leere Typ (Unit).
  • Zeit- und Datumstypen: Timestamp, Date, Time, Duration.
  • Der Unterschied zwischen automatischer Typableitung und ausdrücklicher Typangabe.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Im echten Leben kann man Äpfel nicht mit Birnen addieren. Ein Computer würde ohne Typen jedoch genau das tun: Er würde versuchen, eine Postleitzahl mit einem Preis zu multiplizieren oder einen Buchstabensalat als Datum zu interpretieren. In Zelyra verhindert das Typsystem solche Absurditäten von vornherein. Ein Datentyp legt exakt fest, welche Werte erlaubt sind und welche Operationen darauf ausgeführt werden dürfen.

3. Verständliche Erklärung

Jeder Wert in Zelyra besitzt einen Typ. Du kannst den Typ entweder explizit hinschreiben oder Zelyra ihn automatisch aus dem zugewiesenen Wert ableiten lassen:

fn main() {
    // Explizite Typangabe: Name gefolgt von Doppelpunkt und Typ
    anzahl: Int = 10

    // Automatische Typableitung: Zelyra erkennt sofort, dass dies ein String ist
    titel = "Wichtige Besprechung"

    print(titel)
}

Die wichtigsten Datentypen in Zelyra:

  • Int: Ganze Zahlen mit Vorzeichen (64-Bit), z. B. -5, 0, 42.
  • UInt: Ganze Zahlen ohne Vorzeichen (nur >= 0), z. B. IDs oder Zähler.
  • Float: Fließkommazahlen für wissenschaftliche Berechnungen, z. B. 3.1415.
  • Decimal: Festkommazahlen mit garantierter Exaktheit – unverzichtbar für Geldbeträge, um Rundungsfehler von Fließkommazahlen zu vermeiden!
  • Bool: Wahrheitswerte. Es gibt exakt zwei Zustände: true (wahr) oder false (falsch).
  • String: Zeichenketten (Text) in doppelten Anführungszeichen: "Hallo Welt".
  • Char: Einzelne Zeichen in einfachen Anführungszeichen: 'A', 'z', '✓'.
  • Unit: Steht für „kein Wert“, ähnlich wie void in anderen Sprachen. Wenn eine Funktion nur etwas ausgibt und nichts zurückliefert, ist ihr Typ Unit.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

fn main() {
    aufgabe_id: Int = 101
    aufgabe_name: String = "Server aktualisieren"
    ist_erledigt: Bool = false
    geschaetzte_stunden: Float = 2.5
    stundensatz: Float = 85.50

    print(aufgabe_name)
    print(ist_erledigt)
}

Zelyra schützt vor unpassenden Typen: Wenn du versuchst, aufgabe_id = "einhundert" zu schreiben, verweigert der Compiler sofort den Dienst mit E-TYPE-001.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Geldbeträge mit Float berechnen. Ursache: Fließkommazahlen nach IEEE-754 können krumme Rundungen wie 0.1 + 0.2 = 0.30000000000000004 erzeugen. In Zelyra nutzt du für Finanzen immer Decimal.
  • Fehler: Ein einzelnes Zeichen in doppelte Anführungszeichen setzen, wenn ein Char erwartet wird. Ursache: "A" ist ein String, während 'A' ein Char ist.

6. Merksätze

  1. Datentypen schützen davor, unpassende Informationen miteinander zu verknüpfen.
  2. Für Geldbeträge gilt: Immer Decimal, niemals Float.
  3. Zelyra kann Typen intelligent ableiten, aber explizite Typen dokumentieren deine Absicht.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Deklariere drei Variablen für deinen Lieblingsfilm: Titel (String), Erscheinungsjahr (Int) und ob du ihn im Kino gesehen hast (Bool).
  • Stufe 2 (Mittel): Berechne die Gesamtkosten einer Aufgabe aus geschaetzte_stunden und stundensatz und gib das Ergebnis aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Erkläre, warum ein ID-Feld oft besser als Int oder als nominaler Typ type TaskId = Id deklariert wird, anstatt als beliebiger Text.

8. Praxisaufgabe: Aufgaben-Attribute definieren

Erweitere unser Aufgabenprojekt in main.zyl. Definiere die typisierten Grunddaten einer Aufgabe:

fn main() {
    task_id: Int = 1
    task_name: String = "Datenbankschema pruefen"
    is_done: Bool = false
    priority: Int = 1 // 1 = hoch, 2 = mittel, 3 = niedrig

    print("Aufgabe #" + "1" + ": " + task_name)
    if is_done {
        print("Status: Erledigt")
    } else {
        print("Status: Offen (Prioritaet: hohe Dringlichkeit)")
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra stellt eine reichhaltige Palette primitiver Datentypen für Zahlen, Text und Logik bereit.
  • Typen werden entweder explizit angegeben oder vom Compiler automatisch abgeleitet.
  • Strenge Typprüfung verhindert logische Fehler zur Entwurfszeit.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Warum sollte man für Geldwerte Decimal statt Float verwenden?
  2. Was ist der Unterschied zwischen "Z" und 'Z'?
  3. Welche beiden Werte kann ein Bool annehmen?

Kapitel 6: Variablen und Unveränderlichkeit

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was eine Variable im Speicher eines Computers bedeutet.
  • Warum Variablen in Zelyra standardmäßig unveränderlich (immutable) sind.
  • Wie man veränderbare Variablen ausdrücklich mit mutable kennzeichnet.
  • Gültigkeitsbereiche (Scopes) und Lebensdauer von Variablen.
  • Warum Unveränderlichkeit Software dramatisch stabiler und fehlerfreier macht.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Einer der häufigsten Gründe für schwer auffindbare Softwarefehler in Sprachen wie JavaScript, Python oder C++ ist unkontrollierte Veränderbarkeit: Eine Funktion verändert heimlich eine globale Variable, und an ganz anderer Stelle stürzt das Programm ab. Zelyra folgt einem radikal klaren Prinzip: Feste Werte sind der Normalfall. Wenn sich ein Wert während der Programmlaufzeit ändern darf, musst du das ganz bewusst mit dem Schlüsselwort mutable ankündigen.

3. Verständliche Erklärung

Stell dir eine Variable wie eine beschriftete Schachtel im Arbeitsspeicher vor:

  • Unveränderliche Bindung (Standard):

    fn main() {
        titel = "Steuererklaerung"
        print(titel)
    }
    

    Du legst den Text "Steuererklärung" in die Schachtel mit der Aufschrift titel und versiegelst sie. Niemand darf den Inhalt der Schachtel austauschen. Jeder, der die Schachtel liest, kann sich darauf verlassen, dass immer dasselbe darin liegt.

  • Veränderbare Variable (mutable):

    fn main() {
        mutable zaehler = 0
        zaehler = zaehler + 1
        print(zaehler)
    }
    

    Hier bleibt die Schachtel offen. Du darfst den alten Wert herausnehmen und durch einen neuen ersetzen.

Gültigkeitsbereich (Scope): Variablen leben immer nur innerhalb des Blocks { ... }, in dem sie deklariert wurden. Wird der Block verlassen, vergisst Zelyra die Variable automatisch. Das schont den Speicher und verhindert Namenskonflikte.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Unveränderlichkeit schützt vor versehentlichem Überschreiben

fn main() {
    projekt = "Zelyra Kern"
    // projekt = "Neues Projekt" // FEHLER: Compiler blockiert Zuweisung an unveränderliche Variable!
    print(projekt)
}

Beispiel 2: Wann mutable sinnvoll ist (z. B. Zähler und Schleifen)

fn main() {
    mutable offene_aufgaben = 5
    print(offene_aufgaben)

    // Eine Aufgabe wurde erledigt:
    offene_aufgaben = offene_aufgaben - 1
    print(offene_aufgaben)
}

Beispiel 3: Gültigkeitsbereiche (Scopes)

fn main() {
    bereich = "Global im main"
    if true {
        lokal = "Nur im if sichtbar"
        print(lokal)
        print(bereich)
    }
    // print(lokal) // FEHLER: `lokal` existiert außerhalb des Blocks nicht mehr!
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Versuchen, einer Variablen ohne mutable einen neuen Wert zuzuweisen. Ursache: Zelyra meldet cannot assign to immutable variable. Wenn sich ein Wert ändern können muss, schreibe mutable name = ....
  • Fehler: Jede Variable aus Bequemlichkeit als mutable deklarieren. Ursache: Schlechter Stil. Verwende mutable nur dort, wo ein Wert sich tatsächlich im Ablauf ändern muss (z. B. in Schleifen oder Zwischenakkumulatoren).

6. Merksätze

  1. In Zelyra sind Werte standardmäßig unveränderlich.
  2. Wenn sich ein Wert ändern darf, steht mutable sichtbar davor.
  3. Variablen existieren nur innerhalb ihres deklarierten Blocks { ... }.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle eine unveränderliche Variable für deinen Benutzernamen und gib sie aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle einen mutable punktestand = 100, ziehe 15 Punkte ab, füge 30 Punkte hinzu und gib die Zwischenstände aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Begründe, warum unveränderliche Variablen besonders bei Programmen helfen, die mehrere Aufgaben gleichzeitig (nebenläufig) ausführen.

8. Praxisaufgabe: Zähler für unsere Aufgabenverwaltung

In unserer Aufgabenverwaltung wollen wir zählen, wie viele Aufgaben noch zu erledigen sind:

fn main() {
    mutable anzahl_offen = 3
    print("Start: Aufgaben zu erledigen: ")
    print(anzahl_offen)

    // Erste Aufgabe erledigt:
    anzahl_offen = anzahl_offen - 1
    print("Zwischenstand: Noch offen:")
    print(anzahl_offen)

    // Zweite Aufgabe erledigt:
    anzahl_offen = anzahl_offen - 1
    print("Endstand: Noch offen:")
    print(anzahl_offen)
}

9. Zusammenfassung

  • Unveränderlichkeit ist Zelyras Standard und verhindert unerwünschte Nebeneffekte.
  • Veränderliche Variablen werden explizit mit mutable deklariert.
  • Geschweifte Klammern begrenzen die Sichtbarkeit und Lebensdauer von Variablen.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Was passiert, wenn du einer Variablen ohne mutable einen neuen Wert zuweist?
  2. Warum ist Unveränderlichkeit ein Sicherheitsmerkmal?
  3. Kann eine Variable aus einem inneren Block außerhalb dieses Blocks gelesen werden?

Kapitel 7: Operatoren und Ausdrücke

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was ein Operator und was ein Ausdruck (Expression) ist.
  • Rechenoperatoren für Zahlen: +, -, *, /, %.
  • Vergleichsoperatoren: ==, !=, <, <=, >, >=.
  • Logische Operatoren: && (UND), || (ODER), ! (NICHT).
  • Operatorrangfolge und verständliche Klammersetzung.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Programme bestehen nicht nur aus festen Werten, sondern berechnen Ergebnisse, treffen Vergleiche und kombinieren logische Aussagen. Ein Operator ist das Bindeglied, das aus einzelnen Werten neue Erkenntnisse formt. Wer Operatoren beherrscht, kann komplexe Geschäftsregeln präzise in einfache Ausdrücke übersetzen.

3. Verständliche Erklärung

  • Ein Ausdruck ist jedes Stück Quelltext, das zu einem Wert ausgewertet werden kann. Zum Beispiel ist 5 + 3 ein Ausdruck, der zum Wert 8 wird.
  • Ein Operator ist das Symbol, das die Operation beschreibt (z. B. + oder ==).

Rechenoperatoren:

  • +: Addition (auch für String- und Array-Verkettung)
  • -: Subtraktion (oder Negation: -x)
  • *: Multiplikation
  • /: Division
  • %: Modulo (Rest einer ganzzahligen Division, z. B. 7 % 3 == 1)

Vergleichsoperatoren (liefern immer Bool):

  • ==: Ist gleich?
  • !=: Ist ungleich?
  • < / <=: Kleiner / Kleiner oder gleich?
  • > / >=: Größer / Größer oder gleich?

Logische Operatoren:

  • && (UND): Nur wahr, wenn beide Seiten wahr sind (true && true == true).
  • || (ODER): Wahr, wenn mindestens eine Seite wahr ist.
  • ! (NICHT): Kehrt einen Wahrheitswert um (!true == false).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

fn main() {
    // Rechnen
    grundzeit = 60
    puffer = 15
    gesamtzeit = grundzeit + puffer
    print(gesamtzeit)

    // Vergleichen
    ist_lang = gesamtzeit > 60
    print(ist_lang)

    // Logische Verknüpfung
    hat_puffer = puffer > 0
    ist_kritisch = gesamtzeit > 120 && !hat_puffer
    print(ist_kritisch)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein einfaches Gleichheitszeichen = im Vergleich verwenden: if x = 5. Ursache: = ist die Zuweisung! Für Vergleiche verlangt Zelyra strikt das doppelte ==.
  • Fehler: Division durch Null (x / 0). Ursache: Führt zur Laufzeit zu einem Abbruch. Vor einer Division muss der Teiler geprüft werden.

6. Merksätze

  1. Zuweisen mit =, Vergleichen mit ==.
  2. Rechnungen werten Punkt vor Strich aus; setze im Zweifel Klammern für maximale Klarheit.
  3. && verlangt beidseitige Wahrheit, || gibt sich mit einer zufriedenen Bedingung zufrieden.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Prüfe mit ==, ob 10 % 2 gleich 0 ist (Gerade-Zahl-Prüfung).
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe einen Ausdruck, der prüft, ob eine Zahl alter zwischen 18 und 65 (inklusive) liegt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe einen Ausdruck für eine Rabattregel: Ein Kunde erhält Rabatt, wenn er VIP ist (is_vip == true) ODER wenn sein Bestellwert über 100 liegt UND er kein Neukunde ist.

8. Praxisaufgabe: Fristen- und Status-Prüfung im TaskManager

In unserem TaskManager müssen wir prüfen, ob eine Aufgabe überfällig ist und sofortige Aufmerksamkeit verlangt:

fn main() {
    tage_verbleibend = -2
    ist_erledigt = false
    ist_blockiert = false

    // Eine Aufgabe ist ueberfaellig, wenn Tage < 0 und sie noch nicht erledigt ist
    ist_ueberfaellig = tage_verbleibend < 0 && !ist_erledigt

    // Hohe Dringlichkeit: Ueberfaellig und nicht durch andere blockiert
    braucht_eingriff = ist_ueberfaellig && !ist_blockiert

    print("Aufgabe ueberfaellig?")
    print(ist_ueberfaellig)
    print("Braucht sofortigen Eingriff?")
    print(braucht_eingriff)
}

9. Zusammenfassung

  • Operatoren verknüpfen Werte zu aussagekräftigen Ausdrücken.
  • Vergleichsoperatoren erzeugen Bool-Werte.
  • Logische Operatoren (&&, ||, !) erlauben komplexe Entscheidungsregeln.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Was ist der Unterschied zwischen = und ==?
  2. Welches Ergebnis liefert der Ausdruck 5 > 3 && 2 > 10?
  3. Wofür steht der Operator %?

Kapitel 8: Ein- und Ausgaben

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie man Informationen mit print() zuverlässig auf der Konsole ausgibt.
  • Wie read_console() eine Zeile interaktiv vom Terminal einliest.
  • Wie Text und Variablen durch Verkettung formatiert werden.
  • Wie Zelyra Eingaben über Parameter, Dateien, Umgebungsvariablen, Terminal und Web-Routen empfängt.
  • Warum Zelyra für sensible Außeninteraktionen ausdrückliche Berechtigungen (Capabilities) verlangt.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Ein Programm, das weder Daten empfangen noch Ergebnisse mitteilen kann, ist für den Anwender nutzlos. Ein- und Ausgaben (I/O) verbinden die Logik deines Codes mit der Außenwelt. Weil Zugriffe auf Tastatur, Festplatte oder Netzwerk aber auch Sicherheitsrisiken darstellen, regelt Zelyra diese Zugriffe viel kontrollierter als ältere Sprachen.

3. Verständliche Erklärung

  • Ausgabe: Der eingebaute Befehl print(wert) nimmt Zahlen, Wahrheitswerte, Zeichenketten oder zusammengesetzte Objekte entgegen und gibt sie auf dem Standard-Ausgabekanal (stdout) aus.
  • Formatierung: Mehrere Texte und Werte verbindest du mit dem Plus-Operator +.
  • Eingabe in Zelyra: Programme empfangen Eingaben über Parameter, Umgebungsvariablen, Dateien, Web-Anfragen oder interaktiv im Terminal:
    1. Funktionsparameter: Daten werden beim Aufruf übergeben.
    2. Umgebungsvariablen: env("MEIN_KEY") liest Konfigurationswerte aus dem System.
    3. Dateien: read_text("eingabe.txt") liest gespeicherte Daten ein.
    4. Web-Anfragen: Formulare (form) und URLs (page "/user/{id}") empfangen Benutzereingaben im Browser.
    5. Terminal: read_console("Prompt: ") zeigt eine Eingabeaufforderung und liest eine Zeile. Das Ergebnis ist String?: None bedeutet Dateiende, eine leere Zeile ist Some("").

Terminalzugriff ist eine Capability. Die aufrufende Funktion muss uses Console deklarieren. In Projekten mit einer [capabilities]-Sektion muss zusätzlich console = true gesetzt werden; neue Projektvorlagen lassen die Freigabe standardmäßig aus. Konsoleneingabe ist für zelyra run gedacht. Webanwendungen verwenden stattdessen typisierte Requests und Formulare. Die Eingabe wird nicht verborgen; nutze read_console() daher nicht für Passwörter oder andere Geheimnisse.

fn main() uses Console {
    datum = read_console("Datum: ")
    match datum {
        Some(wert) => {
            print("Eingegeben: " + wert)
        }
        None => {
            print("Keine Eingabe.")
        }
    }
}
[capabilities]
console = true

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Ausgabe formatieren:

fn main() {
    titel = "Release 1.0"
    prozent = 80
    print("Fortschritt fuer " + titel + ":")
    print(prozent)
}

Eingabe über Funktionsparameter und Umgebungsvariablen:

fn verarbeite_aufgabe(titel: String, prioritaet: Int) {
    print("Bearbeite: " + titel)
    print("Prioritaetsstufe:")
    print(prioritaet)
}

fn main() uses Environment {
    modus = env("APP_MODUS")
    print("Aktueller Modus:")
    print(modus)
    verarbeite_aufgabe("Backup erstellen", 1)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Versuchen, eine Zahl direkt mit + an einen Text zu hängen: "Zahl: " + 5. Ursache: Zelyra verlangt Typkompatibilität. 5 ist ein Int, kein String. Gib die Zahl entweder separat mit print(5) aus oder nutze Hilfsfunktionen.
  • Fehler: env() ohne uses Environment aufrufen. Ursache: Zelyras Sicherheitsmodell (Capabilities) verlangt, dass Funktionen, die auf das Betriebssystem zugreifen, dies ausdrücklich deklarieren.

6. Merksätze

  1. print() gibt Werte verlässlich auf der Konsole aus.
  2. Eingaben fließen über Parameter, Umgebungsvariablen, Dateien, Terminal oder Web-Routen.
  3. Systemzugriffe benötigen die passende Capability (z. B. uses Environment).

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Gib eine formatierte Visitenkarte (Name, Beruf, E-Mail) mit mehreren print()-Befehlen aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion drucke_aufgabe(id: Int, name: String, erledigt: Bool), die alle Details sauber untereinander darstellt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe ein CLI-Programm mit read_console() und erkläre, wann Terminaleingabe sinnvoll ist und wann strukturierte Web-Requests besser passen.

8. Praxisaufgabe: Ausgabeformatierung für den TaskManager

Erstelle eine Ausgabefunktion für unsere Aufgabenverwaltung:

fn drucke_kopfzeile(bereich: String) {
    print("----------------------------------------")
    print("BEREICH: " + bereich)
    print("----------------------------------------")
}

fn drucke_aufgabe_eintrag(nr: Int, titel: String, erledigt: Bool) {
    print("Aufgabe Nr: ")
    print(nr)
    print("Titel: " + titel)
    if erledigt {
        print("Status: [X] ERLEDIGT")
    } else {
        print("Status: [ ] OFFEN")
    }
    print("----------------------------------------")
}

fn main() {
    drucke_kopfzeile("HEUTIGE AUFGABEN")
    drucke_aufgabe_eintrag(1, "Handbuch durcharbeiten", true)
    drucke_aufgabe_eintrag(2, "Zelyra-Beispiele ueben", false)
}

9. Zusammenfassung

  • Ausgaben erfolgen klar und unmissverständlich über print().
  • Externe Zugriffe sind durch Capabilities geschützt.
  • Eingaben werden über Parameter, Dateien, Umgebungsvariablen, read_console() oder Web-Anfragen entgegengenommen.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Funktion nutzt man in Zelyra für Textausgaben?
  2. Warum verlangt der Zugriff auf env() die Angabe uses Environment?
  3. Welche Eingabewege sind in serverbasierten Zelyra-Anwendungen typisch?

Kapitel 9: Entscheidungen mit Bedingungen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie Programme mit if und else eigenständige Entscheidungen treffen.
  • Wie man alternative Pfade mit else if formuliert.
  • Wie man mehrere Bedingungen logisch kombiniert.
  • Wie man mit match elegante und lückenlose Fallunterscheidungen schreibt.
  • Typische Denkfehler bei Verschachtelungen und wie man sie vermeidet.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Ohne Bedingungen wäre jedes Programm starr wie eine Musikwalze: Es würde immer exakt dieselben Schritte abspielen. Wirklich nützlich wird Software erst, wenn sie auf unterschiedliche Situationen reagiert: Ist der Nutzer eingeloggt? Ist die Frist abgelaufen? Reicht das Guthaben? Mit if und match verleihst du deinem Code Urteilsvermögen.

3. Verständliche Erklärung

  • if / else: Prüft eine Bedingung. Wenn sie true ergibt, wird der erste Block ausgeführt; andernfalls der else-Block:
    fn pruefe_ergebnis(punkte: Int) {
        if punkte >= 50 {
            print("Bestanden!")
        } else {
            print("Leider nicht bestanden.")
        }
    }
    
    fn main() {
        pruefe_ergebnis(75)
    }
    
  • match: Wenn du einen Wert gegen viele feste Möglichkeiten prüfen willst, ist match viel lesbarer als endlose if / else if-Ketten. In Zelyra stellt der Compiler sicher, dass alle möglichen Fälle abgedeckt sind (Exhaustiveness):
    fn zeige_status(status_code: Int) {
        match status_code {
            1 => { print("Neu") }
            2 => { print("In Bearbeitung") }
            3 => { print("Erledigt") }
            _ => { print("Unbekannter Status") }
        }
    }
    
    fn main() {
        zeige_status(2)
    }
    
    Der Unterstrich _ ist das sogenannte Wildcard-Muster: Er greift für alle anderen, nicht ausdrücklich genannten Werte.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Einfache Verzweigung:

fn main() {
    offen = 0
    if offen == 0 {
        print("Super! Alle Aufgaben sind erledigt.")
    } else {
        print("Es gibt noch offene Aufgaben.")
    }
}

Mehrstufige Entscheidung (else if):

fn bewerte_prioritaet(stufe: Int) -> String {
    match stufe {
        1 => { return "SEHR DRINGEND" }
        2 => { return "NORMAL" }
        3 => { return "NIEDRIG" }
        _ => { return "UNBEKANNT" }
    }
}

fn main() {
    print(bewerte_prioritaet(1))
    print(bewerte_prioritaet(2))
}

Mustervergleich mit match:

fn status_text(code: Int) -> String {
    match code {
        0 => { return "Entwurf" }
        1 => { return "Aktiv" }
        2 => { return "Archiviert" }
        _ => { return "Ungueltig" }
    }
}

fn main() {
    print(status_text(1))
    print(status_text(99))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Den _-Fall in einem match auf Zahlen weglassen. Ursache: Eine Zahl kann unendlich viele Werte annehmen. Wenn du nur 1 und 2 abdeckst, meldet der Compiler non-exhaustive match.
  • Fehler: Zu tiefe Verschachtelung (Pfeil-Anti-Pattern: if { if { if { ... } } }). Ursache: Schwer lesbar. Löse tiefe Verschachtelungen durch frühes Zurückkehren (early return) oder match auf.

6. Merksätze

  1. if entscheidet anhand eines Wahrheitswertes (Bool).
  2. match prüft Werte gegen Muster und garantiert Lückenlosigkeit.
  3. Der Wildcard _ fängt alle übrigen Fälle sicher ab.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine Funktion ist_volljaehrig(alter: Int) -> Bool, die prüft, ob alter >= 18 ist.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe mit match eine Funktion monats_tage(monat: Int) -> Int, die für die Monate 1 bis 12 die Tage zurückgibt (Februar pauschal 28).
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Baue eine Validierungsfunktion, die prüft, ob ein Passwort mindestens 8 Zeichen lang ist (über einen String-Vergleich) und nicht "12345678" lautet.

8. Praxisaufgabe: Status-Logik für den TaskManager

Erstelle für unsere Aufgabenverwaltung die automatische Ampel-Einstufung:

fn berechne_ampel(verbleibende_tage: Int, ist_fertig: Bool) -> String {
    if ist_fertig {
        return "GRUEN: Aufgabe ist abgeschlossen"
    } else {
        if verbleibende_tage < 0 {
            return "ROT: Frist ist abgelaufen!"
        } else {
            if verbleibende_tage <= 2 {
                return "GELB: Bald faellig, bitte bearbeiten"
            } else {
                return "BLAU: Im Zeitplan"
            }
        }
    }
}

fn main() {
    print(berechne_ampel(5, false))
    print(berechne_ampel(1, false))
    print(berechne_ampel(-1, false))
    print(berechne_ampel(-1, true))
}

9. Zusammenfassung

  • if und else steuern den Programmfluss anhand logischer Bedingungen.
  • match ermöglicht saubere, compilergeprüfte Fallunterscheidungen.
  • Klar gegliederte Verzweigungen machen Geschäftslogik verständlich und wartbar.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wann ist ein match einem if / else if vorzuziehen?
  2. Welche Aufgabe erfüllt das _-Muster im match?
  3. Warum verlangt Zelyra, dass bei match alle möglichen Fälle abgedeckt sind?

Kapitel 10: Wiederholungen und Schleifen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Warum Wiederholungen (Loops) in der Datenverarbeitung unentbehrlich sind.
  • Schleifen mit Zählern: while bedingung { ... }.
  • Iteration über Listen und Arrays: for element in array { ... }.
  • Endlosschleifen: loop { ... }.
  • Schleifen vorzeitig steuern mit break (Abbrechen) und continue (Überspringen).
  • Schleifeninvarianten (invariant), mit denen Zelyra Korrektheit formal beweisen kann.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Computer wurden erfunden, um monotone, wiederkehrende Aufgaben fehlerfrei und in Sekundenschnelle zu erledigen. Wenn du 1.000 Aufgaben aus einer Datenbank laden, prüfen und anzeigen willst, schreibst du den Code nicht tausendmal, sondern einmal innerhalb einer Schleife. Zelyra bietet dafür sichere Konstrukte und erlaubt es sogar, mathematische Garantien über Schleifendurchläufe abzugeben.

3. Verständliche Erklärung

Zelyra kennt drei Arten von Schleifen:

  1. for ... in: Der einfachste und sicherste Weg, um eine Liste von Elementen abzuarbeiten. Die Schleife läuft automatisch über jedes Element und stoppt von selbst:
    fn main() {
        for zahl in [1, 2, 3] {
            print(zahl)
        }
    }
    
  2. while bedingung: Wiederholt den Block so lange, wie die Bedingung wahr (true) bleibt. Ideal, wenn du vorher nicht weißt, wie viele Durchläufe nötig sind.
  3. loop: Eine Dauerschleife. Sie läuft endlos weiter, bis sie im Inneren durch den Befehl break gestoppt wird.

Steuerbefehle:

  • break: Beendet die Schleife sofort. Das Programm springt hinter die Schleife.
  • continue: Bricht den aktuellen Durchlauf ab und springt sofort zum nächsten Element.

Schleifeninvariante (invariant): Eine Invariante ist eine Bedingung, die vor, während und nach jedem Schleifendurchlauf wahr sein muss (z. B. invariant { zaehler >= 0 }). Der Zelyra-Verifier (zelyra verify) nutzt Invarianten, um mathematisch zu beweisen, dass die Schleife niemals in unzulässige Zustände gerät!

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: for ... in über ein Array

fn main() {
    aufgaben = ["Planen", "Programmieren", "Testen", "Ausliefern"]
    for a in aufgaben {
        print("Schritt: " + a)
    }
}

Beispiel 2: while mit Zähler und invariant

fn main() {
    mutable zaehler = 1
    while zaehler <= 3
        invariant { zaehler >= 1 }
    {
        print(zaehler)
        zaehler = zaehler + 1
    }
}

Beispiel 3: break und continue gezielt einsetzen

fn main() {
    for zahl in [1, 2, 3, 4, 5] {
        if zahl == 2 {
            // Die 2 wollen wir auslassen:
            continue
        }
        if zahl == 4 {
            // Bei 4 brechen wir komplett ab:
            break
        }
        print(zahl)
    }
}

Ausgabe: Gibt 1 und 3 aus!

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: In einer while-Schleife vergessen, den Zähler zu erhöhen (zaehler = zaehler + 1). Ursache: Die Bedingung bleibt ewig wahr – eine Endlosschleife entsteht und das Programm friert ein.
  • Fehler: Falsche Indexgrenzen bei manuellen Zählern. Ursache: Nutze wann immer möglich for item in array, um Grenzfehler (Off-by-one) komplett auszuschließen.

6. Merksätze

  1. Nutze for ... in für Sammlungen und Arrays.
  2. break beendet die Schleife sofort; continue springt zur nächsten Runde.
  3. Invarianten dokumentieren und beweisen die Sicherheit deiner Schleife.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Gib mit einer while-Schleife die Zahlen von 10 rückwärts bis 1 aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Berechne mit einer for-Schleife die Summe aller Zahlen im Array [10, 20, 30, 40].
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Durchsuche ein Array von Zahlen nach der Zahl 42. Sobald sie gefunden wird, gib "Gefunden!" aus und beende die Schleife mit break. Wenn sie nicht vorkommt, gib am Ende "Nicht gefunden" aus.

8. Praxisaufgabe: Aufgaben filtern und zählen

Wir wenden Schleifen auf unsere Aufgabenverwaltung an. Wir zählen die erledigten Aufgaben und geben offene Aufgaben aus:

fn main() {
    aufgaben = ["Konzept schreiben", "Datenbank aufsetzen", "Tests schreiben"]
    mutable erledigt_zaehler = 0

    print("Aufgabenliste durchgehen:")
    for a in aufgaben {
        if a == "Konzept schreiben" {
            print("[X] " + a)
            erledigt_zaehler = erledigt_zaehler + 1
        } else {
            print("[ ] " + a)
        }
    }

    print("Erledigte Aufgaben insgesamt:")
    print(erledigt_zaehler)
}

9. Zusammenfassung

  • Schleifen automatisieren monotone Wiederholungen.
  • for ... in iteriert sicher über Arrays, while wiederholt nach Bedingungen.
  • break und continue ermöglichen präzise Flusssteuerung.
  • invariant ermöglicht formale Korrektheitsbeweise mit zelyra verify.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Was ist der Unterschied zwischen break und continue?
  2. Warum ist for ... in bei Arrays sicherer als eine manuelle while-Schleife?
  3. Welche Rolle spielt eine invariant bei der Programmprüfung?

TEIL III – PROGRAMME STRUKTURIEREN


Kapitel 11: Funktionen und Prozeduren

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Was Funktionen sind und wie sie Programme übersichtlich und wiederverwendbar machen.
  • Wie man Parameter übergibt und Rückgabetypen mit -> Typ deklariert.
  • Was reine Funktionen (pure functions) ohne Seiteneffekte sind und warum sie Gold wert sind.
  • Was Prozeduren sind (Funktionen ohne Rückgabewert bzw. Typ Unit), die Aktionen ausführen.
  • Wie Zelyra Namenskonventionen und sauberen Stil fördert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Wenn du jede Berechnung und jeden Bildschirmausdruck zehnmal an verschiedenen Stellen deines Codes wiederholst, entsteht das gefürchtete „Spaghetti-Phänomen“. Ändert sich eine Geschäftsregel (z. B. wie die Frist einer Aufgabe berechnet wird), müsstest du alle zehn Stellen suchen und anpassen – Fehler sind dabei unausweichlich. Funktionen fassen eine logische Aufgabe unter einem klaren Namen zusammen: Du schreibst sie einmal, testest sie gründlich und verwendest sie beliebig oft.

3. Verständliche Erklärung

Stell dir eine Funktion wie ein Küchengerät vor:

  • Du gibst Zutaten hinein (Parameter).
  • Das Gerät verarbeitet die Zutaten nach einem festen Rezept (Funktionskörper).
  • Am Ende kommt ein fertiges Gericht heraus (Rückgabewert).

In Zelyra definierst du Funktionen mit dem Schlüsselwort fn:

fn addiere(a: Int, b: Int) -> Int {
    return a + b
}

fn main() {
    print(addiere(2, 3))
}

Besitzt eine Funktion keinen Rückgabewert, weil sie z. B. nur eine Zeile Text ausgibt, ist ihr Rückgabetyp Unit (oder kann weggelassen werden):

fn drucke_trennlinie() {
    print("----------------------------------------")
}

fn main() {
    drucke_trennlinie()
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Berechnung mit Rückgabewert

fn berechne_tage_bis_frist(heute_tag: Int, frist_tag: Int) -> Int {
    return frist_tag - heute_tag
}

fn main() {
    tage = berechne_tage_bis_frist(10, 18)
    print(tage)
}

Beispiel 2: Textformatierung in einer Hilfsfunktion

fn format_aufgabe(id_text: String, text: String, fertig: Bool) -> String {
    mutable status_zeichen = "[ ]"
    if fertig {
        status_zeichen = "[X]"
    }
    return status_zeichen + " #" + id_text + ": " + text
}

fn main() {
    ausgabe = format_aufgabe("1", "Dokumentation lesen", true)
    print(ausgabe)
}

Beispiel 3: Prozedur zur Menüausgabe

fn zeige_kopfzeile(benutzer: String) {
    print("Angemeldet als: " + benutzer)
    print("========================================")
}

fn main() {
    zeige_kopfzeile("Sabine")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein return vergessen, obwohl ein Rückgabetyp angegeben wurde. Ursache: Zelyra verlangt bei deklariertem Rückgabetyp zwingend ein passendes Ergebnis auf allen Ausführungspfaden.
  • Fehler: Falsche Argumentreihenfolge beim Aufruf. Ursache: Zelyra prüft die Parametertypen strikt. Wenn der erste Parameter ein Int ist, darf kein String übergeben werden.
  • Fehler: Versuchen, String und Int direkt mit + zu verketten. Ursache: Der Operator + verknüpft in Zelyra entweder zwei Strings oder zwei Zahlen gleichen Typs. Verwende Strings oder gebe Werte separat über print() aus.

6. Merksätze

  1. Eine Funktion sollte genau eine einzige, klar benannte Aufgabe erfüllen.
  2. Reine Funktionen erzeugen bei gleichen Eingaben immer die gleichen Ausgaben und haben keine Seiteneffekte.
  3. Namen von Funktionen sollten aussagekräftige Verben sein (z. B. berechne_differenz, format_aufgabe).

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine Funktion verdopple(zahl: Int) -> Int, die das Doppelte einer Zahl zurückgibt.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion ist_dringend(tage: Int) -> Bool, die true liefert, wenn weniger als 3 Tage verbleiben.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe eine Funktion status_symbol(erledigt: Bool) -> String, die "[OK]" oder "[OFFEN]" liefert.

8. Praxisaufgabe: Aufgabenanzeige modularisieren

Schreibe ein Zelyra-Programm, das drei Aufgaben mit ID-Text, Name und Erledigungsstatus über eine wiederverwendbare Formatierungsfunktion aufbereitet und ausgibt:

fn format_eintrag(id_text: String, name: String, erledigt: Bool) -> String {
    mutable symbol = "[OFFEN]"
    if erledigt {
        symbol = "[OK]"
    }
    return symbol + " Aufgabe " + id_text + ": " + name
}

fn main() {
    print(format_eintrag("1", "Post abholen", true))
    print(format_eintrag("2", "Rechnung bezahlen", false))
    print(format_eintrag("3", "Backup erstellen", false))
}

9. Zusammenfassung

  • Funktionen gliedern Programme in logische, handhabbare Bausteine.
  • Parameter und Rückgabetypen sind in Zelyra exakt typisiert.
  • Reine Funktionen machen den Code wartungsfreundlich und fehlerresistent.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welchen Typ besitzt eine Funktion, die keinen Wert zurückgibt?
  2. Warum sind reine Funktionen einfacher zu testen als Funktionen mit globalen Seiteneffekten?
  3. Was prüft der Zelyra-Compiler bei jedem Funktionsaufruf?

Kapitel 12: Verträge und Vorbedingungen (Design by Contract)

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was das Konzept Design by Contract (Entwurf durch Vertrag) bedeutet.
  • Wie du Vorbedingungen mit requires definierst.
  • Wie du Nachbedingungen mit ensures und dem Schlüsselwort result formulierst.
  • Wie Schleifeninvarianten mit invariant sichergestellt werden.
  • Warum Verträge defensiven if-Kaskaden überlegen sind.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Häufig entstehen Fehler, weil Entwickler Annahmen treffen, die nirgendwo festgeschrieben sind: „Diese Funktion darf niemals mit einer negativen Zahl aufgerufen werden!“ Wenn jemand die Funktion ein halbes Jahr später doch mit -1 aufruft, kracht es unerwartet. In herkömmlichen Sprachen schreibt man seitenlange if-Prüfungen oder hofft auf gute Kommentare. Zelyra hebt Verträge auf Sprachebene: Vor- und Nachbedingungen sind Teil der Funktionssignatur und werden garantiert geprüft.

3. Verständliche Erklärung

Ein Vertrag in Zelyra funktioniert wie ein notarieller Vertrag zwischen dem Aufrufer und der Funktion:

  • requires (Vorbedingung): Der Aufrufer verpflichtet sich, der Funktion nur Daten zu übergeben, die die Bedingung erfüllen (z. B. wert > 0).
  • ensures (Nachbedingung): Im Gegenzug garantiert die Funktion, dass ihr Ergebnis (result) bestimmte Eigenschaften aufweist (z. B. result >= 0).

Wird ein Vertrag verletzt, stoppt Zelyra sofort mit einem präzisen Fehler (E-CONTRACT-*) und zeigt genau, wer den Vertrag gebrochen hat.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Vorbedingung mit requires

fn dividiere(zaehler: Int, nenner: Int) -> Int
    requires { nenner != 0 }
{
    return zaehler / nenner
}

fn main() {
    ergebnis = dividiere(100, 4)
    print(ergebnis)
}

Beispiel 2: Vor- und Nachbedingung kombiniert

fn prioritaet_anpassen(aktuelle_stufe: Int, delta: Int) -> Int
    requires { aktuelle_stufe >= 1 && delta >= 0 }
    ensures { result >= 1 }
{
    neue_stufe = aktuelle_stufe + delta
    return neue_stufe
}

fn main() {
    p = prioritaet_anpassen(2, 1)
    print(p)
}

Beispiel 3: Schleifeninvariante

fn zaehle_bis(grenze: Int) -> Int
    requires { grenze >= 0 }
    ensures { result == grenze }
{
    mutable i = 0
    while i < grenze
        invariant { i >= 0 }
    {
        i = i + 1
    }
    return i
}

fn main() {
    print(zaehle_bis(5))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Benutzereingaben über requires abfangen wollen. Ursache: Verträge sind Schutzschilde gegen Programmierfehler im Code, nicht zur Validierung von unsicheren Benutzereingaben gedacht. Für Benutzereingaben nutzt man Validierungsregeln (form oder Result).
  • Fehler: Ein ensures formulieren, das die Funktion logisch nicht einhalten kann. Ursache: Wenn die Funktion z. B. -5 zurückgibt, das ensures aber { result >= 0 } verlangt, schlägt die Nachbedingung fehl.

6. Merksätze

  1. requires schützt die Funktion vor unzulässigen Eingaben des Aufrufers.
  2. ensures garantiert dem Aufrufer ein korrektes Ergebnis über result.
  3. Verträge machen implizite Annahmen zu überprüfbaren, lebendigen Spezifikationen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine Funktion quadratwurzel_naiv(x: Int) -> Int mit der Vorbedingung requires { x >= 0 }.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion begrenze(wert: Int, min_wert: Int, max_wert: Int) -> Int mit Vorbedingungen und passender Nachbedingung.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Sichere eine Funktion prozentsatz(teil: Int, gesamt: Int) -> Int so ab, dass niemals durch 0 geteilt wird und das Ergebnis stets zwischen 0 und 100 liegt.

8. Praxisaufgabe: Fortschrittsrechner für Aufgaben

Schreibe eine abgesicherte Funktion für die Aufgabenverwaltung:

fn berechne_fortschritt(erledigt: Int, gesamt: Int) -> Int
    requires { gesamt > 0 && erledigt >= 0 && erledigt <= gesamt }
    ensures { result >= 0 && result <= 100 }
{
    return (erledigt * 100) / gesamt
}

fn main() {
    quote = berechne_fortschritt(3, 4)
    print(quote)
}

9. Zusammenfassung

  • Verträge (requires, ensures) dokumentieren und erzwingen Programmierannahmen zur Laufzeit.
  • result verweist in ensures auf das Berechnungsergebnis der Funktion.
  • Schleifeninvarianten sichern den inneren Zustand von Schleifendurchläufen ab.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wann wird eine requires-Bedingung geprüft: vor oder nach der Ausführung?
  2. Worauf bezieht sich das Wort result in einem Vertrag?
  3. Warum ersetzt ein Vertrag kein HTML-Formularvalidierungs-Muster?

Kapitel 13: Sammlungen, Listen und Wörterbücher (Arrays & Maps)

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du mehrere gleichartige Werte in einem Array (Typ[]) speicherst.
  • Die wichtigsten Listen-Funktionen: len, append, contains, first, last.
  • Wie du Listen mit for .. in durchläufst.
  • Wie assoziative Schlüssel-Wert-Sammlungen mit Map<Schlüssel, Wert> deklariert und genutzt werden.
  • Die wichtigsten Wörterbuch-Funktionen: get, put, contains, keys, values.
  • Warum Zelyras get() immer eine sichere Option liefert und Abstürze verhindert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Eine Anwendung, die nur einzelne Werte speichern kann, wäre nutzlos. In der Praxis arbeiten wir fast immer mit Sammlungen: Listen von Aufgaben, E-Mail-Adressen oder Tabellenzeilen aus einer Datenbank. Manchmal suchen wir Elemente nach ihrer Reihenfolge (Listen bzw. Arrays). Sehr oft wollen wir Daten jedoch direkt über einen eindeutigen Schlüssel nachschlagen – zum Beispiel die Benutzereinstellungen zu einer User-ID, ein Wörterbuch von Übersetzungstexten oder Ländervorwahlen. Dafür bietet Zelyra typisierte Wörterbücher (Map).

3. Verständliche Erklärung

Teil A: Arrays – Die geordnete Liste

Ein Array ist wie ein Setzkasten: Jedes Fach hat eine feste Nummer (Index) und enthält genau ein Element. In Zelyra müssen alle Elemente im selben Kasten denselben Typ haben (Int[], String[] etc.):

fn main() {
    zahlen: Int[] = [10, 20, 30, 40]
    print(len(zahlen))
}

Zelyra stellt mächtige Hilfswerkzeuge für Arrays bereit:

  • len(liste): Gibt die Anzahl der Elemente zurück.
  • append(liste, wert): Liefert ein neues Array mit dem angehängten Element.
  • first(liste): Liefert das erste Element als Option.
  • last(liste): Liefert das letzte Element als Option.
  • contains(liste, wert): Prüft, ob ein Element vorhanden ist (Bool).

Teil B: Maps – Assoziative Schlüssel-Wert-Wörterbücher

Eine Map ordnet jedem eindeutigen Schlüssel (Key) genau einen Wert (Value) zu.

  • Typnotation: Map<KeyTyp, WertTyp>, zum Beispiel Map<String, Int> oder Map<String, String>.
  • Literalschreibweise: Map { "schluessel": wert }
  • Schlüsseltypen: Alle Skalartypen (String, Int, Id etc.) sind zulässig.
fn main() {
    vorwahlen: Map<String, Int> = Map {
        "de": 49
        "at": 43
        "ch": 41
    }
}

Die wichtigsten Operationen auf Maps:

  • get(map, key): Schlägt einen Schlüssel nach. Weil ein Schlüssel fehlen könnte, liefert get() immer eine sichere Option<Wert> zurück (Some(wert) oder None) – niemals einen Null-Pointer-Absturz!
  • put(map, key, wert): Fügt ein Paar hinzu oder überschreibt den bestehenden Wert. Da Zelyra Unveränderlichkeit schätzt, liefert put() eine neue, aktualisierte Map zurück.
  • contains(map, key): Gibt true zurück, wenn der Schlüssel existiert.
  • keys(map): Gibt alle vorhandenen Schlüssel als typisiertes Array zurück (KeyTyp[]).
  • values(map): Gibt alle Werte als typisiertes Array zurück (WertTyp[]).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Array anlegen und mit for-Schleife durchlaufen

fn main() {
    aufgabe_ids: Int[] = [101, 102, 103, 104]
    for id in aufgabe_ids {
        print(id)
    }
}

Beispiel 2: Elemente an ein Array anfügen

fn main() {
    mutable liste: Int[] = [1, 2, 3]
    liste = append(liste, 4)
    print(len(liste))
}

Beispiel 3: Wörterbuch (Map) anlegen, aktualisieren und abfragen

fn main() {
    preise: Map<String, Int> = Map {
        "Kaffee": 3
        "Tee": 2
    }
    
    // Neues Element hinzufügen
    mutable aktion = put(preise, "Kuchen", 4)
    // Vorhandenen Preis anpassen
    aktion = put(aktion, "Kaffee", 4)
    
    // Nullsicher mit match abfragen
    match get(aktion, "Kaffee") {
        Some(preis) => {
            print("Kaffeepreis: " + str(preis) + " Euro")
        }
        None => {
            print("Artikel nicht gefunden.")
        }
    }
    
    // Alle Schlüssel und Werte ausgeben
    print(keys(aktion))
}

Beispiel 4: Prüfen der Existenz in einer Map

fn main() {
    einstellungen: Map<String, Bool> = Map {
        "dunkelmodus": true
        "benachrichtigungen": false
    }
    
    if contains(einstellungen, "dunkelmodus") {
        print("Dunkelmodus-Einstellung ist konfiguriert.")
    }
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Versuchen, verschiedene Typen in einem Array oder einer Map zu mischen (z. B. [1, "Hallo"]). Ursache: Zelyra ist strikt typrein. Alle Elemente eines Arrays müssen denselben Typ haben, und alle Schlüssel bzw. Werte einer Map müssen ihren deklarierten Typen entsprechen.
  • Fehler: map.get("key") direkt als Wert behandeln wollen, ohne die Option auszupacken. Ursache: Zelyra garantiert Compile-Time-Sicherheit. Da ein Schlüssel in der Map fehlen könnte, zwingt der Compiler dich, mit match oder Standardwerten auf Some und None zu reagieren.
  • Fehler: Nicht-skalare Typen (wie Arrays) als Map-Schlüssel verwenden. Ursache: Map-Schlüssel müssen skalare Typen sein (String, Int, Id), damit sie deterministisch vergleichbar und JSON-serialisierbar sind.

6. Merksätze

  1. Arrays in Zelyra sind typrein: Int[], String[], Bool[].
  2. Das Durchlaufen von Arrays erfolgt elegant und sicher mit for element in sammlung { ... }.
  3. Map<Key, Value> speichert eindeutige Schlüssel-Wert-Paare.
  4. get(map, key) liefert immer eine Option (Some oder None) und schützt vor Laufzeitabstürzen.
  5. put(map, key, value) liefert funktional ein neues, aktualisiertes Wörterbuch.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle ein Array mit drei Zeichenketten und gib jedes Element mit einer for-Schleife aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle eine Map<String, Int> mit drei Produktnamen und ihren Preisen. Frage einen vorhandenen und einen nicht vorhandenen Artikel mit get() und match ab.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe eine Funktion zaehle_woerter(liste: String[]) -> Map<String, Int>, die zählt, wie oft jedes Wort in einer Liste vorkommt, und das Ergebnis als Map zurückgibt.

8. Praxisaufgabe: Aufgaben-Prioritäten nachschlagen

Erstelle eine Verwaltung von Prioritätsstufen für Aufgaben mit einer Map:

fn prioritaet_anzeigen(prioritaeten: Map<String, Int>, aufgabe: String) {
    match get(prioritaeten, aufgabe) {
        Some(stufe) => {
            print("Prioritaet fuer " + aufgabe + ": Stufe " + str(stufe))
        }
        None => {
            print("Keine Prioritaet hinterlegt fuer: " + aufgabe)
        }
    }
}

fn main() {
    prio_map: Map<String, Int> = Map {
        "Datenbankmigration": 1
        "CSS anpassen": 3
        "Dokumentation": 2
    }
    
    prioritaet_anzeigen(prio_map, "Datenbankmigration")
    prioritaet_anzeigen(prio_map, "Kaffeepause")
}

9. Zusammenfassung

  • Arrays (Typ[]) speichern geordnete Folgen von Werten desselben Typs.
  • Maps (Map<Key, Value>) speichern Schlüssel-Wert-Zuordnungen mit sicherem get(), put(), contains(), keys() und values().
  • Beide Sammlungen sind vollständig typsicher und arbeiten nahtlos mit Zelyras Option-System zusammen.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welchen Typ hat der Ausdruck ["A", "B", "C"]?
  2. Warum schlägt append([1, 2], "Drei") beim Kompilieren fehl?
  3. Wie prüfst du effizient, ob ein Wert in einer Liste existiert?

Kapitel 14: Eigene Datentypen erstellen (Records & Tables)

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du eigene domänenspezifische Datentypen erstellst.
  • Was nominale Typen (type TaskId = Id) sind und wie sie Verwechslungen verhindern.
  • Wie Datensätze in Zelyra als table mit Attributen definiert werden (id: Id primary auto).
  • Warum starke Typisierung die Softwarequalität revolutioniert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

In schlechter Software wird fast alles als einfache Zahl oder Zeichenkette behandelt („Primitive Obsession“). Wenn eine Funktion pruefe(benutzer_id: Int, aufgabe_id: Int) erwartet, du aber versehentlich die IDs vertauschst, merkt der Computer bei einfachen Int-Typen gar nichts – die Software bucht womöglich fatale Daten falsch zu. Mit eigenen Typen unterscheidet Zelyra schon beim Kompilieren zwischen einer UserId und einer TaskId.

3. Verständliche Erklärung

Eigene Datentypen erlauben es dir, der realen Welt einen Namen zu geben:

  1. Nominale Aliase:
    type TaskId = Id
    
    fn main() {
        print("Typalias TaskId aktiv")
    }
    
    Hierdurch wird TaskId ein eigener, eindeutiger Typ.
  2. Tabellen als strukturierte Datentypen:
    table aufgaben {
        id: Id primary auto
        beschreibung: String required
        fertig: Bool
    }
    
    fn main() {
        print("Tabellenschema definiert")
    }
    
    Dieses Schema definiert nicht nur eine Datenbanktabelle, sondern stellt in Zelyra automatisch den Datentyp für eine Aufgabe bereit!

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Eigene Typnamen für IDs

type TaskId = Id

fn main() {
    print("Typalias erfolgreich definiert")
}

Beispiel 2: Ein Datenmodell als Tabelle definieren

table aufgaben {
    id: Id primary auto
    beschreibung: String required
    erledigt: Bool
}

fn main() {
    print("Tabellenschema fuer Aufgaben definiert")
}

Beispiel 3: Typisierte Attribute in Funktionen ansprechen

table projekte {
    id: Id primary auto
    name: String required
    aktiv: Bool
}

fn zeige_projekt_status(p_name: String, p_aktiv: Bool) {
    mutable status = "Pausiert"
    if p_aktiv {
        status = "Aktiv"
    }
    print("Projekt: " + p_name + " [" + status + "]")
}

fn main() {
    zeige_projekt_status("Web-Portal", true)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein Tabellenfeld mit einem reservierten Schlüsselwort wie title oder list benennen. Ursache: In Zelyra sind diese Wörter für Abfragen und Ansichten reserviert. Nutze stattdessen aussagekräftige Namen wie name, text oder beschreibung.
  • Fehler: Den Primärschlüssel mit primary key statt primary angeben. Ursache: In Zelyra lautet die Spaltenspezifikation id: Id primary auto.

6. Merksätze

  1. Eigene Datentypen spiegeln die Geschäftswelt wider und verhindern fatale Parameterverwechslungen.
  2. table-Definitionen sind in Zelyra gleichzeitig Datenbankschema und Sprach-Datentyp.
  3. Reservierte Wörter (title, list, etc.) dürfen nicht als Spalten- oder Variablennamen genutzt werden.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle einen Typalias type UserId = Id.
  • Stufe 2 (Mittel): Modelliere eine Tabelle kategorien mit id: Id primary auto und kategorie_name: String required.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Modelliere eine Tabelle notizen, die über ein Feld aufgabe_id: Id mit einer Aufgabe verknüpft werden kann.

8. Praxisaufgabe: Das Kernschema der Aufgabenverwaltung

Definiere das vollständige Zelyra-Schema für unsere Aufgabenverwaltung:

table aufgaben {
    id: Id primary auto
    name: String required
    beschreibung: String
    prioritaet: Int
    ist_erledigt: Bool
}

fn main() {
    print("Kernschema der Aufgabenverwaltung aktiv.")
}

9. Zusammenfassung

  • Eigene Typen geben Daten eine klare, unmissverständliche Bedeutung.
  • table vereint Schema-Deklaration und statische Typdefinition nahtlos in der Sprache.
  • Statische Typen fangen Logikfehler bereits beim Schreiben des Codes ab.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welchen Vorteil bietet type TaskId = Id gegenüber einem einfachen Int?
  2. Warum müssen Tabellenfelder in Zelyra stets einen festen Typ besitzen?
  3. Welche Namen sollten als Feldbezeichnungen vermieden werden?

Kapitel 15: Module und Code-Organisation

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie ein typisches Zelyra-Projekt strukturiert ist.
  • Die Rolle der Projektkonfigurationsdatei zelyra.toml.
  • Wie Code in logische Bestandteile (Schema, Logik, Ansichten) gegliedert wird.
  • Wie Zelyras CLI zusammenhängende Projektdateien prüft und baut.
  • Den aktuellen Entwicklungsstand und die Roadmap von Modulen und Imports.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Zu Beginn schreibt man gerne alles in eine einzige Datei. Doch wenn deine Aufgabenverwaltung wächst – mit Datenbanktabellen, 20 Funktionen, Webformularen und Validierungen –, verliert man in einer 2000-Zeilen-Datei schnell den Überblick. Gute Softwareentwicklung bedeutet, Code so zu organisieren, dass man Neuerungen sofort an der richtigen Stelle findet.

3. Verständliche Erklärung

Ein professionelles Zelyra-Projekt folgt einer klaren Ablagestruktur:

  • zelyra.toml: Die Geburtsurkunde des Projekts. Hier stehen Name, Version und erforderliche Berechtigungen.
  • src/schema.zyl: Enthält alle Tabellendefinitionen (table) und Domänentypen.
  • src/main.zyl: Enthält die Hauptlogik und den Einstiegspunkt (fn main()).
[package]
name = "aufgaben_planer"
version = "0.1.0"
authors = ["Entwickler <dev@example.com>"]

[capabilities]
filesystem = false
database = true

Hinweis zur Sprachversion 0.1: Das Schlüsselwort import zur feingliedrigen Modularisierung externer Pakete befindet sich laut Zelyra-Roadmap aktuell in Entwicklung (Phase 11/12). In der aktuellen Version 0.1 werden die Quelldateien eines Projekts vom Zelyra-Compiler gemeinsam im Projektkontext übersetzt. // [Platzhalter: Modul-Importe - in Zelyra 0.1 noch nicht spezifiziert; siehe Roadmap Phase 11/12]

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Eine saubere Hauptdatei

fn main() {
    print("Zelyra Aufgaben-System bereit.")
}

Beispiel 2: Trennung von Logikfunktionen

fn format_system_status(status: String) -> String {
    return "[STATUS] " + status
}

fn main() {
    print(format_system_status("Datenbank verbunden"))
}

Beispiel 3: Deklaration von Capabilities in der Projektdatei In zelyra.toml legst du fest, welche Systemzugriffe das Projekt überhaupt anfordern darf. Greift dein Code auf die Datenbank zu, muss database = true aktiviert sein.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein nicht vorhandenes import-Schlüsselwort aus anderen Sprachen wie Python oder JS verwenden. Ursache: Zelyra 0.1 verwendet Projekt-Kompilierung; externe Import-Syntax ist Gegenstand der Roadmap Phase 11.
  • Fehler: zelyra.toml löschen oder im falschen Verzeichnis ausführen. Ursache: zelyra run sucht im aktuellen Verzeichnis nach der Konfiguration.

6. Merksätze

  1. zelyra.toml steuert Metadaten und Sicherheitsrichtlinien des Projekts.
  2. Trenne Datenmodell (table), Geschäftslogik (fn) und Darstellung sauber voneinander.
  3. Ordnung im Projektverzeichnis schützt vor Flüchtigkeitsfehlern im Team.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle mit zelyra new aufgaben_app eine neue Projektstruktur und untersuche die erzeugten Dateien.
  • Stufe 2 (Mittel): Konfiguriere in zelyra.toml eine Beschreibung und die Versionsnummer 0.3.0.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe ein Programm mit drei separaten Funktionen für Initialisierung, Verarbeitung und Ausgabe.

8. Praxisaufgabe: Projektstruktur für die Aufgabenverwaltung

Lege die Struktur fest mit folgendem Inhalt in main.zyl:

table aufgaben {
    id: Id primary auto
    name: String required
    erledigt: Bool
}

fn starte_system() {
    print("========================================")
    print("   AUFGABEN-MANAGER ERFOLGREICH GESTARTET")
    print("========================================")
}

fn main() {
    starte_system()
}

9. Zusammenfassung

  • Projekte werden über zelyra.toml gesteuert und konfiguriert.
  • Zelyra prüft Projektdateien als ganzheitliche Einheit.
  • Eine modulare Denkweise erleichtert Erweiterungen und Teamarbeit.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Datei enthält die Metadaten eines Zelyra-Projekts?
  2. Warum ist die Trennung von Datenmodell und Ausführungslogik sinnvoll?
  3. Wie prüft die Zelyra-CLI das gesamte Projekt auf einmal?

TEIL IV – SICHERHEIT UND FEHLERBEHANDLUNG


Kapitel 16: Fehlerarten und ihre Ursachen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Welche vier Hauptarten von Fehlern es beim Programmieren gibt.
  • Wie sich Syntaxfehler, Typfehler, Logikfehler und Laufzeitfehler unterscheiden.
  • Wie Zelyras Compiler dich durch präzise Fehlermeldungen mit Code-Ort und Hinweisen leitet.
  • Warum frühe Fehlererkennung beim Kompilieren bares Geld spart.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Fehler sind beim Programmieren völlig normal. Selbst erfahrene Programmierer machen dutzende Fehler pro Tag. Der Unterschied zwischen frustrierenden und erfolgreichen Entwicklern liegt nicht darin, keine Fehler zu machen, sondern darin, Fehlermeldungen lesen und verstehen zu können. Zelyra wurde so entworfen, dass möglichst viele Fehler bereits beim Kompilieren (zelyra check) abgefangen werden, bevor die Anwendung den ersten Nutzer erreicht.

3. Verständliche Erklärung

Wir unterscheiden vier Kategorien:

  1. Syntaxfehler (E-LEX-*, E-PARSE-*): Du hast die Grammatik der Sprache verletzt – wie ein Rechtschreibfehler in einem Diktat (z. B. eine geschlossene Klammer vergessen).
  2. Typfehler (E-TYPE-*): Die Grammatik stimmt, aber die Bedeutung passt nicht zusammen (z. B. Text zu einer Zahl addieren).
  3. Vertrags- und Berechtigungsfehler (E-CONTRACT-*, E-CAP-*): Eine vereinbarte Vorbedingung wurde verletzt oder eine Funktion versucht, ohne Erlaubnis auf das Dateisystem zuzugreifen.
  4. Logikfehler: Das Programm läuft fehlerfrei durch, tut aber nicht das, was du beabsichtigt hast (z. B. Rabatt addiert statt abgezogen).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Typischer Syntaxfehler (und wie man ihn liest) Wenn du in Zelyra eine Klammer vergisst:

// Syntaktisch korrekt:
fn korrekte_klammern() {
    print("Alle Klammern sind geschlossen.")
}

fn main() {
    korrekte_klammern()
}

Beispiel 2: Berechtigungsfehler (Capability-Prüfung) Versucht eine Funktion ohne deklarierte Rechte auf Systemressourcen zuzugreifen, stoppt Zelyra sofort:

fn lese_datei(pfad: String) -> String
    uses FileSystem
{
    return read_text(pfad)
}

fn main() {
    print("Dateizugriff sauber deklariert.")
}

Beispiel 3: Logikfehler durch Verträge entlarven

fn berechne_rabattpreis(original: Int, rabatt: Int) -> Int
    requires { original >= 0 && rabatt >= 0 && rabatt <= original }
    ensures { result <= original }
{
    return original - rabatt
}

fn main() {
    preis = berechne_rabattpreis(100, 20)
    print(preis)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Fehlermeldungen wegklicken, ohne die Zeilennummer zu beachten. Ursache: Zelyra gibt immer die exakte Zeile und Spalte des Fehlers an.
  • Fehler: Ein + zwischen Text und Zahl verwenden. Ursache: Zelyra erzwingt Typsicherheit. Formatiere Werte als String oder gib sie separat aus.

6. Merksätze

  1. Ein Compilerfehler ist kein Scheitern, sondern ein wertvoller Hinweis.
  2. Je früher ein Fehler gefunden wird (Compile-Zeit statt Laufzeit), desto sicherer ist die Software.
  3. Verträge (requires, ensures) verwandeln tückische Logikfehler in sofort sichtbare Vertragsbrüche.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Provoziere absichtlich einen Syntaxfehler (z. B. Semikolon oder Klammer weglassen) und beobachte die Meldung von zelyra check.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle eine Funktion mit einem Typfehler und korrigiere sie nach dem Compiler-Hinweis.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe eine Funktion zur Altersfreigabe mit Verträgen, die ungültige Alterseingaben (z. B. negative Werte) sofort abfangen.

8. Praxisaufgabe: Fehlertolerante Aufgabendauer-Berechnung

Schreibe eine Funktion für die Aufgabenverwaltung, die verhindert, dass negative Stunden erfasst werden:

fn erfasse_stunden(bisherige_stunden: Int, neue_stunden: Int) -> Int
    requires { bisherige_stunden >= 0 && neue_stunden >= 0 }
    ensures { result >= bisherige_stunden }
{
    return bisherige_stunden + neue_stunden
}

fn main() {
    gesamt = erfasse_stunden(5, 3)
    print(gesamt)
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra unterscheidet strikt zwischen Syntax-, Typ-, Berechtigungs- und Logikfehlern.
  • Durch statische Prüfung und Verträge werden die meisten Fehler vor dem Einsatz aufgedeckt.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Fehlermeldung (E-...) erzeugt ein vergessenes Schlüsselwort?
  2. Warum kann ein Programm trotz fehlerfreier Kompilierung falsch rechnen?
  3. Wie helfen Verträge beim Aufspüren logischer Denkfehler?

Kapitel 17: Fehler als Werte – Das Result-Muster

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was das Result-Muster ist und warum Zelyra keine unkontrollierten Exceptions (Ausnahmen) nutzt.
  • Die beiden Zustände: Ok(wert) für Erfolg und Err(meldung) für Fehler.
  • Wie du Ergebnisse mit match sicher zerlegst.
  • Warum Fehler als Werte deinen Code transparent und absturzsicher machen.

2. Warum ist das Thema wichtig?

In vielen älteren Sprachen (wie Java oder Python) wirft eine Funktion im Fehlerfall eine „Exception“. Wenn irgendwo im Code eine solche Ausnahme vergessen wird, stürzt die gesamte Webanwendung mit einem Serverfehler ab. In Zelyra gibt es keine unkontrollierten Abstürze: Wenn eine Operation fehlschlagen kann (z. B. Datei nicht gefunden oder ungültige ID), gibt sie zwingend ein Result<T, E> zurück. Der Compiler zwingt dich, beide Fälle zu behandeln.

3. Verständliche Erklärung

Stelle dir ein Postpaket vor:

  • Wenn der Zusteller das Paket erfolgreich abgibt, öffnest du es und findest den gewünschten Inhalt: Ok(inhalt).
  • Wenn die Adresse nicht existiert, kommt ein Rücksendebeleg mit Begründung: Err("Adresse unbekannt").

Ein Paket kann niemals „explodieren“ – du musst es einfach nur annehmen und nachsehen:

fn dividiere_sicher(a: Int, b: Int) -> Result<Int, String> {
    if b == 0 {
        return Err("Division durch 0 nicht erlaubt")
    }
    return Ok(a / b)
}

fn main() {
    print("Sichere Division definiert.")
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Eine Funktion mit Result definieren

fn pruefe_prioritaet(stufe: Int) -> Result<Int, String> {
    if stufe < 1 {
        return Err("Prioritaet zu niedrig (mindestens 1)")
    }
    if stufe > 3 {
        return Err("Prioritaet zu hoch (maximal 3)")
    }
    return Ok(stufe)
}

fn main() {
    res = pruefe_prioritaet(2)
    match res {
        Ok(stufe) => {
            print("Gueltige Prioritaet:")
            print(stufe)
        }
        Err(fehler) => {
            print(fehler)
        }
    }
}

Beispiel 2: Fehlerfall behandeln

fn hole_kontostand(pin: Int) -> Result<Int, String> {
    if pin != 1234 {
        return Err("Falsche PIN!")
    }
    return Ok(500)
}

fn main() {
    versuch = hole_kontostand(9999)
    match versuch {
        Ok(betrag) => {
            print(betrag)
        }
        Err(meldung) => {
            print("Abgewiesen: " + meldung)
        }
    }
}

Beispiel 3: Sichere Werteumwandlung

fn pruefe_titel_laenge(titel: String) -> Result<String, String> {
    if titel == "" {
        return Err("Aufgabentitel darf nicht leer sein.")
    }
    return Ok(titel)
}

fn main() {
    ergebnis = pruefe_titel_laenge("Projektbericht")
    match ergebnis {
        Ok(t) => {
            print("Gueltiger Titel: " + t)
        }
        Err(e) => {
            print("Fehler: " + e)
        }
    }
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Versuchen, direkt auf den inneren Wert zuzugreifen, ohne match zu verwenden. Ursache: Ein Result<T, E> ist eine Hülle. Du musst sie mit match öffnen.
  • Fehler: Einen der beiden Zweige (Ok oder Err) im match vergessen. Ursache: Zelyra verlangt vollständige Musterabdeckung.

6. Merksätze

  1. Result<T, E> macht Fehler zu regulären Rückgabewerten.
  2. Ok(v) repräsentiert Erfolg, Err(e) den begründeten Fehlschlag.
  3. Mit match müssen immer beide Ausgänge behandelt werden – das schützt vor Abstürzen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine Funktion pruefe_gerade(zahl: Int) -> Result<Int, String>, die Ok(zahl) liefert, wenn sie durch 2 teilbar ist, sonst Err("Ungerade").
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion validiere_benutzername(name: String) -> Result<String, String>, die leere Namen oder "admin" ablehnt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Implementiere eine Rechenfunktion mit Fehlerprüfung, die zwei Zahlen dividiert und das Ergebnis bei Erfolg verdoppelt zurückgibt.

8. Praxisaufgabe: Validierung beim Anlegen einer neuen Aufgabe

Erstelle eine sichere Validierungsfunktion für neue Aufgaben:

fn erstelle_aufgabe_geprueft(name: String, prioritaet: Int) -> Result<String, String> {
    if name == "" {
        return Err("Name darf nicht leer sein!")
    }
    if prioritaet < 1 {
        return Err("Prioritaet muss mindestens 1 sein!")
    }
    return Ok("Aufgabe [" + name + "] erfolgreich angelegt.")
}

fn main() {
    treffer1 = erstelle_aufgabe_geprueft("Dokumentation fertigstellen", 1)
    match treffer1 {
        Ok(msg) => {
            print(msg)
        }
        Err(err) => {
            print("Fehler: " + err)
        }
    }

    treffer2 = erstelle_aufgabe_geprueft("", 0)
    match treffer2 {
        Ok(msg) => {
            print(msg)
        }
        Err(err) => {
            print("Fehler: " + err)
        }
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Das Result-Muster ersetzt unkontrollierte Ausnahmen durch typisierte Werte.
  • Zelyra garantiert, dass kein Fehler unbehandelt im Programm übersehen wird.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wofür steht T und wofür steht E im Typ Result<T, E>?
  2. Warum führt ein unbehandelter Fehler in Zelyra nicht zum plötzlichen Programmabsturz?
  3. Wie verarbeitet man den Inhalt eines Result sicher?

Kapitel 18: Das Nichts existiert nicht – Der sichere Umgang mit Option

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Warum der Wert null in der Informatik als „Milliarden-Dollar-Fehler“ bezeichnet wird.
  • Wie Zelyra null vollständig eliminiert und durch den sicheren Typ Option<T> (Kurzform T?) ersetzt.
  • Wie man Werte mit Some(wert) verpackt und das Nichtvorhandensein mit None signalisiert.
  • Wie Standard-Listenoperationen wie first und last den Typ Option nutzen.

2. Warum ist das Thema wichtig?

In Sprachen wie JavaScript, Java, PHP oder C existiert null. Wenn ein Programm versucht, eine Methode auf einem null-Wert aufzurufen, stürzt es augenblicklich mit einer gefürchteten NullPointerException oder Cannot read properties of null ab. Zelyra besitzt schlicht kein null. Jeder Wert ist garantiert vorhanden. Wenn etwas fehlen kann, muss es ausdrücklich als Option deklariert werden.

3. Verständliche Erklärung

Stell dir eine Schachtel vor:

  • Die Schachtel ist entweder mit einem Geschenk gefüllt: Some("Smartphone").
  • Oder die Schachtel ist leer: None.

Du kannst nicht versehentlich in ein „Nichts“ greifen, weil du die Schachtel erst mit match öffnen musst:

fn finde_aufgabe_nach_id(id: Int) -> Option<String> {
    if id == 42 {
        return Some("Server aufsetzen")
    }
    return None
}

fn main() {
    print("Aufgabensuche definiert.")
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Option erzeugen und auswerten

fn main() {
    treffer: Option<String> = Some("Zelyra 0.1 Handbuch")
    match treffer {
        Some(titel) => {
            print("Gefunden: " + titel)
        }
        None => {
            print("Kein Treffer vorhanden")
        }
    }
}

Beispiel 2: first() und last() auf Listen Greifst du auf eine leere Liste zu, stürzt Zelyra nicht ab – es liefert None:

fn main() {
    meine_liste: Int[] = [100, 200, 300]
    erstes_element = first(meine_liste)
    match erstes_element {
        Some(wert) => {
            print("Erster Wert:")
            print(wert)
        }
        None => {
            print("Die Liste ist leer!")
        }
    }
}

Beispiel 3: Standardwert bereitstellen mit Option

fn aufgabe_titel_oder_standard(opt_titel: Option<String>) -> String {
    match opt_titel {
        Some(t) => {
            return t
        }
        None => {
            return "Ohne Titel"
        }
    }
}

fn main() {
    print(aufgabe_titel_oder_standard(Some("Wichtiges Meeting")))
    print(aufgabe_titel_oder_standard(None))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Denken, ein Option<String> sei direkt ein String. Ursache: Eine Schachtel ist nicht das Geschenk. Erst mit match entpackst du den Inhalt.
  • Fehler: Versuchen, None einer normalen String-Variable zuzuweisen. Ursache: Reguläre Variablen sind garantiert niemals leer.

6. Merksätze

  1. In Zelyra gibt es kein null und keinen NullPointerException-Absturz.
  2. Wenn ein Wert fehlen kann, heißt der Typ Option<T> oder T?.
  3. Some(x) verpackt den Wert, None signalisiert das Fehlen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine Funktion finde_partner(name: String) -> Option<String>, die bei "Romeo" Some("Julia") liefert, sonst None.
  • Stufe 2 (Mittel): Untersuche das letzte Element eines Zahlen-Arrays mit last() und gib seinen Wert oder eine Warnung aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe eine Suchfunktion, die eine Liste von Aufgaben-IDs durchsucht und die Position (Index) als Option<Int> zurückgibt.

8. Praxisaufgabe: Aufgabendetails sicher abfragen

Implementiere die Nachschlagefunktion für unsere Aufgabenverwaltung:

fn suche_aufgabe_beschreibung(id: Int) -> Option<String> {
    if id == 1 {
        return Some("Datenbankschema fuer Zelyra anlegen")
    }
    if id == 2 {
        return Some("Weboberflaeche gestalten")
    }
    return None
}

fn main() {
    suche1 = suche_aufgabe_beschreibung(1)
    match suche1 {
        Some(text) => {
            print("Aufgabe 1: " + text)
        }
        None => {
            print("Aufgabe 1 nicht gefunden!")
        }
    }

    suche99 = suche_aufgabe_beschreibung(99)
    match suche99 {
        Some(text) => {
            print("Aufgabe 99: " + text)
        }
        None => {
            print("Aufgabe 99 nicht gefunden!")
        }
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Option<T> schützt deine Anwendung vor den verheerenden Folgen unvorhergesehener Leerwerte.
  • Zelyra garantiert zur Compile-Zeit, dass jeder mögliche None-Fall behandelt wird.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Warum gibt es in Zelyra kein null?
  2. Was ist der Unterschied zwischen String und Option<String>?
  3. Welche zwei Muster werden in einem match über eine Option immer abgefragt?

Kapitel 19: Tests und Qualitätssicherung

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Warum automatisierte Prüfungen das Rückgrat moderner, langlebiger Software sind.
  • Wie Zelyras Verifikations-Befehl zelyra verify Verträge formal analysiert.
  • Wie man eigene Test- und Prüffunktionen strukturiert.
  • Was die Philosophie von Test-Driven Development (TDD) bedeutet.
  • Der Ausblick auf das zukünftige integrierte Testmodul.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Manuelle Tests (Klicken im Browser oder wiederholtes manuelles Aufrufen) sind mühsam, fehleranfällig und unvollständig. Sobald eine Software komplexer wird, führt jede kleine Änderung an einer Stelle unweigerlich zu neuen Fehlern an einer anderen Stelle („Regressionen“). Automatisierte Tests stellen sicher, dass alle bereits gebauten Funktionen auch nach Wochen und Monaten noch exakt wie vereinbart arbeiten.

3. Verständliche Erklärung

Testen in Zelyra stützt sich auf zwei kraftvolle Säulen:

  1. Formale Vertragsverifikation mit zelyra verify: Der Compiler prüft, ob die Vor- und Nachbedingungen (requires, ensures) deiner Funktionen mathematisch und logisch haltbar sind.
  2. Prüffunktionen mit Erwartungsabgleich: Du schreibst kleine Prüffunktionen, die bestimmte Eingaben in deine Funktionen schicken und das tatsächliche Ergebnis mit dem erwarteten Ergebnis vergleichen.

Hinweis zur Roadmap: Das integrierte CLI-Testframework zelyra test befindet sich laut Roadmap in Phase 11/12. In Zelyra 0.1 erfolgt die Qualitätssicherung über zelyra check, zelyra verify sowie gezielte Test-Hauptroutinen. // [Platzhalter: Zelyra Test Framework - in 0.1 ueber verify und Test-Runner realisiert; siehe Roadmap Phase 11]

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Eine einfache Assert-Prüffunktion

fn pruefe(test_name: String, bedingung: Bool) {
    if bedingung {
        print("[PASS] " + test_name)
    } else {
        print("[FAIL] " + test_name)
    }
}

fn verdopple(x: Int) -> Int {
    return x * 2
}

fn main() {
    pruefe("Verdopple 5 ergibt 10", verdopple(5) == 10)
    pruefe("Verdopple 0 ergibt 0", verdopple(0) == 0)
}

Beispiel 2: Testen von Option-Rückgaben

fn ist_volljaehrig(alter: Int) -> Option<Bool> {
    if alter < 0 {
        return None
    }
    return Some(alter >= 18)
}

fn main() {
    test1 = ist_volljaehrig(20)
    match test1 {
        Some(ok) => {
            if ok {
                print("[PASS] 20 Jahre ist volljaehrig")
            } else {
                print("[FAIL] Unerwarteter Zustand")
            }
        }
        None => {
            print("[FAIL] Alter ungueltig")
        }
    }
}

Beispiel 3: Verifikation mit Verträgen absichern

fn berechne_ueberstunden(stunden: Int, regelarbeitszeit: Int) -> Int
    requires { stunden >= 0 && regelarbeitszeit >= 0 }
    ensures { result >= 0 }
{
    if stunden > regelarbeitszeit {
        return stunden - regelarbeitszeit
    }
    return 0
}

fn main() {
    print(berechne_ueberstunden(45, 40))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Nur den „Gut-Fall“ testen und Randfälle (Grenzwerte, 0, leere Listen) ignorieren. Ursache: Die meisten Fehler treten an den Grenzen des Definitionsbereichs auf.
  • Fehler: Tests nach einer Code-Änderung nicht erneut ausführen. Ursache: Gewöhne dir an, zelyra check und deinen Test-Runner nach jeder Anpassung zu starten.

6. Merksätze

  1. Ungesteter Code ist kaputter Code, von dem du es nur noch nicht weißt.
  2. zelyra verify prüft Funktionsverträge direkt auf Sprachebene.
  3. Schreibe Tests, die Randbedingungen und Fehlerpfade gezielt herausfordern.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe drei Testfälle für eine Funktion addiere(a: Int, b: Int) -> Int.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe Testfälle für die Option-Suchfunktion aus Kapitel 18.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Implementiere eine vollständige Test-Suite für eine Funktion, die prüft, ob ein Aufgabentitel den Qualitätsregeln entspricht (nicht leer, keine Sonderzeichen).

8. Praxisaufgabe: Test-Runner für die Aufgaben-Geschäftslogik

Baue eine kleine Test-Suite für die Kernlogik der Aufgabenverwaltung:

fn test_fall(beschreibung: String, ok: Bool) {
    if ok {
        print("OK: " + beschreibung)
    } else {
        print("FEHLER: " + beschreibung)
    }
}

fn filter_prioritaet(p: Int) -> Bool {
    return p == 1
}

fn main() {
    print("Starte Test-Suite: Aufgabenlogik")
    test_fall("Prioritaet 1 wird gefiltert", filter_prioritaet(1) == true)
    test_fall("Prioritaet 2 wird ignoriert", filter_prioritaet(2) == false)
    print("Test-Suite abgeschlossen.")
}

9. Zusammenfassung

  • Automatisierte Prüfungen sichern langfristige Softwarequalität.
  • zelyra verify und assertionsbasierte Prüffunktionen sichern Geschäftsregeln zuverlässig ab.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Was versteht man unter einer „Regression“ in der Softwareentwicklung?
  2. Welche Aufgabe übernimmt der CLI-Befehl zelyra verify?
  3. Warum sind Grenzwerte (z. B. 0 oder maximale Kapazität) besonders testrelevant?

TEIL V – PRAKTISCHE DATENVERARBEITUNG


Kapitel 20: Arbeiten mit Dateien

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Wie du mit Zelyra Textdateien erstellst, liest, auflistest und löschst.
  • Warum Dateizugriffe in Zelyra zwingend die Fähigkeit (Capability) uses FileSystem verlangen.
  • Die wichtigsten Bibliotheksfunktionen: read_text, write_text, delete_file, list_dir.
  • Wie du Aufgabenlisten persistent als Datei auf der Festplatte speicherst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Variablen im Arbeitsspeicher gehen verloren, sobald ein Programm beendet wird oder der Rechner neu startet. Um Daten dauerhaft zu sichern – z. B. Exporte, Konfigurationsdateien oder Protokolle –, müssen sie auf die Festplatte geschrieben werden. Gleichzeitig stellen Dateizugriffe ein Sicherheitsrisiko dar. Zelyra schützt das System, indem Funktionen ihre Zugriffsrechte explizit deklarieren müssen.

3. Verständliche Erklärung

Stell dir das Dateisystem wie ein Archiv vor:

  • Wenn du eine Akte ablegen willst, schreibst du Text hinein (write_text).
  • Wenn du nachsehen willst, liest du die Akte (read_text).
  • Du darfst das Archiv aber nur betreten, wenn du den Archivschlüssel besitzt: uses FileSystem.
fn speichere_notiz(pfad: String, inhalt: String)
    uses FileSystem
{
    write_text(pfad, inhalt)
}

fn main() uses FileSystem {
    speichere_notiz("notiz.txt", "Einkaufsliste: Milch, Brot")
    print("Notiz gespeichert.")
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Text schreiben und lesen

fn datei_workflow() uses FileSystem {
    pfad = "aufgaben_export.txt"
    write_text(pfad, "Aufgabe 1: Zelyra lernen")
    text = read_text(pfad)
    print("Gelesener Inhalt: " + text)
}

fn main() uses FileSystem {
    datei_workflow()
}

Beispiel 2: Datei aufräumen mit delete_file

fn aufraeumen(pfad: String) uses FileSystem {
    delete_file(pfad)
    print("Datei geloescht.")
}

fn main() uses FileSystem {
    write_text("temp.txt", "Kurzlebig")
    aufraeumen("temp.txt")
}

Beispiel 3: Verzeichnisinhalte auflisten

fn zeige_dateien(ordner: String) uses FileSystem {
    dateien = list_dir(ordner)
    for datei in dateien {
        print("Gefundene Datei: " + datei)
    }
}

fn main() uses FileSystem {
    zeige_dateien(".")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Aufruf von read_text oder write_text ohne Deklaration von uses FileSystem. Ursache: Zelyras Sicherheitssystem (E-CAP-001) verhindert jeden unberechtigten Zugriff auf die Festplatte.
  • Fehler: Vergessen, dass auch main() die Berechtigung deklarieren muss, wenn sie aufrufende Funktionen ausführt. Ursache: Berechtigungen vererben sich entlang der Aufruf-Kette nach oben.

6. Merksätze

  1. Jede Funktion, die Dateien berührt, muss uses FileSystem deklarieren.
  2. write_text legt Dateien an oder überschreibt sie vollständig.
  3. read_text liefert den gesamten Dateiinhalt als String.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe ein Programm, das eine Begrüßungsnachricht in hallo.txt schreibt.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion, die prüft, ob eine exportierte Datei existiert und deren Inhalt ausgibt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Implementiere eine einfache Log-Funktion, die Statusmeldungen zeilenweise aneinanderhängt und sichert.

8. Praxisaufgabe: Aufgabenliste in eine Textdatei exportieren

Speichere die offenen Aufgaben unserer Anwendung als Datei:

fn exportiere_aufgaben(pfad: String) uses FileSystem {
    inhalt = "[ ] Dokumentation fertigstellen\n[OK] Zelyra-Compiler installieren\n[ ] Backup konfigurieren"
    write_text(pfad, inhalt)
    print("Aufgaben erfolgreich nach " + pfad + " exportiert.")
}

fn main() uses FileSystem {
    exportiere_aufgaben("aufgaben_heute.txt")
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra bietet schlanke, sichere Funktionen für Datei-Ein-/Ausgabe.
  • Das Capability-System verhindert verdeckte Spionage oder Datenmanipulation.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Fähigkeit muss eine Funktion anfordern, um write_text aufzurufen?
  2. Warum verlangt Zelyra uses FileSystem auch für main()?
  3. Welche Funktion liefert eine Liste aller Dateinamen in einem Ordner?

Kapitel 21: Datum, Uhrzeit, Zufall und strukturierte Daten

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du mit now() den aktuellen Zeitstempel abfragst (uses Clock).
  • Wie Zufallswerte mit random_int(min, max) erzeugt werden (uses Random).
  • Wie Datenstrukturen mit json_encode in universelles JSON umgewandelt werden.
  • Wie JSON-Text mit json_decode<T> wieder typisiert zurückgewandelt wird.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Praktisch jede reale Software benötigt Zeitangaben: Wann wurde eine Aufgabe erstellt? Wann ist die Frist abgelaufen? Auch strukturierte Datenformate wie JSON sind im Internet Standard – von REST-APIs bis hin zu Speicherständen. Zelyra integriert Zeit, Zufall und JSON nahtlos und typgeprüft.

3. Verständliche Erklärung

  • Zeitstempel: now() liefert die exakte aktuelle Systemzeit als Timestamp. Dafür benötigt deine Funktion die Erlaubnis uses Clock.
  • Zufallszahlen: random_int(1, 10) liefert eine unvorhersehbare Zahl zwischen 1 und 10 (uses Random).
  • JSON: JSON ist ein einfaches Textformat, das Menschen und Computer gleichermaßen lesen können. Mit json_encode machst du aus einem Zelyra-Array einen Textstring, den du übers Netzwerk verschicken kannst.
fn zeige_zeit() uses Clock {
    jetzt = now()
    print("Aktuelle Systemzeit erfasst")
}

fn main() uses Clock {
    zeige_zeit()
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Fristen und Zeitmessung mit Clock

fn protokolliere_erstellung(aufgabe: String) uses Clock {
    erstellt_um = now()
    print("Aufgabe angelegt: " + aufgabe)
}

fn main() uses Clock {
    protokolliere_erstellung("Server patchen")
}

Beispiel 2: Zufällige Ticket-Nummern erzeugen

fn generiere_ticket_nummer() -> Int uses Random {
    return random_int(1000, 9999)
}

fn main() uses Random {
    ticket = generiere_ticket_nummer()
    print("Dein Ticket-Code:")
    print(ticket)
}

Beispiel 3: Daten als JSON exportieren

fn exportiere_ids_als_json(ids: Int[]) -> String {
    return json_encode(ids)
}

fn main() {
    ids: Int[] = [101, 102, 103]
    json_text = exportiere_ids_als_json(ids)
    print("JSON-Ausgabe: " + json_text)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: now() aufrufen, ohne uses Clock im Funktionskopf zu deklarieren. Ursache: Zeitabfragen sind nicht-deterministisch und erfordern in Zelyra eine Berechtigung.
  • Fehler: Ungültigen JSON-Text in json_decode übergeben. Ursache: Zelyra prüft JSON strikt; fehlerhaftes JSON führt zu einem Result-Fehler oder Laufzeitfehler.

6. Merksätze

  1. now() liefert die aktuelle Zeit und erfordert uses Clock.
  2. random_int erzeugt Zufallszahlen und verlangt uses Random.
  3. json_encode wandelt Zelyra-Datenstrukturen in standardisierten JSON-Text um.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erzeuge eine Zufallszahl zwischen 1 und 6 (Würfel) und gib sie aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion, die ein Array von Status-Codes in JSON umwandelt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Kombiniere uses Clock und uses FileSystem, um einen Zeitstempel in eine Datei log.txt zu schreiben.

8. Praxisaufgabe: Aufgaben-Snapshot als JSON sichern

Erstelle einen JSON-Snapshot der Aufgaben-IDs und sichere ihn als Datei:

fn sichere_snapshot(dateiname: String, ids: Int[])
    uses Clock, FileSystem
{
    json_daten = json_encode(ids)
    write_text(dateiname, json_daten)
    print("Snapshot erfolgreich gesichert.")
}

fn main() uses Clock, FileSystem {
    aktuelle_ids: Int[] = [1, 2, 5, 8]
    sichere_snapshot("aufgaben_snapshot.json", aktuelle_ids)
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra bietet integrierte, typsichere Unterstützung für Zeitstempel, Zufall und JSON.
  • Berechtigungen (Clock, Random) sorgen für vollständige Nachvollziehbarkeit.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Capability benötigt eine Funktion, die now() aufruft?
  2. Warum verlangt Zelyra für Zufallszahlen die Berechtigung uses Random?
  3. In welches Format wandelt json_encode Zelyra-Objekte um?

Kapitel 22: Nebenläufigkeit und Hintergrundaufgaben

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was Nebenläufigkeit bedeutet und wann Aufgaben parallel ausgeführt werden sollten.
  • Wie Zelyras parallel-Block funktioniert: parallel { a = await ...; b = await ... }.
  • Warum Zelyra unkontrollierte Threads oder „Callback-Hölle“ vermeidet.
  • Wie deterministische Nebenläufigkeit deine Anwendung schnell und sicher hält.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Moderne Computer und Server besitzen viele Rechenkerne. Wenn ein Programm drei unabhängige Berichte erstellen oder zwei APIs im Netzwerk abfragen muss, wäre es reine Zeitverschwendung, brav nacheinander zu warten. Führt man die Abfragen gleichzeitig aus, ist das Programm doppelt oder dreifach so schnell. In vielen Sprachen führt Nebenläufigkeit jedoch zu gefürchteten Fehlern („Race Conditions“). Zelyra verhindert diese Risiken durch einen strukturierten, sicheren Ansatz.

3. Verständliche Erklärung

Stell dir ein Restaurant vor:

  • Wenn der Koch erst das Steak brät, danach die Pommes frittiert und danach den Salat wäscht, wird das Essen kalt.
  • Ein guter Küchenchef startet alle drei Schritte parallel und wartet, bis alle drei Schüsseln bereitstehen.

In Zelyra nutzt du dafür den parallel-Block mit await:

fn berechne_teil_1() -> Int {
    return 40
}

fn berechne_teil_2() -> Int {
    return 60
}

fn main() {
    parallel {
        ergebnis_1 = await berechne_teil_1()
        ergebnis_2 = await berechne_teil_2()
    }
    print("Beide Teilaufgaben parallel abgeschlossen.")
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Parallele Teilberechnungen

fn berechne_statistiken() -> String {
    return "Statistiken berechnet"
}

fn lade_archiv() -> String {
    return "Archiv geladen"
}

fn main() {
    parallel {
        stats = await berechne_statistiken()
        archiv = await lade_archiv()
    }
    print("Paralleles Laden erfolgreich.")
}

Beispiel 2: Unabhängige Datenbeschaffung

fn summe_a() -> Int {
    return 100
}

fn summe_b() -> Int {
    return 250
}

fn main() {
    parallel {
        wert_a = await summe_a()
        wert_b = await summe_b()
    }
    print("Summen ermittelt.")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Versuchen, await außerhalb eines parallel-Blocks zu nutzen. Ursache: Zelyra erlaubt await ausschließlich innerhalb von parallel { ... }.
  • Fehler: Beliebige Anweisungen im parallel-Block platzieren. Ursache: Ein parallel-Block darf ausschließlich Zuweisungen der Form name = await ausdruck enthalten.

6. Merksätze

  1. parallel { ... } führt unabhängige Operationen gleichzeitig aus.
  2. Jede Zeile im parallel-Block folgt dem Muster variable = await aufruf().
  3. Strukturierte Nebenläufigkeit verhindert Deadlocks und unkontrollierte Hintergrundprozesse.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Definiere zwei einfache Berechnungsfunktionen und führe sie parallel aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle zwei Funktionen, die jeweils eine Zeichenkette erzeugen, und führe beide im parallel-Block aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Simuliere das parallele Prüfen von zwei Bedingungen vor dem Start eines Projekts.

8. Praxisaufgabe: Paralleles Laden von Aufgaben und Benutzerdaten

Beschleunige den Systemstart unserer Aufgabenverwaltung:

fn lade_benutzerprofil() -> String {
    return "Profil: Entwickler"
}

fn lade_aufgabenliste() -> String {
    return "5 Aufgaben geladen"
}

fn main() {
    print("Starte parallelen Abruf...")
    parallel {
        profil = await lade_benutzerprofil()
        aufgaben = await lade_aufgabenliste()
    }
    print("Dashboard bereit.")
}

9. Zusammenfassung

  • Nebenläufigkeit in Zelyra ist strukturiert, deterministisch und sicher vor Race Conditions.
  • Der parallel-Block bündelt asynchrone Berechnungen sauber an einer Stelle.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wo darf das Schlüsselwort await in Zelyra verwendet werden?
  2. Welchem Format müssen die Anweisungen innerhalb eines parallel-Blocks folgen?
  3. Welcher Vorteil ergibt sich aus parallelen Abrufen gegenüber sequenzieller Abarbeitung?

TEIL VI – DATENBANKEN MIT ZELYRA


Kapitel 23: Warum Zelyra die Datenbank direkt versteht

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Warum die Verbindung zwischen Programmiersprache und relationaler Datenbank traditionell oft fehleranfällig ist.
  • Was das Problem der „ORM-Kluft“ (Object-Relational Impedance Mismatch) ist.
  • Wie Zelyra Datenbanken als Bürger erster Klasse (First-Class Citizen) in die Sprache integriert.
  • Wie Zelyra SQL-Befehle bereits zur Compile-Zeit auf syntaktische und typbezogene Korrektheit prüft.

2. Warum ist das Thema wichtig?

In fast allen gängigen Web-Frameworks (PHP/Laravel, Python/Django, Node/TypeORM) existiert eine unsaubere Trennung: Entwickler schreiben SQL-Strings oder nutzen komplexe Abstraktionsschichten (ORMs). Tippfehler in Spaltennamen wie user.emaiil werden oft erst bemerkt, wenn ein Nutzer im laufenden Betrieb einen Fehler 500 erhält. Zelyra beendet dieses Risiko: Wenn eine SQL-Abfrage nicht zum definierten Tabellenschema passt, verweigert der Compiler den Build sofort.

3. Verständliche Erklärung

In Zelyra definierst du deine Datenbank-Konfiguration direkt im Quelltext mit dem Schlüsselwort database:

database main {
    engine: mariadb
    database: "aufgaben_db"
}

fn main() {
    print("Datenbank-Konfiguration initialisiert.")
}

Wenn du Daten aus der Datenbank abfragst, schreibst du echtes SQL – aber der Compiler weiß genau, welche Spalten existieren:

  • Schreibt man SELECT id, beschreibung FROM tasks, ist das gültig.
  • Schreibt man SELECT gibts_nicht FROM tasks, meldet Zelyra schon beim Prüfen: unknown column gibts_nicht.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Datenbank und Tabelle deklarieren

database main {
    engine: mariadb
    database: "test_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    beschreibung: String(255) required
}

fn main() {
    print("Datenbank und Tabelle geprueft.")
}

Beispiel 2: SQL-Prüfung zur Compile-Zeit

database main {
    engine: mariadb
    database: "test_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    beschreibung: String(255) required
}

fn zeige_aufgaben() uses Database {
    daten = sql<Task[]> {
        SELECT id, beschreibung
        FROM tasks
    }
    print("SQL typgeprueft.")
}

fn main() uses Database {
    zeige_aufgaben()
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: SQL-Abfragen ohne Deklaration von uses Database in der Funktion ausführen. Ursache: Zelyras Capability-System schützt vor unerlaubten Datenbankzugriffen.
  • Fehler: Den Datenbankblock database main vergessen. Ursache: Ohne Ziel-Engine kann Zelyra das SQL-Schema nicht verifizieren.

6. Merksätze

  1. Zelyra schließt die Kluft zwischen Code und Datenbank.
  2. SQL-Abfragen werden zur Compile-Zeit typgeprüft.
  3. Datenbankzugriffe erfordern zwingend uses Database.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle einen database-Block für SQLite oder MariaDB.
  • Stufe 2 (Mittel): Modelliere eine Tabelle benutzer und schreibe eine SQL-Abfrage, die alle Benutzer selektiert.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Provoziere absichtlich einen Tippfehler in einem SQL-Spaltennamen und beobachte, wie Zelyra den Fehler exakt meldet.

8. Praxisaufgabe: Die Datenbank der Aufgabenverwaltung anbinden

Erstelle das Fundament unserer Aufgabenverwaltung:

database main {
    engine: mariadb
    database: "zelyra_tasks"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    erledigt: Bool
}

fn status_bericht() uses Database {
    liste = sql<Task[]> {
        SELECT id, name, erledigt
        FROM tasks
    }
    print("Datenbank fuer Aufgabenverwaltung einsatzbereit.")
}

fn main() uses Database {
    status_bericht()
}

9. Zusammenfassung

  • Datenbanken und Schemas sind in Zelyra integraler Bestandteil der Sprache.
  • Tippfehler in SQL werden bereits zur Entwicklungszeit verhindert.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welches Problem lösen Zelyras typgeprüfte SQL-Blöcke gegenüber gewöhnlichen SQL-Strings?
  2. Welche Fähigkeit muss eine Funktion deklarieren, die sql ausführt?
  3. Wie leitet Zelyra den Typ Aufgabe aus der Tabelle aufgaben ab?

Kapitel 24: Tabellen definieren und Daten modellieren

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie relationale Tabellen mit table deklariert werden.
  • Die Syntax für Primärschlüssel: id: Id primary auto.
  • Wie Spalteneigenschaften definiert werden: required, Längenbegrenzung String(100), Standardwerte.
  • Wie Beziehungen zwischen Tabellen modelliert werden.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Das Datenmodell ist das Fundament jeder Anwendung. Wenn das Schema unsauber entworfen ist, schleppt man Datenmüll und Performanceprobleme über Jahre mit sich herum. Zelyra erzwingt von Anfang an klare Pflichtfelder, Typen und Integrität.

3. Verständliche Erklärung

Eine Tabelle (table) ist wie ein Aktenordner für gleichartige Datenblätter:

  • Jedes Datenblatt hat eine eindeutige laufende Nummer: id: Id primary auto.
  • Bestimmte Angaben dürfen niemals fehlen: required.
  • Für Texte kannst du Längenbegrenzungen angeben: String(100).
table kategorien {
    id: Id primary auto
    bezeichnung: String(50) required
}

Aus der Tabellendefinition table kategorien generiert Zelyra automatisch den Datentyp Kategorie mit den exakten Feldern.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Einfache Tabelle mit Pflichtfeldern

database main {
    engine: mariadb
    database: "app_db"
}

table projekte {
    id: Id primary auto
    name: String(80) required
    aktiv: Bool
}

fn main() {
    print("Tabelle projekte deklariert.")
}

Beispiel 2: Tabelle mit Datums- und Zahlenfeldern

database main {
    engine: mariadb
    database: "app_db"
}

table zeiterfassungen {
    id: Id primary auto
    stunden: Float
    erfasst_am: Timestamp
}

fn main() {
    print("Tabelle zeiterfassungen deklariert.")
}

Beispiel 3: Verknüpfung zweier Tabellen über IDs

database main {
    engine: mariadb
    database: "app_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    beschreibung: String(200) required
    projekt_id: Id
}

fn main() {
    print("Beziehung aufgaben -> projekt_id angelegt.")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein Pflichtfeld beim Anlegen weglassen. Ursache: Felder mit required müssen in jedem Datensatz gültige Werte besitzen.
  • Fehler: Reservierte Wörter wie action, field, title als Spaltennamen wählen. Ursache: Diese Bezeichner sind für Zelyra-Sprachkonstrukte reserviert.

6. Merksätze

  1. Jede Tabelle benötigt einen Primärschlüssel id: Id primary auto.
  2. Das Attribut required verbietet leere Einträge auf Datenbank- und Sprachebene.
  3. Der Singularname der Tabelle (z. B. Aufgabe für aufgaben) wird zum automatischen Datentyp.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Definiere eine Tabelle etiketten mit einem Pflichtfeld name: String(30) required.
  • Stufe 2 (Mittel): Ergänze eine Tabelle kunden um email: Email und telefon: String(30).
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Modelliere eine Tabelle kommentare, die per aufgabe_id: Id mit einer Aufgabe verknüpft ist und einen erstellt_am: Timestamp besitzt.

8. Praxisaufgabe: Vollständiges Schema für die Aufgabenverwaltung

Erstelle das produktive Datenmodell unserer Aufgabenverwaltung:

database main {
    engine: mariadb
    database: "zelyra_tasks"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(120) required
    beschreibung: String(500)
    prioritaet: Int
    ist_erledigt: Bool
}

fn main() {
    print("Vollstaendiges Aufgaben-Schema aktiv.")
}

9. Zusammenfassung

  • table definiert Struktur, Typen und Beschränkungen der Daten.
  • Zelyra sorgt dafür, dass Datenbank-Struktur und Code-Typen immer synchron bleiben.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wozu dient die Kennzeichnung auto beim Primärschlüssel?
  2. Was bewirkt das Schlüsselwort required an einer Tabellenspalte?
  3. Welcher Typname entsteht automatisch aus der Tabelle projekte?

Kapitel 25: Daten abfragen und verändern

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du mit sql<T[]> Datensätze sicher aus der Datenbank liest.
  • Wie SQL-Injection durch parametrisierte Abfragen (:param) unmöglich gemacht wird.
  • Wie man Datensätze mit INSERT, UPDATE und DELETE verändert.
  • Warum Änderungen in transaction { ... }-Blöcken zusammengefasst werden.
  • Die CLI-Migrationswerkzeuge (zelyra db setup, zelyra db apply).

2. Warum ist das Thema wichtig?

SQL-Injection gehört seit über 20 Jahren zu den gefährlichsten Sicherheitslücken im Web: Ein Angreifer gibt in ein Suchfeld manipulierten Text ein und liest fremde Passwörter aus oder löscht Tabellen. Zelyra schützt deine Software konstruktiv: Parameter in SQL-Blöcken werden mit Doppelpunkt (:name) gebunden und von der Engine immer sicher escaped. Gleichzeitig sichern Transaktionen ab, dass bei Fehlern keine halben Buchungen stehenbleiben.

3. Verständliche Erklärung

  • Lesen mit sql<T[]>:
    database main {
        engine: mariadb
        database: "tasks_db"
    }
    table tasks {
        id: Id primary auto
        name: String required
        ist_erledigt: Bool
    }
    fn lade(filter_wert: Bool) uses Database {
        meine_tasks = sql<Task[]> {
            SELECT id, name, ist_erledigt
            FROM tasks
            WHERE ist_erledigt = :filter_wert
        }
        print("Tasks geladen")
    }
    fn main() uses Database { lade(false) }
    
  • Schreiben in einer Transaktion:
    database main {
        engine: mariadb
        database: "tasks_db"
    }
    table tasks {
        id: Id primary auto
        name: String required
        ist_erledigt: Bool
    }
    fn anlegen(neuer_name: String) uses Database {
        fertig_flag = false
        transaction {
            sql {
                INSERT INTO tasks (name, ist_erledigt)
                VALUES (:neuer_name, :fertig_flag)
            }
        }
    }
    fn main() uses Database { anlegen("Test") }
    
    Sollte während der Transaktion etwas schiefgehen, macht die Datenbank alle Änderungen ungeschehen (Rollback).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Einen neuen Datensatz einfügen

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    fertig: Bool
}

fn fuege_aufgabe_ein(text: String) uses Database {
    fertig_status = false
    transaction {
        sql {
            INSERT INTO tasks (name, fertig)
            VALUES (:text, :fertig_status)
        }
    }
    print("Aufgabe gespeichert.")
}

fn main() uses Database {
    fuege_aufgabe_ein("E-Mail beantworten")
}

Beispiel 2: Datensätze typisiert abfragen

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    fertig: Bool
}

fn lade_alle() uses Database {
    liste = sql<Task[]> {
        SELECT id, name, fertig
        FROM tasks
    }
    print("Aufgabenliste geladen.")
}

fn main() uses Database {
    lade_alle()
}

Beispiel 3: Datensatz aktualisieren

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    fertig: Bool
}

fn markiere_als_fertig(aufgabe_id: Int) uses Database {
    transaction {
        sql {
            UPDATE tasks
            SET fertig = true
            WHERE id = :aufgabe_id
        }
    }
    print("Status aktualisiert.")
}

fn main() uses Database {
    markiere_als_fertig(1)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Werte mit String-Verkettung in SQL einfügen wollen ("WHERE id = " + id). Ursache: In Zelyra gibt es keine String-Zusammenstückelung in SQL. Nutze immer Parameter mit Doppelpunkt (:id).
  • Fehler: Vergessen, dass Änderungen in transaction { ... } gekapselt sein müssen. Ursache: Zelyra verlangt für Schreiboperationen klare Transaktionsgrenzen.

6. Merksätze

  1. Binde Eingabewerte in SQL stets mit :parameter – das schützt vor SQL-Injection.
  2. Schreibende Operationen gehören in transaction { ... }.
  3. Mit zelyra db apply wird das definierte Schema auf die Datenbank übertragen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Schreibe eine SQL-Abfrage, die alle unfertigen Aufgaben (fertig = false) selektiert.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion zum Löschen einer Aufgabe anhand ihrer ID (DELETE FROM tasks WHERE id = :id).
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Implementiere eine Funktion, die innerhalb einer einzigen Transaktion eine alte Aufgabe archiviert und eine neue Nachfolge-Aufgabe anlegt.

8. Praxisaufgabe: Vollständige Datenbank-Operationen der Aufgabenverwaltung

Schreibe den Datenzugriff für unsere Aufgabenverwaltung:

database main {
    engine: mariadb
    database: "zelyra_tasks"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    ist_erledigt: Bool
}

fn aufgabe_anlegen(aufgabe_name: String) uses Database {
    status_initial = false
    transaction {
        sql {
            INSERT INTO tasks (name, ist_erledigt)
            VALUES (:aufgabe_name, :status_initial)
        }
    }
    print("Aufgabe angelegt.")
}

fn aufgabe_abschliessen(ziel_id: Int) uses Database {
    transaction {
        sql {
            UPDATE tasks
            SET ist_erledigt = true
            WHERE id = :ziel_id
        }
    }
    print("Aufgabe abgeschlossen.")
}

fn main() uses Database {
    aufgabe_anlegen("Erstes Zelyra Projekt starten")
    aufgabe_abschliessen(1)
}

9. Zusammenfassung

  • SQL in Zelyra ist nativ, typsicher und automatisch vor Angriffen geschützt.
  • transaction schützt die Datenbankkonsistenz bei allen Änderungen.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wie schützt Zelyra vor bösartigen SQL-Injection-Angriffen?
  2. Warum müssen schreibende SQL-Befehle in einem transaction-Block stehen?
  3. Welcher CLI-Befehl richtet die Datenbanktabellen anhand des Codes ein?

TEIL VII – WEBANWENDUNGEN UND FORMULARE


Kapitel 26: Webseiten ausgeben

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Wie du mit page blitzschnell Webseiten und Routen erstellst.
  • Wie URL-Parameter (z. B. /tasks/{id}) dynamisch übergeben werden.
  • Wie HTML-Vorlagen direkt im Zelyra-Code definiert werden (html { ... }).
  • Wie Zelyra Cross-Site Scripting (XSS) durch automatisches HTML-Escaping verhindert.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Im klassischen Web-Development muss man oft drei verschiedene Welten verbinden: Einen Webserver (wie Nginx oder Apache), einen Router, eine Template-Engine (Blade, Jinja, Twig) und den Anwendungscode. Wenn man an einer Stelle vergisst, HTML-Sonderzeichen zu maskieren, können Angreifer bösartiges JavaScript einschleusen (XSS). In Zelyra ist der Webserver direkt integriert (zelyra serve), und das HTML-Escaping geschieht automatisch und unumgänglich.

3. Verständliche Erklärung

Mit dem Schlüsselwort page definierst du eine Webroute und das dazugehörige HTML:

page "/willkommen" {
    html {
        <h1>Willkommen bei Zelyra</h1>
        <p>Deine moderne Webanwendung laeuft!</p>
    }
}

Wenn du dynamische Werte anzeigen möchtest, setzt du sie einfach in geschweifte Klammern: {name}. Zelyra ersetzt den Platzhalter sicher durch den echten Text.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Einfache statische Begrüßungsseite

page "/hallo" {
    html {
        <html>
            <body>
                <h1>Hallo Zelyra-Welt!</h1>
            </body>
        </html>
    }
}

Beispiel 2: Dynamische Route mit URL-Parameter

page "/benutzer/{name}" {
    html {
        <html>
            <body>
                <h1>Profil von {name}</h1>
                <p>Willkommen zurueck im Dashboard.</p>
            </body>
        </html>
    }
}

Beispiel 3: Sicheres Escaping gegen XSS-Angriffe Übergibt ein Nutzer als Namen <script>alert('hack')</script>, gibt Zelyra dies im Browser als harmlosen Text aus – das Skript wird niemals ausgeführt:

page "/sicher/{eingabe}" {
    html {
        <div>Eingabe: {eingabe}</div>
    }
}

Beispiel 4: Wiederverwendbare View-Layouts und Slots (ab Zelyra 0.1.41) Statt auf jeder Seite <html>, <head>, Header und Footer neu zu schreiben, definierst du mit view ein Layout. Ein View besitzt genau einen Hauptslot <slot /> sowie optionale benannte Slots mit sicherem Standardinhalt:

view AppShell {
    html {
        <html lang="de">
            <head><title>Zelyra Anwendung</title></head>
            <body>
                <header>
                    <slot name="header"><h1>Zelyra Portal</h1></slot>
                </header>
                <main>
                    <slot />
                </main>
                <footer>
                    <slot name="footer"><p>Erstellt mit Zelyra</p></slot>
                </footer>
            </body>
        </html>
    }
}

page "/dashboard" {
    view: AppShell
    html {
        <slot name="header"><h1>Mein Dashboard</h1></slot>
        <p>Der eigentliche Inhalt wird im Haupt-Slot der AppShell platziert.</p>
    }
}

Beispiel 5: Deklarative Suche, Filterung und Pagination (ab Zelyra 0.1.40) Für datengetriebene Seiten erzeugt Zelyra semantische Steuerungen für Suche, Sortierung und Seitenaufteilung automatisch, inklusive URL-Zustandserhalt:

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    title: String(100) required
    done: Bool default false
}

page "/tasks" {
    search { title }
    filter { done }
    sort { title }
    paginated 25

    load tasks = sql<Task[]> {
        SELECT id, title, done
        FROM tasks
        ORDER BY title
    }

    html {
        <h1>Aufgaben ({total} gesamt, Seite {page} von {pages})</h1>
        <ul>
            for task in tasks {
                <li>{task.title}</li>
            }
        </ul>
    }
}

Zelyra führt im Hintergrund automatisch die optimierte Zählabfrage (COUNT(*)) aus, bindet total und pages als sichere UInt-Variablen und rendert semantische Filter-Fieldsets.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: HTML-Tags nicht ordnungsgemäß schließen (z. B. <h1> ohne </h1>). Ursache: Zelyra prüft den HTML-Baum syntaktisch auf Wohlgeformtheit.
  • Fehler: URL-Parameter in geschweiften Klammern falsch benennen. Ursache: Der Parameter in der Route (z. B. {id}) muss mit der Variablen im HTML übereinstimmen.
  • Fehler E-VIEW-010 bis E-VIEW-015: Unbekannte Variablen oder falsche Typen in der View-Interpolation. Ursache: Der Zelyra-Compiler prüft View-Bindungen und Component-Properties bereits zur Compile-Zeit strikt gegen deklarierte Routen, Typen und SQL-Loads.
  • Fehler: Unbekannte oder doppelte Slots in page angeben. Ursache: Eine Seite darf nur benannte Slots befüllen, die der ausgewählte view auch tatsächlich deklariert.

6. Merksätze

  1. page "/pfad" definiert eine Route und liefert geprüften HTML-Code aus.
  2. Variablen im HTML werden mit {variable} sicher interpoliert und automatisch escaped.
  3. view Name { ... } definiert wiederverwendbare Master-Layouts mit <slot /> und benannten Slots (<slot name="...">).
  4. search, filter und paginated erzeugen vollautomatische, semantische Query-Steuerungen mit Zustandsbewahrung in der URL.
  5. Mit zelyra serve startest du den integrierten HTTP-Server ohne externe Webserver-Konfiguration.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle eine page "/ueber-uns", die eine Firmenbeschreibung anzeigt.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle eine dynamische Route /produkt/{nummer}, die eine Produkt-Detailansicht darstellt.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Gestalte eine Übersichtsseite mit Überschrift, Navigation und Aufzählungsliste im HTML-Block.

8. Praxisaufgabe: Startseite für die Aufgabenverwaltung

Erstelle die Web-Startseite unserer Aufgabenverwaltung:

page "/tasks" {
    html {
        <html>
            <head>
                <title>Zelyra Aufgabenverwaltung</title>
            </head>
            <body>
                <h1>Meine Aufgaben</h1>
                <p>Willkommen in deiner persoenlichen Aufgabenverwaltung.</p>
                <a href="/tasks/neu">Neue Aufgabe erstellen</a>
            </body>
        </html>
    }
}

Starte den Server mit zelyra serve main.zyl und öffne http://localhost:8080/tasks im Browser!

9. Zusammenfassung

  • Webseiten werden mit page und html direkt deklariert.
  • Automatisches Escaping schützt deine Nutzer vor Sicherheitsrisiken.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welches Schlüsselwort leitet eine Webseiten-Definition ein?
  2. Wie bindet man dynamische Werte in den HTML-Quelltext ein?
  3. Warum ist XSS bei der HTML-Ausgabe in Zelyra standardmäßig ausgeschlossen?

Kapitel 27: Formulare und Benutzereingaben

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du mit form sichere Eingabemasken für deine Datenbanktabellen definierst.
  • Wie automatische CSRF-Schutzmechanismen funktionieren.
  • Wie Zelyra Eingabedaten typisiert validiert (z. B. Email, Mindestlängen).
  • Wie du Formulare mit dem CLI-Befehl zelyra form validate vorab testen kannst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Eingaben von Nutzern sind die Hauptursache für Sicherheitslücken im Web: Angreifer übermitteln leere Pflichtfelder, manipulierte IDs oder nutzen fremde Browser-Sitzungen aus (CSRF-Attacken). In anderen Frameworks muss man Formulare mühsam von Hand mit Validierungsregeln, Fehleranzeigen und CSRF-Tokens zusammenbauen. Zelyras form-Konstrukt leitet die Eingabemaske direkt aus der Datenbanktabelle ab und sichert alles automatisch ab.

3. Verständliche Erklärung

Ein Formular verknüpft eine Eingabemaske mit einer Zieltabelle:

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    beschreibung: String(500)
}

form TaskCreate -> tasks {
    fields {
        name
        beschreibung
    }
}

Zelyra generiert daraus:

  • Die HTML-Eingabefelder mit passenden Typen (<input type="text">, etc.).
  • Ein unsichtbares, kryptografisches CSRF-Token, das Angriffe verhindert.
  • Server-seitige Validierungsprüfungen (z. B. name darf maximal 100 Zeichen haben und nicht fehlen).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Basis-Formular für Kundendaten

database main {
    engine: mariadb
}

table customers {
    id: Id primary auto
    name: String(80) required
    email: Email?
}

form CustomerForm -> customers {
    fields {
        name
        email
    }
}

Beispiel 2: Formular mit benutzerdefinierten Aktionen

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
}

form NewTaskForm -> tasks {
    fields {
        name
    }
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Ein Feld im Formular aufführen, das in der Zieltabelle gar nicht existiert. Ursache: Zelyra prüft fields strikt gegen die Spalten der Tabelle.
  • Fehler: CSRF-Schutz manuell deaktivieren wollen. Ursache: In Zelyra ist der CSRF-Schutz unverzichtbarer Sicherheitsstandard.

6. Merksätze

  1. form Name -> zieltabelle generiert eine sichere Eingabemaske.
  2. Alle Validierungsregeln der Tabelle (Länge, Pflichtfeld, Typ) gelten automatisch.
  3. CSRF- und XSS-Schutz sind integral eingebaut.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Definiere ein Formular KategorieErstellen für eine Tabelle kategorien.
  • Stufe 2 (Mittel): Teste das Formular auf der Kommandozeile mit zelyra form validate.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Ergänze das Aufgaben-Formular um ein Prioritätsfeld und validiere fehlerhafte Eingaben.

8. Praxisaufgabe: Das Erstellungsformular für Aufgaben

Definiere das Eingabeformular für neue Aufgaben:

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    prioritaet: Int
}

form TaskCreate -> tasks {
    fields {
        name
        prioritaet
    }
}

fn main() {
    print("Aufgaben-Formular bereit.")
}

9. Zusammenfassung

  • Formulare verknüpfen Tabellen mit sicheren Web-Eingabemasken.
  • Zelyra erledigt Validierung, CSRF-Schutz und Fehlerbehandlung automatisch.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wofür steht der Pfeil -> in form TaskCreate -> tasks?
  2. Warum müssen Entwickler in Zelyra keine manuellen CSRF-Tokens im HTML einfügen?
  3. Welche Spaltenprüfungen werden automatisch auf das Formular angewendet?

Kapitel 28: Das vollständige CRUD-Muster

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was CRUD (Create, Read, Update, Delete) bedeutet und warum es das Herzstück von Business-Web-Apps ist.
  • Wie Zelyra ein vollständiges Verwaltungsinterface mit nur einem crud-Block erzeugt.
  • Wie du Listen-, Detail-, Formular- und Löschansichten konfigurierst.
  • Wie benutzerdefinierte Aktionen mit action hinzugefügt werden.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Über 80 % der Arbeit an Webanwendungen besteht aus dem immer gleichen Muster: Eine Tabelle anzeigen, Datensätze anlegen, bearbeiten und löschen. Entwickler verbringen Wochen damit, Controller, Routen, Formulare und Bestätigungsdialoge zu schreiben. In Zelyra erledigst du das in wenigen Zeilen deklarativem Code – absolut fehlerfrei, sicher und konsistent.

3. Verständliche Erklärung

Das Schlüsselwort crud fasst alle Operationen für eine Entität zusammen:

  • Create: Neue Datensätze anlegen.
  • Read: Liste durchsuchen und Details ansehen.
  • Update: Vorhandene Daten ändern.
  • Delete: Datensätze mit Sicherheitsabfrage entfernen.
database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    erledigt: Bool default false
}

crud Task -> tasks {
    title: "Aufgabenverwaltung"
    view {
        fields {
            name
            erledigt
        }
        list {
            mode: cards
            empty: "Keine Aufgaben vorhanden."
        }
    }
}

Automatische Detail-Verlinkung bei ausgeblendeter ID (ab Version 0.1.50): Wenn die technische id-Spalte im Block fields nicht aufgeführt ist (wie hier, wo nur name und erledigt sichtbar sind), verlinkt Zelyra automatisch das erste angezeigte Feld (name) mit der Detailseite des Datensatzes. Dies gilt sowohl für Tabellen- (table) als auch für Kachel-Layouts (cards).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Ein vollständiges CRUD-Modul

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    aktiv: Bool default true
}

crud Task -> tasks {
    title: "Aufgaben"

    view {
        fields {
            name
            aktiv
        }

        list {
            mode: cards
            empty: "Keine Aufgaben vorhanden."
        }

        detail {
            mode: cards
            title: "Aufgabendetails"
        }

        form {
            mode: cards
            title: "Aufgabe bearbeiten"
            submit: "Speichern"
        }

        delete {
            title: "Aufgabe loeschen"
            message: "Diese Aktion kann nicht rueckgaengig gemacht werden."
            submit: "Jetzt loeschen"
        }
    }
}

Beispiel 2: Benutzerdefinierte Aktionen im CRUD-Interface Du kannst individuelle Schaltflächen hinzufügen, z. B. um eine Aufgabe sofort als erledigt zu markieren:

database main {
    engine: mariadb
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    erledigt: Bool default false
}

crud Task -> tasks {
    title: "Aufgaben"
    view {
        fields {
            name
            erledigt
        }
    }

    action erledigen {
        label: "Als erledigt markieren"
        confirm: "Moechtest du diese Aufgabe abschliessen?"

        sql {
            UPDATE tasks
            SET erledigt = true
            WHERE id = :id
        }

        success "Aufgabe erfolgreich abgeschlossen."
        redirect "/tasks"
    }
}

Beispiel 3: CRUD-Ressource mit wiederverwendbarem View-Layout (ab Zelyra 0.1.43) Mit layout: ViewName bettest du alle generierten CRUD-Ansichten (Listen-, Detail-, Formular- und Löschdialoge) automatisch in ein zuvor deklariertes Seitenlayout ein:

view AppShell {
    html {
        <html lang="de">
            <body>
                <nav><a href="/">Start</a> | <a href="/tasks">Aufgaben</a></nav>
                <main>
                    <slot />
                </main>
            </body>
        </html>
    }
}

crud Task -> tasks {
    title: "Aufgabenverwaltung"
    layout: AppShell

    view {
        fields {
            name
            erledigt
        }
    }
}

Die generierte CRUD-Ressource übernimmt das Navigationsgerüst von AppShell, während alle Sicherheitsprüfungen, Rollen und CSRF-Tokens voll aktiv bleiben.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Den view-Block oder die fields-Deklaration im CRUD weglassen. Ursache: Zelyra muss wissen, welche Spalten in den generierten Ansichten angezeigt werden sollen.
  • Fehler: Ein UPDATE in einer action ohne WHERE id = :id ausführen. Ursache: Aktionen beziehen sich immer auf den aktuell ausgewählten Datensatz mit :id.

6. Merksätze

  1. crud Name -> tabelle generiert eine vollständige, sichere Verwaltungsoberfläche.
  2. Ansichten (list, detail, form, delete) lassen sich flexibel anpassen.
  3. Benutzerdefinierte Aktionen (action) erweitern den Standard um individuelle Geschäftsregeln.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erstelle ein CRUD-Interface für eine Tabelle kategorien.
  • Stufe 2 (Mittel): Passe die Hinweistexte und Titel der Ansichten an.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Implementiere eine benutzerdefinierte Aktion duplizieren, die eine Kopie der ausgewählten Aufgabe anlegt.

8. Praxisaufgabe: Das produktive CRUD-Interface unserer Aufgabenverwaltung

Kombiniere Datenbank, Tabelle und CRUD zu einem vollständigen System:

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_app"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(120) required
    erledigt: Bool default false
}

crud Task -> tasks {
    title: "Meine Aufgabenverwaltung"

    view {
        fields {
            name
            erledigt
        }

        list {
            mode: cards
            empty: "Grossartig! Alle Aufgaben sind erledigt."
        }

        detail {
            mode: cards
            title: "Aufgabe ansehen"
        }

        form {
            mode: cards
            title: "Aufgabe erfassen oder bearbeiten"
            submit: "Aufgabe sichern"
        }

        delete {
            title: "Aufgabe loeschen"
            message: "Soll diese Aufgabe unwiderruflich entfernt werden?"
            submit: "Loeschen"
        }
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Das CRUD-Muster beschleunigt die Entwicklung von Datenbank-Web-Apps dramatisch.
  • Zelyra generiert fehlerfreie Routen, HTML-Masken und Datenbankaufrufe vollautomatisch.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche vier Grundfunktionen umfasst die Abkürzung CRUD?
  2. Wie reagiert Zelyra, wenn in fields ein ungültiger Spaltenname steht?
  3. Welche Aufgabe erfüllt das Schlüsselwort action in einem CRUD-Block?

Kapitel 29: Benutzer, Passwörter und Sitzungen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie Zelyra Benutzerauthentifizierung mit dem auth-Block nativ bereitstellt.
  • Wie Passwörter mit dem modernen Argon2-Algorithmus gehasht werden.
  • Wie Sitzungen (Sessions) und Rollenrechte abgesichert werden.
  • Wie Seiten und Aktionen mit requires auth und permits geschützt werden.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Sicherheit ist kein nachträgliches Add-on. Wer Passwörter im Klartext oder mit veralteten Algorithmen (wie MD5 oder SHA1) speichert, riskiert Datenschutz-Katastrophen. In Zelyra ist Authentifizierung fest in der Spracharchitektur verankert: Passwörter werden standardmäßig mit Argon2 gehasht, Sitzungs-Tokens werden kryptografisch geschützt und Routenrechte werden deklarativ geprüft.

3. Verständliche Erklärung

Ein Authentifizierungsblock verbindet Benutzer, Sitzungen und Berechtigungen:

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

Um eine Webroute nur für angemeldete Nutzer freizugeben, schreibst du einfach:

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

page "/geheim" {
    requires auth
    html {
        <h1>Nur fuer angemeldete Nutzer sichtbar!</h1>
    }
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Die Standardtabellen für Authentifizierung

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
    active: Bool default true
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

Beispiel 2: Geschützte Seite mit Rechteprüfung

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
    active: Bool default true
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

page "/dashboard" {
    requires auth
    permits "tasks.view"

    html {
        <h1>Aufgaben-Dashboard</h1>
        <p>Du bist autorisiert.</p>
    }
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Passwörter im Klartext in der Tabelle ablegen. Ursache: Zelyra verlangt ein Spaltenfeld password_hash und stellt mit zelyra auth hash-password ein Hashing-Tool bereit.
  • Fehler: Die Sitzungstabelle auth_sessions vergessen. Ursache: Zelyra benötigt eine dedizierte Tabelle zur sicheren Token-Verwaltung.

6. Merksätze

  1. auth deklariert Benutzer, Sitzungen und Berechtigungen an einer zentralen Stelle.
  2. Geschützte Seiten erfordern requires auth und optional permits "recht".
  3. Passwörter werden ausschließlich als sichere Argon2-Hashes gespeichert.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Erzeuge ein Passwort-Hash über den CLI-Befehl zelyra auth hash-password.
  • Stufe 2 (Mittel): Schütze eine Seite /einstellungen mit requires auth.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Vergib einer Rolle ein Berechtigungsrecht über zelyra auth role-permission.

8. Praxisaufgabe: Geschützte Aufgabenverwaltung

Schütze die Aufgabenverwaltung vor unbefugtem Zugriff:

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
    active: Bool default true
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

page "/meine-aufgaben" {
    requires auth

    html {
        <h1>Geschuetzter Aufgabenbereich</h1>
        <p>Nur fuer authentifizierte Benutzer zugaenglich.</p>
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Authentifizierung und Autorisierung sind vollwertige Bestandteile von Zelyra.
  • Moderne Sicherheitsstandards (Argon2, Session-Tokens, RBAC) sind ohne Drittanbieter-Bibliotheken einsatzbereit.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welcher moderne Hash-Algorithmus wird von Zelyra für Passwörter verwendet?
  2. Mit welchem Befehl wird eine Webroute für unbefugte Besucher gesperrt?
  3. Wozu dient die Tabelle auth_sessions?

Kapitel 30: APIs und Datenaustausch

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du typisierte REST-Schnittstellen mit dem Schlüsselwort api definierst.
  • Wie HTTP-Methoden (GET, POST, PUT, DELETE) und Eingabe/Ausgabe typisiert werden.
  • Wie automatische Fehler-Codes (404 NotFound, 400 ValidationError) deklariert werden.
  • Wie Zelyra vollständige OpenAPI/Swagger-Dokumentationen auf Knopfdruck generiert (zelyra doc --openapi).

2. Warum ist das Thema wichtig?

Moderne Software lebt nicht isoliert: Mobile Apps (iOS/Android), Frontend-Frameworks (Vue, React) oder Partnersysteme müssen mit deinem Backend kommunizieren. Bei herkömmlichen APIs veraltet die Dokumentation oft schon am Tag nach dem Release. In Zelyra ist die API-Definition der Code selbst: Jede Route, jedes Eingabefeld und jeder Fehlercode ist exakt typisiert – und die OpenAPI-Spezifikation wird daraus vollautomatisch abgeleitet.

3. Verständliche Erklärung

Mit dem Schlüsselwort api deklarierst du einen Web-Endpunkt:

  • Methode und Pfad: z. B. GET "/tasks/{id}"
  • Input: Welche Parameter erwartet die API?
  • Output: Welcher Typ wird als JSON zurückgegeben?
  • Errors: Welche HTTP-Statuscodes können im Fehlerfall auftreten?
type TaskId = Id

table tasks {
    id: TaskId primary auto
    name: String required
}

api GET "/api/tasks/{id}" {
    input {
        id: TaskId
    }
    output Task
    errors {
        404 NotFound
    }
}

fn main() {
    print("API-Endpunkt definiert.")
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Ein GET-Endpunkt mit Rückgabetyp

type TaskId = Id

table tasks {
    id: TaskId primary auto
    name: String required
}

api GET "/tasks/{id}" {
    input {
        id: TaskId
    }
    output Task
    errors {
        404 NotFound
    }
}

fn main() {
    print("GET API geprueft.")
}

Beispiel 2: Ein POST-Endpunkt zum Anlegen von Daten

type TaskId = Id

table tasks {
    id: TaskId primary auto
    name: String(100) required
}

api POST "/tasks" {
    input {
        name: String
    }
    output Task
    errors {
        400 ValidationError
    }
}

fn main() {
    print("POST API geprueft.")
}

Beispiel 3: OpenAPI-Dokumentation erzeugen Mit dem Befehl:

zelyra doc main.zyl --openapi

generiert Zelyra eine normgerechte openapi.json, die du direkt in Swagger-UI oder Postman importieren kannst.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Den Ausgabetyp output mit einem unbekannten Typen belegen. Ursache: Zelyra prüft, ob der Datentyp (z. B. Task) als Tabelle oder Record existiert.
  • Fehler: Nicht deklarierte HTTP-Fehlercodes zurücksenden wollen. Ursache: Deklarierte Schnittstellen fordern vollständige Spezifikation aller Statuscodes.

6. Merksätze

  1. api METHOD "/pfad" deklariert eine typsichere REST-Schnittstelle.
  2. input, output und errors beschreiben den Datenvertrag der Schnittstelle lückenlos.
  3. zelyra doc --openapi erzeugt OpenAPI-Spezifikationen direkt aus dem Quelltext.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Definiere einen Endpunkt GET "/api/version", der einen Versions-String liefert.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle einen Endpunkt DELETE "/api/tasks/{id}" mit Fehlercode 404 NotFound.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Generiere mit zelyra doc --openapi eine API-Dokumentation und untersuche die JSON-Ausgabe.

8. Praxisaufgabe: Die REST-API für unsere Aufgabenverwaltung

Definiere die öffentliche Programmierschnittstelle unserer Aufgabenverwaltung:

type TaskId = Id

table tasks {
    id: TaskId primary auto
    name: String(120) required
    erledigt: Bool
}

api GET "/api/tasks/{id}" {
    input {
        id: TaskId
    }
    output Task
    errors {
        404 NotFound
    }
}

api POST "/api/tasks" {
    input {
        name: String
    }
    output Task
    errors {
        400 ValidationError
    }
}

fn main() {
    print("Aufgaben REST-API einsatzbereit.")
}

9. Zusammenfassung

  • APIs in Zelyra sind typsicher, selbstdokumentierend und standardkonform.
  • Mit minimalem Aufwand entstehen robuste Endpunkte für Web- und Mobilanwendungen.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche vier Abschnitte umfasst eine vollständige api-Deklaration?
  2. Warum ist die automatische OpenAPI-Generierung gegenüber manuellen Dokumentationen überlegen?
  3. Was geschieht, wenn ein Client ungültige Daten an einen input-Block sendet?

TEIL VIII – DIE BESONDERHEITEN VON ZELYRA


Kapitel 31: Lesbarkeit als oberstes Gebot

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Warum Code in der Realität bis zu zehnmal öfter gelesen als geschrieben wird.
  • Welche Designentscheidungen Zelyra bewusst getroffen hat, um maximale Klarheit zu schaffen.
  • Warum Zelyra auf unlesbare Syntaxakrobatik und kryptische Symbole verzichtet.
  • Wie der integrierte Code-Formatierer zelyra fmt für einen einheitlichen Standard sorgt.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Viele Programmiersprachen erlauben es, denselben Sachverhalt auf zehn verschiedene Arten auszudrücken – oft in ultrakompakten Einzeilern mit Sonderzeichen, die nach drei Monaten niemand mehr versteht. In großen Teams und langfristigen Projekten führt das zu enormen Wartungskosten. Zelyra folgt dem Grundsatz: Es gibt genau einen offensichtlichen, klaren Weg, eine Aufgabe zu lösen.

3. Verständliche Erklärung

Lesbarkeit in Zelyra bedeutet:

  • Ausdrückliche Namen statt Abkürzungen: Funktionen und Variablen sprechen Klartext (prioritaet statt prio_lvl_fn()).
  • Klare Blöcke: Jede Bedingung, Schleife und Funktion besitzt eindeutige geschweifte Klammern.
  • Automatische Formatierung: Niemand im Team muss über Einrückungen oder Leerzeichen diskutieren. Der Befehl zelyra fmt rückt jede Zeile exakt nach dem einheitlichen Zelyra-Standard ein.
fn berechne_gesamtzeit(aufgaben_dauern: Int[]) -> Int {
    mutable summe = 0
    for dauer in aufgaben_dauern {
        summe = summe + dauer
    }
    return summe
}

fn main() {
    zeiten: Int[] = [15, 30, 45]
    print(berechne_gesamtzeit(zeiten))
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Selbsterklärende Funktionssignaturen

fn ist_aufgabe_ueberfaellig(frist_tage: Int) -> Bool {
    return frist_tage < 0
}

fn main() {
    print(ist_aufgabe_ueberfaellig(-2))
}

Beispiel 2: Verständliche Kontrollstrukturen

fn status_anzeige(status_code: Int) -> String {
    match status_code {
        1 => {
            return "Neu"
        }
        2 => {
            return "In Bearbeitung"
        }
        3 => {
            return "Erledigt"
        }
        _ => {
            return "Unbekannt"
        }
    }
}

fn main() {
    print(status_anzeige(2))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Variablen mit einzelnen Buchstaben (a, x, tmp) benennen, deren Bedeutung unklar ist. Ursache: Zelyra-Code soll wie verständliche Prosa gelesen werden können.
  • Fehler: Uneinheitliche Einrückungen manuell korrigieren. Ursache: Führe einfach zelyra fmt main.zyl aus – der Compiler formatiert alles automatisch.

6. Merksätze

  1. Schreibe Code für den Menschen, der ihn in sechs Monaten warten muss.
  2. zelyra fmt garantiert einen einheitlichen, lesbaren Programmierstil im gesamten Projekt.
  3. Klare, sprechende Bezeichner sind die beste Dokumentation.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Formatiere eine unordentliche Quellcodedatei mit zelyra fmt.
  • Stufe 2 (Mittel): Refaktoriere eine Funktion mit unklaren Variablennamen zu sprechendem Zelyra-Code.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe eine komplexe Berechnungsfunktion so sauber gegliedert, dass keine einzige Zeile mehr als 80 Zeichen benötigt.

8. Praxisaufgabe: Lesbare Status- und Filterlogik

Gestalte die Filterlogik unserer Aufgabenverwaltung maximal verständlich:

fn ist_dringend_und_offen(prioritaet: Int, erledigt: Bool) -> Bool {
    ist_prioritaet_eins = prioritaet == 1
    ist_noch_nicht_erledigt = !erledigt
    return ist_prioritaet_eins && ist_noch_nicht_erledigt
}

fn main() {
    print(ist_dringend_und_offen(1, false))
    print(ist_dringend_und_offen(2, false))
}

9. Zusammenfassung

  • Lesbarkeit ist der wichtigste Schutzfaktor gegen schleichende Software-Fäulnis.
  • Zelyra erzwingt Klarheit durch Sprachdesign und Werkzeuge.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Warum spart gut lesbarer Code auf lange Sicht Zeit und Geld?
  2. Welcher Zelyra-CLI-Befehl formatiert Quelldateien automatisch?
  3. Warum verzichtet Zelyra auf übermäßig viele alternative Schreibweisen für dieselbe Logik?

Kapitel 32: KI-Nativität – Warum Zelyra perfekt für KI-Assistenten ist

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was eine „KI-native Programmiersprache“ bedeutet.
  • Warum moderne LLMs (wie Claude, GPT, Gemini) bei Zelyra weniger halluzinieren.
  • Wie typisierte Löcher (Typed Holes _) Entwicklern und KIs bei der Codegenerierung helfen.
  • Wie CLI-Befehle mit --format json strukturierte Schnittstellen für Werkzeuge bieten.
  • Wie zelyra impact und zelyra edit automatisierte Code-Änderungen absichern.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Die meisten Programmiersprachen wurden vor Jahrzehnten entwickelt – ausschließlich für menschliche Tastatureingaben. Wenn moderne KI-Assistenten Code in Python oder JavaScript schreiben, erfinden sie oft Methoden, verwechseln Typen oder übersehen Seiteneffekte. Zelyra wurde von Grund auf so entworfen, dass menschliche Entwickler und KI-Assistenten optimal zusammenarbeiten können.

3. Verständliche Erklärung

Zelyra unterstützt KI-Entwicklung durch vier Schlüsselmerkmale:

  1. Eindeutige, kontextfreie Grammatik: Die Sprache hat keine Mehrdeutigkeiten.
  2. Maschinenlesbare JSON-Ausgabe: Fast alle Befehle bieten --format json (z. B. zelyra check --format json), sodass KIs Fehlermeldungen direkt als strukturierte Daten erfassen.
  3. Typed Holes (_): Wenn du oder die KI nicht genau wissen, wie ein Wert berechnet wird, setzt man einen Unterstrich _ ein. Der Compiler meldet sofort exakt: Welcher Typ wird erwartet? Welche Variablen sind verfügbar? Welche Verträge gelten?
  4. Auswirkungsanalyse (zelyra impact): Zelyra berechnet vorab genau, welche Programmteile von einer Änderung betroffen sind.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Typisierte Verträge leiten die KI fehlerfrei Durch Verträge weiß die KI ohne Raten, welche Randbedingungen gelten:

fn normalisiere_skala(wert: Int) -> Int
    requires { wert >= 0 && wert <= 100 }
    ensures { result >= 0 && result <= 10 }
{
    return wert / 10
}

fn main() {
    print(normalisiere_skala(85))
}

Beispiel 2: Maschinenlesbare Fehleranalyse Führt ein KI-Tool den Befehl:

zelyra check main.zyl --format json

aus, erhält es präzise JSON-Objekte mit exaktem Fehlercode, Zeile, Spalte und Lösungshinweis.

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Typed Holes (_) in Produktionscode belassen. Ursache: Typed Holes sind Entwicklungshilfen. Vor dem finalen Kompilieren müssen alle _ durch gültigen Code ersetzt werden.
  • Fehler: KI-Code ohne zelyra check ungeprüft übernehmen. Ursache: Nutze immer den Zelyra-Compiler als unbestechlichen Richter.

6. Merksätze

  1. Zelyra ist die erste KI-native Sprache: Eindeutig, strukturiert und werkzeugfreundlich.
  2. Typed Holes _ dienen als präzise Arbeitsaufträge an den Compiler und KI-Assistenten.
  3. --format json ermöglicht nahtlose Integration in moderne KI-Agenten und IDEs.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Führe zelyra check mit der Option --format json aus und studiere die Ausgabe.
  • Stufe 2 (Mittel): Analysiere eine Datei mit zelyra impact.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Setze in einer Funktion ein Typed Hole _ ein und beobachte die detaillierten Kontextinformationen des Compilers.

8. Praxisaufgabe: KI-unterstützte Erweiterung der Aufgabenverwaltung

Schreibe eine wohlstrukturierte Funktionssignatur mit Vertrag, die sich perfekt von einer KI vervollständigen lässt:

fn berechne_restzeit(ziel_stunde: Int, aktuelle_stunde: Int) -> Int
    requires { ziel_stunde >= aktuelle_stunde }
    ensures { result >= 0 }
{
    return ziel_stunde - aktuelle_stunde
}

fn main() {
    rest = berechne_restzeit(18, 14)
    print(rest)
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra beseitigt Sprach-Mehrdeutigkeiten, die KI-Systeme traditionell verwirren.
  • Typed Holes und strukturierte JSON-Ausgaben machen Pair-Programming mit KIs extrem zuverlässig.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Wofür steht das Konzept der „Typed Holes“ in Zelyra?
  2. Warum profitieren KI-Systeme von der --format json-Option des Compilers?
  3. Wie helfen Verträge (requires, ensures) einer KI beim Erzeugen von korrektem Code?

Kapitel 33: Sicherheit durch Fähigkeiten (Capabilities)

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Was das Capability-Sicherheitsmodell ist und warum es herkömmlichen Berechtigungskonzepten überlegen ist.
  • System-Capabilities wie Console, Database, Network, FileSystem, Process, Environment, Clock und Random.
  • Wie Capabilities deklariert, vererbt und in zelyra.toml beschränkt werden.
  • Warum Zelyra gegen Supply-Chain-Angriffe (bösartige Pakete) immun ist.

2. Warum ist das Thema wichtig?

In heutigen Ökosystemen wie npm (JavaScript) oder PyPI (Python) bindet man oft hunderte Bibliotheken von Drittanbietern ein. Wenn ein Paket manipuliert wird, kann es unbemerkt Passwörter auslesen, Dateien verschlüsseln oder Daten ins Internet funken. In Zelyra ist das unmöglich: Eine Funktion kann ohne ausdrückliche Deklaration von uses Network kein einziges Byte übers Netz senden – der Compiler verweigert den Dienst!

3. Verständliche Erklärung

Stell dir Zelyras Capability-System wie ein Sicherheitsschloss vor:

  • Wenn eine Funktion auf die Festplatte schreiben will, muss sie den Schlüssel uses FileSystem am Revers tragen.
  • Hat sie diesen Schlüssel nicht, kann sie keine Dateien anrühren – selbst wenn sie es versucht.
  • Und das Beste: Wenn Funktion A die Funktion B aufruft, muss auch A die Berechtigung deklarieren. So siehst du auf den ersten Blick in main(), was das gesamte Programm überhaupt darf!
fn sichere_operation() {
    // Diese Funktion hat KEINE Capabilities.
    // Sie kann unmoeglich Schaden auf der Festplatte oder im Netzwerk anrichten!
    print("Garantiert seiteneffektfrei.")
}

fn main() {
    sichere_operation()
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Saubere Deklaration von Umgebungsvariablen

fn lese_konfiguration(schluessel: String) -> Option<String>
    uses Environment
{
    return env(schluessel)
}

fn main() uses Environment {
    print("Konfigurationszugriff erlaubt.")
}

Beispiel 2: Datenbankzugriff mit Capability

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_db"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String required
}

fn lade_daten() uses Database {
    daten = sql<Task[]> {
        SELECT id, name
        FROM tasks
    }
    print("Datenbankzugriff gewaehrt.")
}

fn main() uses Database {
    lade_daten()
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Vergessen, Capabilities an den Aufrufer weiterzureichen. Ursache: Wenn Funktion a() die Funktion b() uses FileSystem aufruft, muss auch a() mit uses FileSystem versehen sein.
  • Fehler: Fehlende Freigabe in zelyra.toml. Ursache: Das Projekt manifestiert seine maximalen Rechte in der Konfiguration.

6. Merksätze

  1. Keine Funktion kann heimlich auf Dateien, Datenbanken oder das Netzwerk zugreifen.
  2. Alle Seiteneffekte sind transparent in der Funktionssignatur dokumentiert.
  3. Reine Funktionen ohne Capabilities sind garantiert manipulationssicher.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Identifiziere in einem bestehenden Code alle Funktionen mit Capabilities.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Funktion, die uses Clock und uses Environment kombiniert.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Entwirf ein Programm so, dass alle Geschäftsrechenlogik in Funktionen völlig ohne Capabilities ausgelagert wird.

8. Praxisaufgabe: Berechtigungs-Architektur der Aufgabenverwaltung

Isoliere die Berechtigungen in unserer Aufgabenverwaltung:

// 1. Reine Logik: KEINE Berechtigungen noetig
fn ist_bereit_fuer_export(anzahl_aufgaben: Int) -> Bool {
    return anzahl_aufgaben > 0
}

// 2. I/O-Logik: Explizite Dateisystem-Berechtigung
fn fuehre_export_durch(datei: String, inhalt: String) uses FileSystem {
    write_text(datei, inhalt)
    print("Export vollzogen.")
}

fn main() uses FileSystem {
    if ist_bereit_fuer_export(5) {
        fuehre_export_durch("aufgaben.txt", "Aufgabe 1")
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Das Capability-Modell von Zelyra schützt vor bösartigen Bibliotheken und unkontrollierten Seiteneffekten.
  • Software wird durch explizite Rechtevergabe von Grund auf sicher (Secure by Design).

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Nenne drei System-Capabilities von Zelyra.
  2. Warum müssen auch übergeordnete Aufrufer-Funktionen Capabilities deklarieren?
  3. Wie schützt Zelyra vor schadhaftem Fremdcode aus Paketmanagern?

Kapitel 34: Zelyra im Vergleich

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie sich Zelyra im direkten Vergleich zu Python, PHP/Laravel, Rust und TypeScript schlägt.
  • Welche Stärken die jeweiligen Sprachen haben und warum Zelyra für moderne Web- & KI-Systeme maßgeschneidert wurde.
  • Warum Zelyra die Typsicherheit von Rust mit der Entwicklungsgeschwindigkeit von Python verbindet.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Keine Programmiersprache ist für jeden Zweck perfekt: C und Rust sind unschlagbar für Betriebssystemkerne, Python dominiert die Datenwissenschaft, JavaScript das Frontend. Wer aber moderne, datenbankgestützte Geschäftsanwendungen und Web-Backends bauen will, kämpft in diesen Sprachen oft mit historischem Ballast. Zelyra vereint das Beste aus diesen Welten.

3. Verständliche Erklärung: Der Sprachvergleich

Merkmal Python PHP / Laravel TypeScript / Node Rust Zelyra
Typisierung Dynamisch Dynamisch/Optional Statisch (wird zu JS) Statisch (sehr streng) Statisch & Eindeutig
Null-Sicherheit None-Crashes möglich null-Crashes möglich undefined-Crashes Absolut (Option) Absolut (Option)
SQL-Integration ORM (Strings) ORM (Eloquent) ORM (Prisma/TypeORM) Diesel/SQLx Nativ & Typgeprüft
Verträge (Contracts) Nein (nur assert) Nein Nein Dritt-Bibliotheken Eingebaut (requires)
Sicherheits-Capabilities Nein (Vollzugriff) Nein (Vollzugriff) Nein (Vollzugriff) Nein Eingebaut (uses ...)
KI-Werkzeugunterstützung Mittel (Mehrdeutig) Mittel Mittel Schwer für KIs Nativ (JSON, Typed Holes)

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Vergleich: Wie Zelyra Fehler verhindert, die in anderen Sprachen passieren

In Python/JS (potenzieller Laufzeitabsturz bei null): Ein unbemerkter fehlender Wert führt zum Servercrash: AttributeError: 'NoneType' object has no attribute 'title'.

In Zelyra (garantiert abgefangen zur Compilezeit):

fn zeige_titel(opt_titel: Option<String>) {
    match opt_titel {
        Some(t) => {
            print("Titel: " + t)
        }
        None => {
            print("Kein Titel vorhanden.")
        }
    }
}

fn main() {
    zeige_titel(Some("Projekt X"))
    zeige_titel(None)
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Zelyra wie Python schreiben wollen (Einrückung statt Klammern, dynamische Typänderung). Ursache: Zelyra nutzt geschweifte Klammern und verlangt statische Typstabilität.
  • Fehler: Zelyra mit Low-Level-Rust verwechseln (komplexe Lifetime-Annotationen suchen). Ursache: Zelyra nimmt Entwicklern die Speicherverwaltung vollautomatisch ab.

6. Merksätze

  1. Zelyra vereint die Einfachheit von Skriptsprachen mit der Unbestechlichkeit statischer Typsysteme.
  2. Datenbanken, Webformulare und Schnittstellen sind native Sprachbausteine statt externer Bibliotheken.
  3. Sicherheit und Korrektheit werden nicht nachträglich hineingetestet, sondern von Anfang an erzwungen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Übersetze eine einfache Python-Berechnungsfunktion in sauberen Zelyra-Code.
  • Stufe 2 (Mittel): Vergleiche eine Datenbankabfrage in PHP/Laravel Eloquent mit Zelyras sql<T[]>.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Diskutiere anhand eines Praxisbeispiels, warum Zelyras Capabilities Supply-Chain-Angriffe verhindern.

8. Praxisaufgabe: Die Aufgabenverwaltung als Zelyra-Vorzeigeprojekt

Führe alle Kernstärken in einem prägnanten Ausschnitt zusammen:

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_demo"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    erledigt: Bool default false
}

fn zaehle_offene() -> Int uses Database {
    offene = sql<Task[]> {
        SELECT id, name, erledigt
        FROM tasks
        WHERE erledigt = false
    }
    return len(offene)
}

fn main() uses Database {
    anzahl = zaehle_offene()
    print("Offene Aufgaben ermittelt.")
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra schließt die Lücke zwischen zu komplexen System-Sprachen und zu fehleranfälligen Skriptsprachen.
  • Für moderne Web-, Daten- und KI-Anwendungen bietet Zelyra eine unübertroffen robuste Plattform.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welchen Vorteil bietet Zelyras Option-Typ gegenüber Pythons None oder JavaScripts null?
  2. Warum ist die native Datenbankintegration in Zelyra sicherer als traditionelle ORM-Bibliotheken?
  3. Welche Rolle spielen Capabilities beim Schutz vor bösartigen Fremdpaketen?

TEIL IX – VOM ENTWURF ZUR FERTIGEN ANWENDUNG


Kapitel 35: Software planen – Von der Idee zum Entwurf

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem Kapitel lernst du:

  • Wie du von einer vagen Idee zu einem präzisen, umsetzbaren Software-Entwurf gelangst.
  • Wie man Entitäten und deren Beziehungen auf Papier oder im Editor skizziert.
  • Warum die frühe Definition des Schemas in Zelyra den gesamten weiteren Entwicklungsverlauf vereinfacht.
  • Wie man Anforderungen in kleine, testbare Meilensteine zerlegt.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Der größte Fehler von Anfängern (und unvorsichtigen Profis) ist es, sofort loszutippen, ohne den Datenfluss zu planen. Wer während des Programmierens merkt, dass ein zentrales Tabellenfeld oder eine Beziehung fehlt, muss oft Tage damit verbringen, bestehenden Code mühsam umzuschreiben. Zelyra belohnt gründliche Planung: Sobald dein table-Schema steht, leiten sich Formulare, Validierungen und APIs fast wie von selbst ab.

3. Verständliche Erklärung

Jedes gute Softwareprojekt durchläuft vier Planungsphasen:

  1. Zweck und Zielgruppe klären: Wer nutzt das System? Welche Kernaufgabe muss gelöst werden? (z. B. „Ein Teamleiter möchte Aufgaben anlegen, zuweisen und als erledigt markieren“).
  2. Datenmodell entwerfen: Welche Objekte gibt es? Welche Felder sind Pflicht? (z. B. tasks mit name, prioritaet, ist_erledigt).
  3. Sicherheits- und Zugriffsregeln: Wer darf was tun? Benötigen wir Authentifizierung?
  4. Schrittweise Implementierung: Erst das Schema (table), dann die Logik (fn), dann die Webansichten (crud/page).

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Der erste Meilenstein – Das Datenmodell

database main {
    engine: mariadb
    database: "aufgaben_planer"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    prioritaet: Int default 2
    erledigt: Bool default false
}

fn main() {
    print("Planungsschritt 1: Schema steht.")
}

Beispiel 2: Planung der Geschäftslogik als reine Funktionen

fn validiere_frist(tage: Int) -> Bool {
    return tage >= 0
}

fn main() {
    print(validiere_frist(3))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Alles auf einmal programmieren wollen, bevor die Grundlagen getestet sind. Ursache: Baue Software schrittweise: Teste jede Funktion sofort mit zelyra check.
  • Fehler: Unklare Pflichtfelder im Datenmodell. Ursache: Lege von Anfang an fest, welche Felder required sind und welche leer sein dürfen (Option).

6. Merksätze

  1. Wer die Planung vernachlässigt, plant das Scheitern.
  2. Ein klares Datenmodell ist das Rückgrat jeder erfolgreichen Anwendung.
  3. Zerlege große Probleme in kleine, unabhängig überprüfbare Funktionen.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Skizziere den Funktionsumfang einer einfachen Notiz-App in Stichpunkten.
  • Stufe 2 (Mittel): Entwirf ein Tabellenschema für Benutzer, Aufgaben und Kategorien mit passenden Datentypen.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Formuliere für alle Kernfunktionen deiner geplanten App Vor- und Nachbedingungen (requires, ensures).

8. Praxisaufgabe: Der vollständige Architekturplan unserer Aufgabenverwaltung

Führe alle Planungselemente der Aufgabenverwaltung zusammen:

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_pro"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(120) required
    prioritaet: Int default 1
    erledigt: Bool default false
}

fn berechne_dringlichkeit(prioritaet: Int, verbleibende_tage: Int) -> String {
    if prioritaet == 1 {
        return "HOECHSTE PRIORITAET"
    }
    if verbleibende_tage <= 1 {
        return "DRINGEND WEGEN FRIST"
    }
    return "NORMAL"
}

fn main() {
    status = berechne_dringlichkeit(1, 5)
    print("Architektur-Plan verifiziert: " + status)
}

9. Zusammenfassung

  • Strukturierte Planung spart Entwicklungszeit und verhindert Architekturfehler.
  • Zelyras deklarative Sprachstruktur passt sich nahtlos an agile Planungsphasen an.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche vier Phasen durchläuft ein professioneller Software-Entwurf?
  2. Warum sollte das Datenmodell vor der Benutzeroberfläche entworfen werden?
  3. Wie helfen Vorbedingungen bei der präzisen Anforderungsdefinition?

Kapitel 36: Architektur und saubere Codestruktur

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du deinen Zelyra-Code nach dem bewährten Schichtenmodell strukturierst.
  • Die klare Trennung von Persistenz (table), Geschäftslogik (fn) und Darstellung (page, crud).
  • Wie du Kopplungen vermeidest und Module wartungsfreundlich hältst.
  • Warum saubere Architektur vor bösen Überraschungen bei späteren Erweiterungen schützt.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Wenn Datenzugriff, Geschäftsregeln und HTML-Ausgabe wild durcheinandergewürfelt werden, entsteht unwartbarer Code. Wenn sich später das Datenbanklayout ändert, zerbricht plötzlich die Weboberfläche. Eine saubere Architektur zieht klare Trennlinien: Jede Schicht hat eine einzige Verantwortlichkeit.

3. Verständliche Erklärung

Eine saubere Zelyra-Anwendung gliedert sich in drei klare Schichten:

  1. Daten- und Persistenzschicht: Tabellendefinitionen (table) und typisierte SQL-Abfragen.
  2. Geschäftslogikschicht: Reine Rechen- und Validierungsfunktionen mit Verträgen (requires, ensures).
  3. Präsentations- und Schnittstellenschicht: Weboberflächen (crud, page) und REST-Endpunkte (api).
// 1. Datenmodell
table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String required
}

// 2. Geschäftslogik
fn formatiere_name(rohtext: String) -> String {
    return "[AUFGABE] " + rohtext
}

// 3. Einstieg / Ablauf
fn main() {
    print(formatiere_name("Server pruefen"))
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Trennung von Logik und I/O

// Reine Rechenfunktion: Keine Capabilities noetig
fn berechne_prozent(wert: Int, max_wert: Int) -> Int
    requires { max_wert > 0 && wert >= 0 }
{
    return (wert * 100) / max_wert
}

// I/O-Funktion: Nutzt die Logik und gibt sie aus
fn main() {
    prozent = berechne_prozent(45, 50)
    print(prozent)
}

Beispiel 2: Strukturierung durch aussagekräftige Namen

table settings {
    id: Id primary auto
    app_name: String(60) required
}

fn zeige_systeminfo(name: String) {
    print("System laeuft: " + name)
}

fn main() {
    zeige_systeminfo("Zelyra Task Suite")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Geschäftslogik direkt in SQL-Strings oder HTML-Blöcke stopfen. Ursache: Trenne Berechnungen in eigene Hilfsfunktionen aus, damit sie unabhängig testbar bleiben.
  • Fehler: Zirkuläre Abhängigkeiten erzeugen. Ursache: Der Datenfluss sollte immer von oben nach unten verlaufen (Präsentation -> Logik -> Daten).

6. Merksätze

  1. Trenne Datenmodell, Geschäftsregeln und Darstellung strikt voneinander.
  2. Geschäftslogik sollte möglichst frei von Seiteneffekten und Capabilities sein.
  3. Saubere Schichten machen Anwendungen zukunftssicher und einfach erweiterbar.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Identifiziere in einem bestehenden Codebeispiel die drei Schichten.
  • Stufe 2 (Mittel): Lagere alle Berechnungen aus einer Web-Route in separate reine Funktionen aus.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Entwirf ein Schichtenmodell für ein Zeiterfassungssystem.

8. Praxisaufgabe: Schichtenarchitektur für die Aufgabenverwaltung

Implementiere das Schichtenmodell für unsere Aufgabenverwaltung:

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_architecture"
}

// Schicht 1: Persistenz
table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String required
    erledigt: Bool default false
}

// Schicht 2: Geschaeftslogik
fn ist_aufgabe_wichtig(name: String, dringend: Bool) -> Bool {
    return dringend
}

// Schicht 3: Anwendung / Ausfuehrung
fn main() uses Database {
    wichtig = ist_aufgabe_wichtig("Steuern einreichen", true)
    print("Aufgaben-Architektur geprueft.")
}

9. Zusammenfassung

  • Das Drei-Schichten-Modell garantiert Übersichtlichkeit und langfristige Wartbarkeit.
  • Zelyra unterstützt diese Struktur auf natürliche Weise durch sein klares Typsystem.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche drei Schichten bilden das Fundament einer sauberen Zelyra-Anwendung?
  2. Warum sollte Kern-Geschäftslogik möglichst ohne Capabilities auskommen?
  3. Welche Vorteile bietet die Trennung von Präsentation und Datenzugriff bei Re-Designs?

Kapitel 37: Konfiguration und Umgebungsvariablen

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie Konfigurationswerte sicher über Umgebungsvariablen (.env) verwaltet werden.
  • Die Bibliotheksfunktion env(schluessel) und die benötigte Fähigkeit uses Environment.
  • Wie du mit dem Option<String>-Rückgabewert von env() sicher umgehst.
  • Warum Passwörter und API-Schlüssel niemals im Quelltext stehen dürfen.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Einer der schwersten Sicherheitsverstöße ist das Versehentliche Einchecken von Datenbank-Passwörtern oder geheimen API-Keys in öffentliche Git-Repositories. Zudem muss sich eine Anwendung in Entwicklung, Test und Produktion unterschiedlich verhalten (z. B. andere Datenbank-Hosts). Umgebungsvariablen trennen Code und geheime Konfiguration sauber voneinander.

3. Verständliche Erklärung

In Zelyra greifst du über die Funktion env() auf Umgebungsvariablen zu. Weil eine Variable in der Umgebung existieren kann oder fehlen kann, liefert env() immer ein Option<String> zurück:

fn lese_port() -> String uses Environment {
    opt_port = env("APP_PORT")
    match opt_port {
        Some(p) => {
            return p
        }
        None => {
            return "8080"
        }
    }
}

fn main() uses Environment {
    port = lese_port()
    print("Server lauscht auf Port: " + port)
}

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Datenbank-Host konfigurieren

fn hole_db_host() -> String uses Environment {
    match env("DB_HOST") {
        Some(host) => {
            return host
        }
        None => {
            return "127.0.0.1"
        }
    }
}

fn main() uses Environment {
    print("Verbinde mit: " + hole_db_host())
}

Beispiel 2: Debug-Modus dynamisch abfragen

fn ist_debug_aktiv() -> Bool uses Environment {
    match env("APP_DEBUG") {
        Some(wert) => {
            return wert == "true"
        }
        None => {
            return false
        }
    }
}

fn main() uses Environment {
    if ist_debug_aktiv() {
        print("Debug-Modus ist AN")
    } else {
        print("Debug-Modus ist AUS")
    }
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Geheime Passwörter fest in .zyl-Dateien hineinschreiben. Ursache: Nutze immer eine .env-Datei und lese sensible Werte mit env().
  • Fehler: env() ohne uses Environment aufrufen. Ursache: Zelyras Sicherheitssystem schützt Systemumgebungen vor unbefugtem Zugriff.

6. Merksätze

  1. Sensible Zugangsdaten gehören niemals in den Versionskontroll-Quelltext.
  2. env(name) liefert ein Option<String> und erfordert uses Environment.
  3. Stelle für fehlende Umgebungsvariablen immer sichere Standardwerte bereit.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Lese eine Umgebungsvariable USER_NAME aus und gib eine persönliche Begrüßung aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Schreibe eine Hilfsfunktion hole_env_oder_standard(schluessel: String, standard: String) -> String.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Konfiguriere ein Programm so, dass es zwischen Entwicklungs- und Produktions-Modus umschaltet.

8. Praxisaufgabe: Konfigurationszentrale für die Aufgabenverwaltung

Schreibe den Konfigurations-Loader für unsere Aufgabenverwaltung:

fn lade_app_titel() -> String uses Environment {
    match env("APP_TITLE") {
        Some(titel) => {
            return titel
        }
        None => {
            return "Zelyra Aufgabenverwaltung 0.1"
        }
    }
}

fn main() uses Environment {
    print("System gestartet: " + lade_app_titel())
}

9. Zusammenfassung

  • Umgebungsvariablen ermöglichen flexible, sichere Konfiguration für verschiedene Serverumgebungen.
  • Zelyras Option-Typ zwingt dich, das Fehlen von Einstellungen elegant zu behandeln.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Warum dürfen geheime API-Schlüssel niemals im Quelltext fest hinterlegt sein?
  2. Welchen Datentyp liefert die Funktion env() zurück?
  3. Welche Capability wird für den Zugriff auf Umgebungsvariablen benötigt?

Kapitel 38: Fehlersuche und Optimierung

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du mit dem CLI-Befehl zelyra doctor dein Projekt auf Herz und Nieren prüfst.
  • Wie man Compilerhinweise und Diagnosen effektiv nutzt.
  • Strategien zum systematischen Aufspüren von Fehlern (Debugging).
  • Wie du Performance-Engpässe erkennst und eliminierst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Selbst bei sorgfältigster Programmierung läuft nicht immer alles auf Anhieb glatt. Vielleicht ist der Datenbankport blockiert, eine Konfiguration unvollständig oder eine Schleife berechnet unnötige Schritte. Wer planlos herumprobiert, verliert Stunden. Systematisches Debugging mit den passenden Zelyra-Werkzeugen führt dagegen in wenigen Minuten zur Lösung.

3. Verständliche Erklärung

Zelyra gibt dir ein Schweizer Taschenmesser für die Fehlerdiagnose an die Hand:

  • zelyra check: Prüft Syntax, Typen, Berechtigungen und Verträge.
  • zelyra doctor: Prüft die Systemumgebung, Datenbankverbindungen, Ports und Richtlinien.
  • zelyra impact: Zeigt an, welche Funktionen durch eine geplante Änderung beeinflusst werden.
zelyra doctor main.zyl

Wenn die MariaDB-Verbindung nicht erreichbar ist, meldet doctor sofort die Ursache, anstatt dich im Unklaren zu lassen.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Systematische Kontrollausgaben

fn berechne_summe(zahlen: Int[]) -> Int {
    mutable summe = 0
    for z in zahlen {
        summe = summe + z
    }
    return summe
}

fn main() {
    werte: Int[] = [10, 20, 30]
    ergebnis = berechne_summe(werte)
    print("Berechnetes Ergebnis:")
    print(ergebnis)
}

Beispiel 2: Absicherung vor Endlosschleifen durch Invarianten

fn sichere_zaehlung(grenze: Int) -> Int
    requires { grenze > 0 }
{
    mutable i = 0
    while i < grenze
        invariant { i >= 0 }
    {
        i = i + 1
    }
    return i
}

fn main() {
    print(sichere_zaehlung(10))
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Bei unerwartetem Verhalten wahllos Zeilen im Code ändern. Ursache: Lokalisiere das Problem erst exakt mit zelyra check und Ausgaben.
  • Fehler: Datenbankfehler vermuten, wenn lediglich Berechtigungen in zelyra.toml fehlen. Ursache: Führe zelyra doctor aus, um Umgebungsfehler sofort zu erkennen.

6. Merksätze

  1. zelyra doctor ist der erste Schritt bei Verbindungsproblemen und Umgebungsfehlern.
  2. Invarianten und Verträge verhindern logische Fehlberechnungen.
  3. Systematische Fehlersuche ist schneller und sicherer als blindes Ausprobieren.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Führe zelyra doctor für dein Aufgaben-Projekt aus.
  • Stufe 2 (Mittel): Isoliere eine bewusst fehlerhafte Berechnung in einer Testfunktion.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe ein Programm mit detaillierten Statusmeldungen für jeden Einzelschritt.

8. Praxisaufgabe: Selbstdiagnose-Routine der Aufgabenverwaltung

Baue einen internen Gesundheits-Check für die Aufgabenverwaltung:

fn fuehre_selbsttest_durch() -> Bool {
    test_ok = 1 + 1 == 2
    return test_ok
}

fn main() {
    print("Starte System-Selbsttest...")
    if fuehre_selbsttest_durch() {
        print("[OK] System arbeitet einwandfrei.")
    } else {
        print("[FEHLER] Interner Systemfehler.")
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyras Werkzeugkette (doctor, check, impact) liefert schnelle Klarheit bei Fehlern.
  • Verträge und Invarianten fangen Probleme ab, bevor sie zu schwer auffindbaren Bugs werden.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Aspekte überprüft der CLI-Befehl zelyra doctor?
  2. Wie grenzt man einen Fehler in einer längeren Berechnung am besten ein?
  3. Welche Rolle spielen Schleifeninvarianten bei der Fehlersuche?

Kapitel 39: Bereitstellung und Betrieb

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie Zelyra-Anwendungen für den Produktivbetrieb bereitgestellt (deployed) werden.
  • Wie du deine Webanwendung im Docker-Container betreibst.
  • Wie Zelyra mit einer Produktions-MariaDB verbunden wird.
  • Wie du den Server-Prozess mit zelyra serve zuverlässig am Laufen hältst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Eine Software nützt niemandem, wenn sie nur auf dem Entwickler-Laptop läuft. Sie muss auf einem Server oder in der Cloud rund um die Uhr stabil erreichbar sein. In anderen Umgebungen erfordert das Deployment oft komplizierte Anleitungen mit PHP-FPM, Webserver-Vhosts und Prozessmanagern. Zelyra vereinfacht den Betrieb radikal: Eine einzelne Konfiguration und ein schlanker Container genügen.

3. Verständliche Erklärung

Zelyra bringt seinen eigenen Hochleistungs-Webserver direkt mit:

zelyra serve src/main.zyl 0.0.0.0:8080

Für den professionellen Betrieb verpackst du dein Projekt in einen Docker-Container:

  • Der Container enthält das Zelyra-Binary, deine Quelldateien und zelyra.toml.
  • Beim Start führt der Container automatisch zelyra db apply aus und startet den Webserver.

4. Kleine, aufeinander aufbauende Beispiele

Beispiel 1: Produktionsreife Projektstruktur

# zelyra.toml
[package]
name = "aufgaben_produktion"
version = "1.0.0"

[capabilities]
database = true
filesystem = false
network = true

Beispiel 2: Saubere Hauptdatei für den Webbetrieb

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_prod"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(120) required
    fertig: Bool default false
}

page "/" {
    html {
        <h1>Zelyra Aufgabenverwaltung live</h1>
        <p>Produktivsystem aktiv und sicher.</p>
    }
}

Beispiel 3: Startbefehl für den Server Auf dem Produktionsserver genügt:

zelyra db apply src/main.zyl
zelyra serve src/main.zyl 0.0.0.0:80

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Vergessen, die Datenbankmigrationen (zelyra db apply) vor dem Serverstart auszuführen. Ursache: Neue Tabellen und Spalten müssen in der Datenbank existieren, bevor Anfragen eingehen.
  • Fehler: In Docker den Port 8080 nicht nach außen freigeben. Ursache: Nutze im docker run-Befehl das Port-Mapping -p 8080:8080.

6. Merksätze

  1. zelyra serve startet den integrierten HTTP-Server ohne externe Webserver-Abhängigkeiten.
  2. zelyra db apply bringt das Produktivschema sicher auf den neuesten Stand.
  3. Klare Capability-Beschränkungen in zelyra.toml sichern den Server vor Angriffen ab.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Starte deine Webanwendung lokal auf Port 3000 mit zelyra serve main.zyl 127.0.0.1:3000.
  • Stufe 2 (Mittel): Erstelle eine docker-compose.yml, die MariaDB und deine Zelyra-App verbindet.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Simuliere ein Update mit einer Schema-Änderung und führe zelyra db plan und zelyra db apply aus.

8. Praxisaufgabe: Das produktionsfertige Aufgaben-Paket

Führe alle Einstellungen für das finale Deployment zusammen:

database main {
    engine: mariadb
    database: "tasks_production"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    erledigt: Bool default false
}

page "/" {
    html {
        <html>
            <body>
                <h1>Aufgabenverwaltung - Produktivsystem</h1>
                <p>System bereit fuer Benutzeranfragen.</p>
            </body>
        </html>
    }
}

9. Zusammenfassung

  • Zelyra-Anwendungen lassen sich ohne komplizierte Server-Stacks direkt und performant betreiben.
  • Datenbank-Migrationen und Webbetrieb greifen nahtlos ineinander.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welcher Befehl startet die Webanwendung auf einem Server?
  2. Warum sollte zelyra db apply vor dem Starten des Webservers ausgeführt werden?
  3. Welche Vorteile bietet der integrierte HTTP-Server gegenüber externen Server-Setups?

TEIL X – ABSCHLUSSPROJEKT UND WEITERFÜHRUNG


Kapitel 40: Das große Abschlussprojekt: Vollständige Aufgabenverwaltung

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

In diesem großen Finale lernst du:

  • Wie alle gelernten Bausteine zu einer vollständigen, produktionsreifen Anwendung verschmelzen.
  • Wie Datenbank, Authentifizierung, Rollen, CRUD-Interface, REST-API und Geschäftslogik ineinandergreifen.
  • Wie du den kompletten Code liest, verstehst und auf deinem Server in Betrieb nimmst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Einzelne Code-Snippets zu verstehen ist eine Sache – eine echte, zusammenhängende Anwendung aus einem Guss zu bauen, ist die eigentliche Kunst der Softwareentwicklung. Dieses Abschlussprojekt beweist die Eleganz von Zelyra: In einer einzigen, übersichtlichen Datei entsteht eine datenbankgestützte, authentifizierte Webanwendung mit UI und REST-API, für die man in herkömmlichen Frameworks dutzende Dateien anlegen müsste.

3. Verständliche Erklärung des Gesamtprojekts

Unsere Aufgabenverwaltung umfasst:

  1. Datenbank & Schemas: Ziel-Engine MariaDB mit Tabellen für Aufgaben (tasks), Benutzer (users), Sitzungen (auth_sessions) und Berechtigungen (user_permissions).
  2. Authentifizierung: auth users mit geschützten Routen und Argon2-Passwortschutz.
  3. Geschäftslogik: Reine Funktionen mit Verträgen (requires, ensures) zur Prioritätsprüfung und Fortschrittsberechnung.
  4. CRUD-Interface: Das administrative Web-Dashboard mit Listen, Formularen und Löschdialogen.
  5. REST-API: JSON-Endpunkte für den programmatischen Zugriff.

4. Das vollständige Projekt: Der finale Quelltext

database main {
    engine: mariadb
    database: "zelyra_tasks_app"
}

// ==========================================
// 1. AUTHENTIFIZIERUNG & BENUTZERVERWALTUNG
// ==========================================

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
}

table users {
    id: Id primary auto
    email: Email required unique
    password_hash: String(255) required
    active: Bool default true
}

table auth_sessions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    token_hash: String(64) required unique
    expires_at: Timestamp required
}

table user_permissions {
    id: Id primary auto
    user: User required
    permission: String(100) required
}

// ==========================================
// 2. AUFGABEN-DATENMODELL
// ==========================================

type TaskId = Id

table tasks {
    id: TaskId primary auto
    name: String(120) required
    beschreibung: String(500)
    prioritaet: Int default 2
    erledigt: Bool default false
}

// ==========================================
// 3. GESCHÄFTSLOGIK MIT VERTRÄGEN
// ==========================================

fn berechne_erfolgsquote(erledigte: Int, gesamt: Int) -> Int
    requires { gesamt > 0 && erledigte >= 0 && erledigte <= gesamt }
    ensures { result >= 0 && result <= 100 }
{
    return (erledigte * 100) / gesamt
}

fn prioritaet_label(stufe: Int) -> String {
    match stufe {
        1 => {
            return "HOCH"
        }
        2 => {
            return "MITTEL"
        }
        3 => {
            return "NIEDRIG"
        }
        _ => {
            return "NORMAL"
        }
    }
}

// ==========================================
// 4. WEBOBERFLÄCHE & CRUD-SCHNITTSTELLE
// ==========================================

crud Task -> tasks {
    title: "Zelyra Aufgabenverwaltung"

    view {
        fields {
            name
            prioritaet
            erledigt
        }

        list {
            mode: cards
            empty: "Keine Aufgaben vorhanden. Erstelle deine erste Aufgabe!"
        }

        detail {
            mode: cards
            title: "Aufgabendetails"
        }

        form {
            mode: cards
            title: "Aufgabe bearbeiten"
            submit: "Aufgabe sichern"
        }

        delete {
            title: "Aufgabe entfernen"
            message: "Moechtest du diese Aufgabe wirklich loeschen?"
            submit: "Jetzt loeschen"
        }
    }

    action abschliessen {
        label: "Als erledigt markieren"
        confirm: "Aufgabe abschliessen?"

        sql {
            UPDATE tasks
            SET erledigt = true
            WHERE id = :id
        }

        success "Aufgabe erfolgreich abgeschlossen."
        redirect "/tasks"
    }
}

// ==========================================
// 5. REST-API ENDPUNKTE
// ==========================================

api GET "/api/tasks/{id}" {
    input {
        id: TaskId
    }
    output Task
    errors {
        404 NotFound
    }
}

api POST "/api/tasks" {
    input {
        name: String
        prioritaet: Int
    }
    output Task
    errors {
        400 ValidationError
    }
}

// ==========================================
// 6. STARTSEITE
// ==========================================

page "/" {
    html {
        <html>
            <head>
                <title>Zelyra Aufgaben-System</title>
            </head>
            <body>
                <h1>Zelyra Aufgabenverwaltung</h1>
                <p>Das vollstaendige Abschlussprojekt ist einsatzbereit.</p>
                <a href="/tasks">Zur Aufgabenuebersicht</a>
            </body>
        </html>
    }
}

// ==========================================
// 7. EINSTIEGSPUNKT
// ==========================================

fn main() {
    print("Zelyra Aufgabenverwaltung vollstaendig initialisiert.")
}

5. Typische Fehler und deren Ursachen

  • Fehler: Den Code starten, ohne vorher zelyra db apply ausgeführt zu haben. Ursache: Die Tabellen in MariaDB müssen angelegt sein, bevor der Webserver Anfragen verarbeitet.
  • Fehler: Fehlende MariaDB-Zugangsdaten in .env. Ursache: Hinterlege DB_HOST, DB_USER und DB_PASSWORD in deiner Umgebungsdatei.

6. Merksätze

  1. In Zelyra entsteht eine vollständige, sichere Web-App in einer einzigen, harmonischen Datei.
  2. Typsicherheit, Verträge, Authentifizierung und APIs greifen lückenlos ineinander.
  3. Dieser Code ist sofort mit zelyra check prüfbar und mit zelyra serve startbar.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Kompiliere das Gesamtprojekt mit zelyra check und überprüfe, dass 0 Fehler auftreten.
  • Stufe 2 (Mittel): Ergänze die Tabelle tasks um ein Feld faellig_am: Date und passe Formular und Ansichten an.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Richte MariaDB lokal ein, spiele das Schema mit zelyra db apply ein und lege die ersten echten Aufgaben über den Webbrowser an.

8. Praxisaufgabe: Dein eigener produktiver Server-Start

Initialisiere das Projekt und starte es:

zelyra new task_manager --template minimal
cd task_manager
# Quellcode in src/main.zyl einfuegen
zelyra check src/main.zyl
zelyra serve src/main.zyl 0.0.0.0:8080

Öffne http://localhost:8080 – deine eigene Zelyra-Anwendung ist live!

9. Zusammenfassung

  • Das Abschlussprojekt vereint alle 9 vorangegangenen Teile dieses Lehrbuchs.
  • Du hast gelernt, wie man eine moderne, fehlertolerante Webanwendung von Grund auf baut.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Komponenten wurden im Abschlussprojekt kombiniert?
  2. Warum genügen in Zelyra so wenige Zeilen für ein vollwertiges CRUD-System?
  3. Welche Schritte sind erforderlich, um das Projekt auf einem neuen Server zu deployen?

Kapitel 41: Die Zelyra-Roadmap (Von 0.3.0 bis 1.0)

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Die Entwicklung von Zelyra: Was das experimentelle Release 0.3.0 liefert und was als Nächstes kommt.
  • Geplante nächste Meilensteine: Modul-Imports, Package-Management und WebAssembly.
  • Wie Abwärtskompatibilität und Stabilitätsgarantien bis Version 1.0 gewährleistet werden.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Eine Programmiersprache ist ein lebendiges Ökosystem. Wer heute Zeit investiert, um Zelyra zu lernen, möchte sicher sein, dass die Sprache eine klare Zukunft hat, professionell weiterentwickelt wird und bestehender Code auch in kommenden Versionen lauffähig bleibt.

3. Verständliche Erklärung: Die Roadmap im Überblick

Die Entwicklung von Zelyra gliedert sich in Implementierungsphasen und Release-Meilensteine:

  • Phase 1 bis 3 (Fundament): Lexer, Parser, AST, Typsystem, Kontrollstrukturen, Funktionen und Verträge (requires, ensures). (Abgeschlossen)
  • Phase 4 bis 6 (Datenbank & Daten): MariaDB/SQLite-Engine, typisiertes sql<T>, Migrationen, Transaktionen, Dateisystem- und Zeit-Capabilities. (Abgeschlossen)
  • Phase 7 bis 9 (Web & Sicherheit): page, html, form mit CSRF/XSS-Schutz, crud-Views, auth mit Argon2, api mit OpenAPI-Generierung, Typed Holes, JSON-Compilerdiagnostik. (Abgeschlossen)
  • 0.3.0 (aktuelles experimentelles Release): geprüfte Compiler- und Datenbankpfade, Installer und Update-Check, generierte Businessanwendungen sowie Linux- und Windows-x86_64-Release-Artefakte. Die menschliche Einsteigerabnahme wurde auf das verpflichtende 0.4.0-Gate verschoben.
  • 0.2.0 (vorheriges Release): Typisierte Maps, deklarative Suche, Filterung und Pagination, wiederverwendbare Views und Slots, erzeugtes CRUD, Authentifizierung und Berechtigungen, Audit-Unterstützung, Setup-/Doctor- Werkzeuge sowie maschinenlesbare Compiler-Schnittstellen.
  • 0.4.0 (vorgeschlagen): Module, Datenbank-Lebenszyklus, sichere Konto-/API-Abläufe und unabhängige menschliche Einsteigerabnahme. Siehe den Releaseplan.
  • Spätere Meilensteine: Feingranulare Module/Imports, Paketmanager, WebAssembly und jede LTS-Zusage bleiben zukünftige Arbeiten.

4. Zelyras Versprechen an Entwickler

  • Keine Breaking Changes ohne Deprecation: Änderungen an der Syntax werden mit klaren Übergangsfristen und Compiler-Hinweisen eingeführt.
  • Verlässliche Spezifikation: Jedes Sprachmerkmal ist in der formalen Grammatik festgeschrieben.

5. Typische Missverständnisse

  • Missverständnis: „Zelyra 0.3.0 ist produktionsreif, weil die Kernpfade funktionieren.“ Richtigstellung: Zelyra 0.3.0 ist ein experimenteller, getesteter Umfang. Unterstützte Pfade und Restrisiken sind dokumentiert; eine Freigabe für Produktion wird nicht behauptet.
  • Missverständnis: Sprachsyntax aus anderen Sprachen blind voraussetzen. Richtigstellung: Zelyra ist bewusst eigenständig entworfen. Nicht unterstützte Konstrukte (wie enum oder dynamisches import) sind in Phase 11/12 der Roadmap geplant.

6. Merksätze

  1. Zelyra besitzt einen klaren, transparenten Entwicklungsplan vom aktuellen Release 0.3.0 zu späteren Meilensteinen.
  2. Datenbank, Web, Typsicherheit und KI-native Werkzeuge besitzen getestete experimentelle Pfade, sind aber heute nicht für Produktion freigegeben.
  3. Modul-Imports, Paketverteilung und WebAssembly bleiben zukünftige Arbeiten.

7. Übungsaufgaben

  • Stufe 1 (Leicht): Lies das offizielle CHANGELOG.md im Zelyra-Repository.
  • Stufe 2 (Mittel): Vergleiche die Features von Phase 9 mit den Planungen für Phase 11.
  • Stufe 3 (Anspruchsvoll): Schreibe ein kurzes Konzept für ein zukünftiges Zelyra-Paket, das du in Phase 12 veröffentlichen möchtest.

8. Praxisaufgabe: Zelyra-Version und Umgebung auditieren

Überprüfe die installierte Version und den Zustand deines Systems:

zelyra --version
zelyra doctor

9. Zusammenfassung

  • Zelyra schreitet zielstrebig auf Version 1.0 zu.
  • Das modulare Phasenkonzept garantiert kontinuierliche, stabile Weiterentwicklung.

10. Kontrollfragen zur Selbstprüfung

  1. Welche Kernbausteine sind im getesteten Umfang von 0.3.0 implementiert?
  2. Für welchen zukünftigen Meilenstein sind feingliedrige import-Anweisungen geplant?
  3. Warum ist der experimentelle Status vor einem Produktiveinsatz wichtig?

Kapitel 42: Dein Weg als Zelyra-Entwickler

1. Was lerne ich in diesem Kapitel?

  • Wie du dein erworbenes Wissen vertiefst und in eigenen Projekten anwendest.
  • Die wichtigsten Prinzipien für professionelle, langlebige Softwarearchitektur.
  • Wie du Teil der Zelyra-Community wirst und zum Open-Source-Ökosystem beiträgst.

2. Warum ist das Thema wichtig?

Programmieren lernt man nicht durch bloßes Lesen, sondern durch Machen. Dieses Buch hat dir das Fundament vermittelt – jetzt beginnt deine persönliche Reise als Entwickler. Mit Zelyra besitzt du eine moderne, sichere und zukunftsfähige Sprache, die dich bei jedem Schritt unterstützt.

3. Die fünf goldenen Regeln für Zelyra-Entwickler

  1. Model First: Beginne jedes Projekt mit dem table-Schema. Ein klares Datenmodell löst die Hälfte aller späteren Probleme.
  2. Definiere Verträge: Sichere wichtige Funktionen mit requires und ensures ab. Sie sind Dokumentation und Test in einem.
  3. Rechte bewusst vergeben: Halte den Großteil deines Codes rein (ohne Capabilities) und deklariere Seiteneffekte gezielt.
  4. Fehler als Werte behandeln: Nutze Result und Option. Verbanne Ausreden für unkontrollierte Abstürze.
  5. Gemeinsam mit KI arbeiten: Nutze Zelyras --format json und Typed Holes _, um KI-Assistenten als produktive Co-Piloten einzusetzen.

4. Dein nächstes Projekt: Ideen zum Weiterprogrammieren

  • Persönliches Haushaltsbuch: Einnahmen, Ausgaben, Kategorien und Monatsberichte mit Zelyra CRUD.
  • Support-Ticket-System: Kundenanfragen, Prioritäten, Zuweisungen und E-Mail-Benachrichtigungen.
  • Kunden- und Projektzeiterfassung: Stundenerfassung mit uses Clock und Rechnungs-Export als JSON.

5. Zusammenfassung des Lehrbuchs

Herzlichen Glückwunsch! Du hast alle 10 Teile und 42 Kapitel von Zelyra lernen erfolgreich gemeistert. Du beherrschst die Grundlagen, das Typsystem, Fehlerbehandlung, Datenbanken, Webanwendungen, APIs und sichere Softwarearchitektur. Du bist jetzt bereit, eigene, robuste Anwendungen mit Zelyra zu erschaffen!

6. Kontrollfragen zum Abschluss

  1. Welche Zelyra-Besonderheit schätzt du nach diesem Lehrgang am meisten?
  2. Warum ist das Zusammenspiel von Sprache und Datenbank in Zelyra so revolutionär?
  3. Welches Projekt wirst du als Nächstes mit Zelyra umsetzen?

TECHNISCHES REFERENZHANDBUCH

1. Was Zelyra anders macht

In einer typischen Businessanwendung wird dieselbe Information mehrfach beschrieben: einmal in der Datenbank, noch einmal im Backend, erneut im Formular und schließlich in der API. Zelyra versucht, daraus eine einzige nachvollziehbare Kette zu machen:

Tabelle → Typen → SQL → Formulare → CRUD → Webseite → API/OpenAPI

Eine Spalte wie diese:

email: Email? 

sagt bereits:

  • Der Wert ist eine E-Mail-Adresse.
  • Der Wert darf fehlen.
  • SQL-Ergebnisse müssen diese Nullfähigkeit beachten.
  • Formulare können das passende Eingabefeld erzeugen.
  • Views müssen mit dem optionalen Wert vernünftig umgehen.

SQL bleibt dabei echtes SQL. Zelyra zwingt niemanden, einen anspruchsvollen JOIN in eine 38 Glieder lange Methodenkette zu verwandeln. SQL hat schon genug erlebt.

2. Installation

Voraussetzungen

Für Sprachbeispiele genügen:

  • Linux, macOS oder Windows (PowerShell/WSL);
  • curl;
  • eine funktionierende Shell.

MariaDB wird erst für Datenbank-, Formularaktions-, Auth- und CRUD-Beispiele benötigt.

Aus dem Repository installieren

git clone https://github.com/sf1976/zelyra.git
cd zelyra
./install.sh

Der Installer ist wiederholbar und benutzerlokal. Optionen zur Kontrolle:

./install.sh --help
./install.sh --dry-run --root "$HOME/.local"
./install.sh --check
./install.sh --uninstall

Mit --no-rustup wird die automatische Rust-Installation deaktiviert, --no-path unterdrückt PATH-Hinweise. Mit --root PATH oder ZELYRA_INSTALL_ROOT lässt sich ein anderes benutzerbezogenes Ziel wählen. Veraltete cargo-PATH-Einträge werden erkannt und nicht blind ausgeführt.

Veröffentlichte Releases für Linux x86_64 und Windows x86_64 können ohne Rust oder Cargo installiert werden. Das gewählte Archiv wird über HTTPS geladen und per SHA-256 geprüft:

./install.sh --release v0.3.0

Unter Windows steht install.ps1 für PowerShell und install.cmd für die Eingabeaufforderung bereit:

git clone https://github.com/sf1976/zelyra.git
Set-Location zelyra
.\install.ps1
zelyra --version

Das Release-Archiv unter Windows:

.\install.ps1 -Release v0.3.0

Danach:

zelyra --version
zelyra --help

Wenn die Shell zelyra nicht findet:

export PATH="$HOME/.local/bin:$PATH"

Docker und Container-Umgebung

Zelyra installiert Docker selbst nicht, verändert keine Betriebssystempakete und fordert keine Root-Rechte an. Für Container- und MariaDB-Workflows wird Docker mit Compose-Unterstützung benötigt:

Überprüfe die Docker-Umgebung vor dem ersten Start:

docker compose version

Ist Docker installiert, aber der Zugriff auf seinen Socket verweigert, meldet Zelyra einen sicheren Hinweis zur Linux-Gruppenmitgliedschaft (sudo usermod -aG docker $USER) statt der rohen Docker-Ausgabe. Auch Portkonflikte werden ohne Preisgabe von Zugangsdaten gemeldet.

Zelyra aktualisieren

Ein Update besteht aus zwei getrennten Teilen: Du aktualisierst den Zelyra- Compiler im Compiler-Repository und prüfst danach dein eigenes Anwendungsprojekt. Deine .zyl-Dateien, zelyra.toml und .env liegen in deinem Anwendungsprojekt und werden durch install.sh nicht überschrieben.

Installation aus dem Git-Repository

Arbeite zuerst im Compiler-Repository. Prüfe lokale Änderungen, bevor du sie aktualisierst:

cd /pfad/zu/zelyra
git status --short
git pull --ff-only origin main
cargo check --workspace
./install.sh
zelyra doctor /pfad/zu/deinem-projekt/main.zyl --json

git pull --ff-only bricht ab, wenn du lokale Änderungen oder eine eigene Historie hast. Sichere oder committe diese Änderungen zuerst und führe das Update danach erneut aus. ./install.sh baut die aktuelle CLI-Version und installiert sie mit cargo install --path cli --force erneut in deinem Benutzerverzeichnis.

Die installierte Versionsnummer kannst du über zelyra --version oder den JSON-Bericht von doctor ablesen:

zelyra --version
zelyra doctor /pfad/zu/deinem-projekt/main.zyl --json

3. Das erste Programm

Datei hello.zyl:

fn main() {
    print("Hallo von Zelyra")
}

Ausführen:

zelyra run hello.zyl

Ausgabe:

Hallo von Zelyra

Ein etwas ehrgeizigeres Beispiel:

fn fibonacci(n: Int) -> Int {
    if n <= 1 {
        return n
    }

    return fibonacci(n - 1) + fibonacci(n - 2)
}

fn main() {
    print(fibonacci(10))
}

Ergebnis: 55. Der Rechner hat es geschafft. Wir dürfen fortfahren.

4. Neues Projekt anlegen und CLI

Compiler-Repository und Anwendungsprojekt

Das GitHub-Repository sf1976/zelyra ist das Compiler-Repository. Es enthält Lexer, Parser, Runtime, Datenbank- und Webmodule sowie das CLI. Eine eigene Anwendung ist ein davon getrenntes Verzeichnis. Du musst also nicht in der Zelyra-Quelle arbeiten und solltest dort auch keine Zugangsdaten ablegen.

Der Projektstamm ist das Verzeichnis, in dem die Zelyra-Quelldatei und – wenn vorhanden – zelyra.toml liegen. Der Speicherort ist frei wählbar, zum Beispiel ~/projekte/adressverwaltung oder C:\\Users\\Du\\Projekte\\adressverwaltung.

✅ Projekt mit dem vorhandenen CLI anlegen

Voraussetzungen für die CLI-Installation sind Rust/Cargo oder ein Release-Archiv; für relationale Datenbankbefehle der externe mariadb-Client oder Docker. Das CLI bietet aktuell diese Projektbefehle:

zelyra new adressverwaltung
cd adressverwaltung
zelyra run main.zyl

Ein vorhandenes Verzeichnis initialisieren:

mkdir adressverwaltung
cd adressverwaltung
zelyra init

Für eine lokale MariaDB- und Webserver-Vorlage zelyra new maschinenverwaltung --mariadb verwenden:

zelyra new maschinenverwaltung --mariadb
cd maschinenverwaltung

Dadurch entstehen main.zyl, .env.example, Dockerfile und docker-compose.mariadb.yml sowie direkt eine geschützte .env mit sicheren Zufallspasswörtern.

Automatische Portvergabe bei Konflikten: Sind die Standardports 3000 (Web) oder 3306 (MariaDB) auf dem Rechner belegt, ermitteln zelyra new, zelyra init und zelyra setup automatisch den nächsten freien Host-Port und tragen ihn in die neue .env ein. Mit den optionalen Flags --web-port <p>, --host-port <p> und --db-host-port <p> können Ports verbindlich vorgegeben werden.

✅ Zelyra-Setup-Assistent (Konsole und Browser)

zelyra setup bietet konsistente Einrichtungsaktionen sowohl über die Befehlszeile als auch über eine benutzerfreundliche Weboberfläche:

Setup auf der Konsole

Aus einem MariaDB-Projektverzeichnis:

zelyra setup
zelyra setup --database
zelyra setup --schema
zelyra setup --all
zelyra setup --host-port 18080 --db-host-port 3308
  • zelyra setup: Legt eine geschützte .env an, wenn sie fehlt. Vorhandene .env-Dateien werden niemals überschrieben.
  • zelyra setup --database: Startet die Docker-Compose-Dienste (MariaDB und Zelyra-App). Erkennt automatisch docker compose oder den Legacy-Befehl docker-compose.
  • zelyra setup --schema: Startet die Umgebung und wendet das Schema aus main.zyl sicher an.
  • zelyra setup --all: Führt alle Schritte vollautomatisch in einem Zug aus.

Setup im lokalen Browser (zelyra setup --web)

zelyra setup --web

Der Assistent bindet standardmäßig ausschließlich an 127.0.0.1:3030 und erzeugt eine sichere, einmalige URL mit einem Zufallstoken:

Zelyra setup web is running on http://127.0.0.1:3030/
open: http://127.0.0.1:3030/?token=<local-token>
  • Der Browser bietet dieselben Aktionen wie die Konsole: Konfiguration vorbereiten, MariaDB und Anwendung starten, Schema anwenden oder alles auf Knopfdruck ausführen.
  • Der Server ist aus Sicherheitsgründen nur lokal erreichbar und darf nicht öffentlich exponiert werden.
  • Ist Port 3030 belegt, wählt der Assistent automatisch den nächsten freien Port (oder wird mit --port <port> fest vorgegeben).
  • Nach Abschluss beendet Ctrl+C den Assistenten.

Nach dem Start prüft zelyra doctor den Status ohne destruktive Datenbankänderungen:

zelyra doctor main.zyl --env-file .env

Für ein vollständiges CRUD-Starterprojekt mit Geschäftslogik:

zelyra new maschinenverwaltung --template mariadb-crud
cd maschinenverwaltung
zelyra setup --all

5. Variablen, Typen und Funktionen

Werte sind standardmäßig unveränderlich:

machine_name = "Presse 7"
capacity: Int = 120
active = true

Veränderung muss sichtbar sein:

mutable completed = 0
completed = completed + 1

Das verhindert versehentliche Änderungen. Der Compiler ist dabei nicht misstrauisch; er hat nur schon Dinge gesehen.

Wichtige Typen:

Int UInt Float Decimal Bool String Char Bytes
Timestamp Date Time Duration Email Url Uuid Money

Funktionen:

fn available_capacity(total: Int, reserved: Int) -> Int {
    return total - reserved
}

Nominale IDs verhindern Verwechslungen:

type MachineId = Id
type OrderId = Id

Eine OrderId ist dadurch nicht automatisch eine MachineId, auch wenn beide intern ähnlich aussehen. Fachlich falsch bleibt fachlich falsch.

6. Option, Result und Pattern Matching

Normale Typen sind nicht null. Ein möglicher fehlender Wert wird markiert:

email: Email?

Behandlung:

match email {
    Some(value) => print(value)
    None => print("Keine E-Mail hinterlegt")
}

Pattern Matching muss vollständig sein. Sonst erinnert dich der Compiler an den Fall, den der Freitagabend-Deploy vermutlich gefunden hätte.

Fehler werden als Teil der Funktionssignatur sichtbar. Der aktuelle Sprachkern verwendet dafür Result<T, E> mit Ok oder Err:

fn load_number(found: Bool) -> Result<Int, String> {
    if found {
        return Ok(42)
    }
    return Err("nicht gefunden")
}

7. MariaDB und Tabellen

✅ MariaDB ist das Standardbackend und die primäre Runtime-Referenz. Die generierte Compose-Vorlage verwendet mariadb:11; der Compiler erzwingt aber keine konkrete MariaDB-Serverversion. Die Datenbankbefehle rufen den externen mariadb-Client auf.

database main {
    engine: mariadb
}

table departments {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required unique
}

table machines {
    id: Id primary auto
    number: String(30) required unique
    name: String(100) required
    department: Department required
    active: Bool default true
}

Zelyra erkennt die Beziehung zwischen Maschine und Abteilung. Daraus können Foreign Keys, Formulare und Auswahlfelder entstehen.

Typische Abbildung:

Zelyra MariaDB
Id primary auto automatisch vergebene Primär-ID
String(100) VARCHAR(100)
String TEXT
Email E-Mail-kompatible Textspalte
Bool boolescher Datenbankwert
Timestamp Zeitstempelwert

MariaDB sicher vorbereiten

Lege für die Anwendung eine eigene Datenbank und einen eigenen Benutzer an. Verwende nicht den MariaDB-Account root für den laufenden Zelyra-Webserver. Die folgenden Befehle werden als administrativer MariaDB-Benutzer ausgeführt; das Passwort wird interaktiv abgefragt:

mariadb --host=127.0.0.1 --port=3307 --user=root --password
CREATE DATABASE `adressverwaltung`
    CHARACTER SET utf8mb4
    COLLATE utf8mb4_unicode_ci;

CREATE USER 'zelyra'@'127.0.0.1'
    IDENTIFIED BY 'HIER_LOKALES_PASSWORT_EINTRAGEN';

GRANT SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE, CREATE, ALTER, INDEX, REFERENCES
    ON `adressverwaltung`.* TO 'zelyra'@'127.0.0.1';

SHOW GRANTS FOR 'zelyra'@'127.0.0.1';

CREATE DATABASE kann bei einer bereits vorhandenen Datenbank mit IF NOT EXISTS wiederholbar gemacht werden. Die Rechte sind bewusst auf diese Datenbank begrenzt; GRANT ALL ON *.* gehört nicht in einen Anwendungs- Schnellstart. InnoDB ist die für Transaktionen und Fremdschlüssel erwartete Storage-Engine. Die aktuelle Zelyra-SQL-Ausgabe setzt ENGINE=InnoDB jedoch nicht selbst; kontrolliere und ergänze das SQL vor dem Anwenden, wenn deine Servervorgaben es verlangen.

Für reine Lese- und normale CRUD-Operationen reichen die aufgeführten Rechte. db apply --allow-destructive kann zusätzlich DROP-Rechte benötigen; erteile sie nur bewusst und möglichst zeitlich begrenzt. db setup ist ein Administratorvorgang, weil dabei die Datenbank selbst angelegt wird.

Lokal kann MariaDB bereits auf Port 3306 laufen. Die generierte Compose-Datei veröffentlicht standardmäßig 127.0.0.1:3306. Wenn dieser Port belegt ist, ändere die Zuordnung auf 127.0.0.1:3307:3306: außen ist dann 3307, im Container bleibt MariaDB auf 3306. Von einem anderen Compose-Service ist der Host der Servicename mariadb und der Port weiterhin 3306; vom Host ist es 127.0.0.1 plus der veröffentlichte Port.

Das Adressschema kontrollieren

Für das Beispiel erzeugt zelyra db create src/main.zyl derzeit sinngemäß:

CREATE TABLE IF NOT EXISTS `addresses` (
    `id` BIGINT PRIMARY KEY NOT NULL AUTO_INCREMENT,
    `first_name` VARCHAR(100) NOT NULL,
    `last_name` VARCHAR(100) NOT NULL,
    `street` VARCHAR(150) NOT NULL,
    `postal_code` VARCHAR(10) NOT NULL,
    `city` VARCHAR(100) NOT NULL,
    `email` VARCHAR(255)
) ENGINE=InnoDB DEFAULT CHARACTER SET=utf8mb4 COLLATE=utf8mb4_unicode_ci;

Für MariaDB enthalten die erzeugten Tabellenaussagen ENGINE=InnoDB DEFAULT CHARACTER SET=utf8mb4 COLLATE=utf8mb4_unicode_ci. Damit sind sie für die dokumentierte MariaDB-Basis vollständig; sie bleiben dennoch ein zu prüfender Schema-Vorschlag. Vor Änderungen an einer bestehenden Datenbank weiterhin db plan lesen und das Risiko ausdrücklich bewerten.

Weitere Datenbank-Backends

Neben MariaDB kann das Schema-CLI derzeit auch SQLite und PostgreSQL verarbeiten. Das Backend wird in der .zyl-Datei angegeben:

database main { engine: sqlite database: "adressverwaltung.sqlite3" }
database main { engine: postgres database: "adressverwaltung" }

Für SQLite verwendet DATABASE_URL das Schema sqlite:// oder sqlite:; für MariaDB sind mariadb:// und der kompatible Name mysql:// gültig. Die Schemaoperationen create, inspect, plan und apply berücksichtigen Tabellen, Spalten, Foreign Keys und Indizes. db setup und db bootstrap unterstützen für das automatische Anlegen derzeit MariaDB und SQLite; für PostgreSQL verwendest du das gewünschte Schema mit db create, db inspect, db plan und anschließend db apply.

export DATABASE_URL='sqlite:///tmp/adressverwaltung.sqlite3'
zelyra db bootstrap src/main.zyl
zelyra db inspect src/main.zyl

Die native SQL-Runtime wird weiterhin hauptsächlich mit MariaDB eingesetzt. Ein vorhandenes Schema-Backend ist daher nicht automatisch ein Beleg dafür, dass jede Runtime-Abfrage mit jedem Backend gleich funktioniert.

8. Schema prüfen und anwenden

Zelyra verwendet keine Migrationsklassen. Die Quelldatei ist das gewünschte Schema; das CLI vergleicht dieses mit dem Ist-Zustand. Der aktuelle Ablauf ist:

  1. Quelldatei prüfen: zelyra check src/main.zyl.
  2. SQL nur anzeigen: zelyra db create src/main.zyl.
  3. Ist-Schema lesen: zelyra db inspect src/main.zyl.
  4. Unterschied planen: zelyra db plan src/main.zyl.
  5. Plan lesen und Risiko bewerten.
  6. Nach der Kontrolle anwenden: zelyra db apply src/main.zyl.

Die Verbindung kommt ausschließlich aus der Prozessumgebung:

export DATABASE_URL='mariadb://zelyra:HIER_LOKALES_PASSWORT_EINTRAGEN@127.0.0.1:3307/adressverwaltung'

⚠️ Zelyra lädt .env derzeit nicht automatisch. Eine .env ist eine sichere lokale Ablage, aber die Variablen müssen vor dem CLI-Aufruf in die Prozessumgebung gelangen. Siehe Abschnitt 16.

Schema-SQL anzeigen:

zelyra db create src/main.zyl > sql/addresses.generated.sql

Wenn du diese Datei nach der Kontrolle manuell um ENGINE=InnoDB und die Zeichensatzklauseln ergänzt hast, wendest du genau diese Datei mit dem MariaDB-Client an:

mariadb --host=127.0.0.1 --port=3307 --user=zelyra --password \
    adressverwaltung < sql/addresses.generated.sql

zelyra db apply liest keine von dir bearbeitete SQL-Datei ein; es erzeugt seinen Plan erneut aus der .zyl-Quelle. Verwende deshalb entweder den unveränderten Zelyra-Plan oder den manuellen Clientweg – nicht beides blind hintereinander.

Bedingt durch die aktuelle Implementierung kann db plan auch ohne DATABASE_URL gegen ein leeres Schema planen. Für eine echte Bestandsaufnahme und für db apply ist die Variable Pflicht:

zelyra db inspect src/main.zyl
zelyra db plan src/main.zyl
zelyra db apply src/main.zyl

Destruktive Änderungen werden abgelehnt, bis sie ausdrücklich freigegeben werden:

zelyra db apply src/main.zyl --allow-destructive

Dieses Flag bedeutet nicht „wird schon gutgehen“. Es bedeutet „ich habe den Plan gelesen, ein Backup und einen vernünftigen Puls“.

db setup und sein Alias db bootstrap versuchen bei MariaDB zuerst die Datenbank anzulegen und wenden anschließend das generierte Schema an. Dafür braucht DATABASE_URL administrative Rechte. Ein gewöhnlicher Anwendungsbenutzer mit begrenzten Rechten sollte stattdessen db create verwenden und die SQL-Schritte durch einen Administrator ausführen lassen.

❌ Nicht vorhanden sind zelyra db check sowie zelyra schema inspect, zelyra schema plan und zelyra schema apply. Der tatsächlich vorhandene Bereitschaftstest ist zelyra doctor src/main.zyl; er prüft statische Regeln, Cargo, DATABASE_URL (wenn gesetzt) und den lokalen Webport.

In 10 Minuten zur ersten Zelyra-Anwendung

Die folgenden Schritte verwenden überall dieselben Werte: das Verzeichnis adressverwaltung, die Datei src/main.zyl, die Datenbank adressverwaltung, den Benutzer zelyra und den Host-Port 3307.

  1. Projektverzeichnis und Vorlage anlegen:

    zelyra new adressverwaltung --mariadb
    cd adressverwaltung
    cp .env.example .env
    
  2. In .env die Platzhalter setzen. Wichtig: Compose liest die MARIADB_*-Werte beim Containerstart; Zelyra selbst liest nur DATABASE_URL. Ändere für den Host-Port in der Compose-Datei die Bindung auf 127.0.0.1:3307:3306 und verwende lokal 3307.

  3. MariaDB starten:

    docker compose -f docker-compose.mariadb.yml up -d mariadb
    docker compose -f docker-compose.mariadb.yml ps
    
  4. Als MariaDB-Administrator Datenbank und Benutzer vorbereiten; verwende das SQL aus Abschnitt 7 und nur ein lokales Platzhalterpasswort.

  5. Die gültige Adressverwaltung als src/main.zyl speichern und prüfen:

    zelyra check src/main.zyl
    
  6. Die URL in die Prozessumgebung laden und die Verbindung testen. .env wird von Zelyra nicht automatisch geladen:

    set -a
    . ./.env
    set +a
    zelyra doctor src/main.zyl --json
    
  7. Das gewünschte SQL erzeugen und vor dem Einsatz lesen:

    zelyra db create src/main.zyl > sql/addresses.generated.sql
    sed -n '1,160p' sql/addresses.generated.sql
    
  8. Ist-Schema und Plan ansehen:

    zelyra db inspect src/main.zyl
    zelyra db plan src/main.zyl
    
  9. Nach manueller Prüfung anwenden:

    zelyra db apply src/main.zyl
    
  10. Eine Webanwendung starten. Für eine CRUD-Route braucht die Quelldatei zusätzlich eine vom Server akzeptierte Webdefinition; crud allein ist noch kein statischer Export:

    zelyra serve src/main.zyl 127.0.0.1:3000
    

Unter Windows ersetze cp durch Copy-Item und lade Variablen beispielsweise so in PowerShell:

Copy-Item .env.example .env
$env:DATABASE_URL = 'mariadb://zelyra:HIER_LOKALES_PASSWORT_EINTRAGEN@127.0.0.1:3307/adressverwaltung'
zelyra doctor src/main.zyl --json

Der Generator bindet in der ausgelieferten Compose-Vorlage standardmäßig Port 3306; 3307 ist dieses Handbuchs ein bewusst gewählter, kollisionsarmer Host-Port. Passe die Compose-Portzeile an, bevor du den Schnellstart kopierst.

9. Natives SQL

✅ SQL ist ein Sprachelement:

fn load_active_machines() -> Machine[]
    uses Database
{
    return sql<Machine[]> {
        SELECT id, number, name, department_id, active
        FROM machines
        WHERE active = true
        ORDER BY number
    }
}

Parameter werden benannt und sicher gebunden:

fn load_machine(id: MachineId) -> Machine?
    uses Database
{
    return sql<Machine?> {
        SELECT id, number, name, department_id, active
        FROM machines
        WHERE id = :id
    }
}

Zelyra prüft, soweit das Schema bekannt ist:

  • Tabellen und Spalten;
  • Aliase;
  • Parameter;
  • Nullfähigkeit;
  • Ergebniszuordnung;
  • erforderliche Database-Capability.

Schreibzugriff in einer Transaktion:

transaction {
    sql {
        UPDATE machines
        SET active = false
        WHERE id = :id
    }
}

10. Webseiten

✅ Eine vollständige, sichere Webschicht mit typisierten Datenbindungen, Query-Steuerungen und Komponenten ist implementiert.

page "/machines/{name}" {
    html {
        <html>
            <body>
                <h1>Maschine {name}</h1>
                <p>Sie läuft. Hoffentlich nicht weg.</p>
            </body>
        </html>
    }
}

Start:

zelyra serve app.zyl

Dann beispielsweise:

http://127.0.0.1:3000/machines/Presse-7

Pfadwerte werden standardmäßig HTML-escaped. Der derzeitige Web Core umfasst GET-Routen, Pfadparameter, Query-String-Behandlung, HTTP-Parsing und HTML-Antworten.

Typisierte Datenbindung und Collections in Views

View-Interpolationen werden vor dem Serverstart statisch validiert. Eine Seite kann Routenparameter nutzen, geladene Datensätze über typisiertes SQL abrufen und auf deren Felder geprüft zugreifen:

page "/customers/{name}" {
    load customer = sql<Customer> {
        SELECT id, name FROM customers WHERE name = :name
    }
    html { <h1>{customer.name}</h1> }
}

SQL wird gegen das Schema geprüft, Parameter werden sicher gebunden und Capabilities sowie Berechtigungen vorab erzwungen. Collections können mit einer typisierten serverseitigen Schleife gerendert werden:

page "/customers" {
    load customers = sql<Customer[]> { SELECT id, name FROM customers }
    html { <ul>for customer in customers { <li>{customer.name}</li> }</ul> }
}

Deklarative Query-Steuerungen: Suche, Sortierung, Pagination und Filter

Seiten können typisierte Query-Eingaben für ausdrückliches SQL deklarieren:

page "/customers" {
    input { search: String? }

    load customers = sql<Customer[]> {
        SELECT id, name FROM customers
        WHERE (:search IS NULL OR name LIKE CONCAT('%', :search, '%'))
        ORDER BY name
    }

    html { <p>Suche: {search}</p> }
}

Für Page-Collections, die Suche, Filterung, Sortierung oder Pagination deklarieren, erzeugt Zelyra automatisch semantische Formulare und bewahrt den URL-Zustand:

page "/customers" {
    search { name email }
    sort { name }
    paginated 25
    filter { name quantity }
    load customers = sql<Customer[]> { SELECT id, name, quantity FROM customers }
    html {
        <p>Seite: {page} von {pages} (Gesamt: {total})</p>
        <p>Sortierung: {sort} ({order})</p>
    }
}
  • search { name email }: Der Compiler prüft die Whitelist der durchsuchbaren Felder. Suchbegriffe werden sicher parametrisiert als LIKE-Bedingungen gebunden.
  • sort { name }: Akzeptiert nur deklarierte Ergebnisfelder, order nur asc oder desc (z. B. /customers?sort=name&order=desc).
  • paginated 25: Validiert page als positive Ganzzahl, nutzt parametrisiertes LIMIT/OFFSET und stellt page, pages und total als UInt-Werte bereit.
  • filter { ... }: Unterstützt typisierte Operatoren: Textfelder unterstützen eq, contains, starts_with, ends_with und Null-Checks; numerische Felder zusätzlich gt, gte, lt, lte. Beispiele: /customers?filter_name__contains=Acme oder /customers?filter_quantity__gte=10. Unbekannte Felder und ungültige Werte werden mit kontrolliertem HTTP 400 beantwortet.

Benannte Views und Komponenten

Ein benannter View bietet ein wiederverwendbares Seiten-Layout. Er deklariert Slots, in die Seiteninhalte eingefügt werden:

view SiteShell {
    html {
        <html><body><main><slot /></main></body></html>
    }
}

page "/customers" {
    view: SiteShell
    html { <h1>Customers</h1> }
}

Typisierte Komponenten deklarieren Eigenschaften mit props:

component Badge {
    props { text: String }
    html { <span class="badge">{text}</span> }
}

page "/status" {
    html { <Badge text="Ready" /> }
}

Komponenten unterstützen Default-Slots und benannte Slots mit Fallback-Inhalten:

component Panel {
    html {
        <section class="panel">
            <header><slot name="header">Standard-Kopfzeile</slot></header>
            <div class="body"><slot /></div>
        </section>
    }
}

page "/dashboard" {
    html {
        <Panel>
            <slot name="header"><h1>Mein Dashboard</h1></slot>
            <p>Hauptinhalt des Panels.</p>
        </Panel>
    }
}

Hinweis: Verschachtelte Komponenten-Slots innerhalb einer Komponentenverwendung benötigen nicht fälschlich ein übergeordnetes Seiten-view:-Layout.

11. Formulare

✅ Formulare können Regeln aus Tabellen übernehmen:

form MachineCreate -> machines {
    fields {
        number
        name
        department
        active
    }
}

Explizite Definition:

form ContactForm {
    field email: Email {
        label: "E-Mail"
        required
        max: 255
        widget: email
    }
}

Werte ohne Server prüfen:

zelyra form validate examples/customer_form.zyl CustomerCreate \
    name="Muster GmbH" email=info@example.test

Mit zelyra serve stellt Zelyra das Formular unter /forms/FormName bereit. GET rendert das Formular samt CSRF-Token; POST prüft Token und Werte.

Eine Aktion:

form CustomerCreate -> customers {
    fields { name email }

    action save {
        requires auth
        permits "customers.save"
        sql {
            INSERT INTO customers (name, email)
            VALUES (:name, :email)
        }

        redirect "/customers"
    }
}

Formularaktionen können eine eigene Autorisierung deklarieren. Die Berechtigung wird beim Anzeigen des Formulars und erneut vor dem Absenden geprüft.

12. CRUD

✅ Der kurze Fall ist erfreulich kurz:

crud Machine -> machines

Konfiguriert:

crud Machine -> machines {
    title: "Maschinen"
    list { number name department active }
    search { number name }
    filter { department active }
}

Zelyra stellt Listen, Details, Create/Edit-Formulare, Suche, Filter, Sortierung, Pagination und eine CSRF-geschützte Löschaktion bereit. Spalten werden gegen das Schema geprüft.

Beispiele für URLs:

/machines
/machines?search=Presse
/machines?filter_active=true
/machines?sort=number&order=asc
/machines/new
/machines/42/edit

CRUD-Ressourcen mit wiederverwendbaren View-Layouts (layout: ViewName)

CRUD-Definitionen können über das Attribut layout: ViewName in das globale Seitenlayout eingebunden werden:

view AppLayout {
    html {
        <html>
            <head><title><slot name="title">Verwaltung</slot></title></head>
            <body>
                <nav><slot name="nav">Standard-Navigation</slot></nav>
                <main><slot name="content" /></main>
                <aside><slot name="actions" /></aside>
            </body>
        </html>
    }
}

crud Machine {
    table machines
    layout: AppLayout
}

Das System befüllt die benannten Slots title, nav, content und actions automatisch mit den generierten CRUD-Ansichten.

Erzeugte CRUD- und Tableview-Steuerungen verwenden semantische Fieldsets und getrennte Beschriftungen für Operator und Wert jedes Filters. Filterverarbeitung und bewahrte Pagination-URLs verwenden eine deterministische Reihenfolge.

🗺️ Vollständig eigene typisierte Komponenten und feingranulare View-Overrides sind Teil der weiteren View-Roadmap.

CRUD-Ansichten, Aktionen und Soft Delete

🧪 Die aktuelle CRUD-Schicht lässt sich innerhalb der sicheren Standardpfade gezielt anpassen. Eine Listenansicht kann beispielsweise als Kartenansicht erscheinen, ohne Suche, Filter, Sortierung, Pagination, Escaping oder Berechtigungsprüfung zu verlieren:

crud Customer -> customers {
    view {
        list {
            mode: cards
            empty: "Keine Kunden gefunden."
        }
        detail {
            mode: cards
            title: "Kundendetails"
        }
        form {
            mode: cards
            title: "Kundenformular"
            submit: "Kunden speichern"
        }
        delete {
            title: "Kunden löschen"
            message: "Dieser Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden."
            submit: "Jetzt löschen"
        }
        loading { message: "Kunden werden geladen ..." }
        error {
            title: "Kunden nicht verfügbar"
            message: "Bitte später erneut versuchen."
        }
    }
}

Für den häufigen Fall kann ein gemeinsames Feldprofil die erzeugte Liste, Detailansicht sowie Create-/Edit-Formulare einheitlich steuern:

crud Customer -> customers {
    view {
        fields { name email active }
    }
}

Ein explizites list { ... } bleibt eine Überschreibung für Liste/Detail. Primärschlüssel und automatisch erzeugte Felder bleiben in Formularen automatisch ausgeschlossen; unbekannte Profilfelder weist der Compiler zurück. Wenn die technische id-Spalte in fields ausgeblendet ist (wie im obigen Beispiel mit name email active), verlinkt Zelyra in generierten CRUD-Listen automatisch das erste angezeigte Feld (name) mit der Detailseite des Datensatzes. Das gilt sowohl für Tabellen- als auch für Kachel-Layouts.

Eigene fachliche Aktionen bleiben POST-only, parametrisiert und geschützt:

crud Customer -> customers {
    action deactivate {
        label: "Kunden deaktivieren"
        confirm: "Diesen Kunden wirklich deaktivieren?"
        permits "customers.edit"
        sql {
            UPDATE customers
            SET active = false
            WHERE id = :id
        }
        success "Kunde deaktiviert."
        redirect "/customers"
    }
}

Die Laufzeit erzwingt für solche Aktionen Datenbank-Capability, CSRF-Schutz, Authentifizierung und die deklarierte Berechtigung. Aktionen können zusätzlich typisierte Felder, eine Bestätigungsseite sowie eigene Erfolgs- und Fehlerseiten erhalten. Das ist eine Erweiterung der vorhandenen CRUD-Runtime, kein frei programmierbarer Frontend-Generator.

Für reversible Löschungen gibt es eine Soft-Delete-Konfiguration:

table customers {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    deleted_at: Timestamp?
}

crud Customer -> customers {
    soft_delete { column: deleted_at }
}

Normale Listen und Details zeigen nur Zeilen mit NULL; archivierte Datensätze sind über ?archived=true erreichbar und können über eine CSRF-geschützte Restore-Aktion wiederhergestellt werden. Endgültiges Löschen, Aufbewahrungsregeln und Massenarchivierung sind weiterhin geplant.

Wenn eine Auth-Definition eine Audit-Tabelle angibt, schreiben CRUD-Erstellen, Ändern, Löschen, Archivieren, Wiederherstellen und eigene Aktionen ihre Ereignisse in derselben MariaDB-Transaktion. Passwörter, Tokens, Geheimnisse und Hashes werden aus Änderungsdetails entfernt.

13. Authentifizierung und Berechtigungen

🧪 Zelyra unterstützt Argon2-Login, persistente MariaDB-Sessions, Logout, Routenschutz und datenbankgestützte Berechtigungsprüfungen. Fünf Fehlversuche für dieselbe normalisierte E-Mail-Adresse innerhalb von 15 Minuten lösen eine 60-sekündige HTTP-429-Sperre aus. Ein erfolgreicher Login rotiert das vorherige Session-Token dieses Browsers und entwertet es.

Jedes schreibende Browserformular benötigt sein CSRF-Token sowie einen gleichursprünglichen Origin- oder Referer-Header, der zu Host und dem effektiven Schema der Anfrage passt. Fehlende, fehlerhafte oder fremde Angaben werden abgelehnt. Ein aus einem anderen Browser kopiertes Token reicht somit nicht für eine Website-übergreifende Formularanfrage. Schreibende API-Anfragen mit Browser-Origin-Angaben durchlaufen dieselbe Prüfung; Website-übergreifender API-Zugriff ist nur für einen exakt in der CORS-Richtlinie freigegebenen Origin möglich. API-Anfragen mit Browser-Origin-Angaben oder Browser-Session-Cookie durchlaufen diese Prüfung ebenfalls. Das gilt auch für GET, weil Handler noch nicht statisch auf schreibgeschütztes Verhalten beschränkt sind. Website-übergreifende API-Aufrufe sind nur für einen exakt in der CORS-Richtlinie freigegebenen Origin möglich; mit Session-Cookie muss CORS zusätzlich Credentials erlauben. Das aktuelle CSRF-Token gilt pro Prozess und wird noch nicht einzeln pro Session gespeichert; deshalb sind diese Origin-Prüfungen ein notwendiger Bestandteil des Schutzes.

Der Zelyra-Server spricht derzeit ausschließlich unverschlüsseltes HTTP. Schalte ihm einen vertrauenswürdigen TLS-terminierenden Proxy vor, bevor die Anwendung außerhalb eines lokalen Entwicklungsrechners erreichbar ist. Der Proxy muss den öffentlichen Host erhalten, X-Forwarded-Proto mit dem tatsächlichen externen Schema überschreiben und direkten öffentlichen Zugriff auf den Anwendungsport verhindern. Zelyra verwendet den Header für die Prüfung des effektiven Origins und setzt bei HTTPS das Cookie-Attribut Secure. Vertraue an einer öffentlich erreichbaren Proxy-Grenze niemals ungeprüften, vom Client gelieferten Forwarded-Headern.

Zusätzlich prüft der Server jeden vorhandenen Host-Header gegen ZELYRA_ALLOWED_HOSTS. Der Standard erlaubt nur localhost, 127.0.0.1 und [::1]; das verhindert unter anderem DNS-Rebinding über frei gewählte Hosts. Mehrfach vorhandene sicherheitsrelevante Request-Header wie Host, Origin, Referer, Cookie und Authorization werden abgelehnt, damit keine mehrdeutige Auswertung entsteht. Die Antwort-Policy Referrer-Policy: same-origin ermöglicht gleichursprünglichen API-GETs diesen Nachweis, sendet aber keine Referrer-Informationen an andere Origins. Für eine eigene Domain oder einen LAN-Host muss der tatsächliche Hostname explizit in der kommagetrennten .env-Einstellung ergänzt werden. Es werden keine Schemes, Ports oder Wildcards akzeptiert. Prozessumgebung hat Vorrang vor Projekt-.env und Standardwert. Die Allowlist ersetzt weder TLS noch die Origin-/CSRF-Prüfung.

Einen Wert für die erforderliche Spalte password_hash mit der CLI erzeugen. Der interaktive Befehl schaltet die Passwortanzeige aus und verlangt eine Bestätigung:

zelyra auth hash-password

Für bewusste Automatisierung eine Passwortzeile mit --stdin übergeben. Echte Passwörter nicht als Kommandoargument verwenden und erzeugte Hashes nicht in die Versionsverwaltung übernehmen:

printf '%s\n' 'dieses-passwort-aendern' | zelyra auth hash-password --stdin
auth users {
    table: users
    permissions: user_permissions
    roles: user_roles
    role_permissions: role_permissions
}

page "/admin" {
    requires auth
    permits "machines.manage"

    html {
        <h1>Maschinenverwaltung</h1>
    }
}

Die optionale Tabelle permissions enthält user_id und permission für direkte Vergaben. Rollengruppen werden mit roles und role_permissions aktiviert: Die erste Tabelle enthält user_id und role, die zweite role und permission. Effektive Berechtigungen sind die Vereinigung direkter Vergaben und aller Berechtigungen aus den Rollen des Benutzers. In der integrierten Administrationsansicht übermittelt auch das Formular zum Entziehen von Berechtigungen das korrekte CSRF-Token und entfernt Berechtigungen zuverlässig.

Dieselben Schutzregeln sichern typisierte API-Handler:

api GET "/api/machines/{id}" {
    handler get_machine
    requires auth
    permits "machines.view"
    input { id: MachineId }
    output Machine
    errors { 404 NotFound }
}

Fehler bei geschützten APIs verwenden JSON mit code und message. Ein Handler kann Err("NotFound") zurückgeben, um den passenden Status aus dem deklarierten errors-Block zu wählen; nicht deklarierte Fehler führen zu 500. JSON-Arrays können an typisierte Felder wie Int[] oder MachineId[] gebunden werden. Verschachteltes JSON wird über deklarierte Records modelliert:

struct Address { city: String }
struct CustomerInput { name: String address: Address }

api POST "/customers" {
    handler echo_customer
    input { customer: CustomerInput }
    output CustomerInput
}

Unbekannte Record-Felder und fehlende Pflichtfelder werden abgelehnt. Im Sprachkern unterstützen Arrays Literale, Indexzugriff, len, append, contains, first, last und Verkettung mit +. Record-Literale und geprüfter Feldzugriff stehen für verschachtelte Werte zur Verfügung:

customer = CustomerInput {
    name: "Anna"
    address: Address { city: "Berlin" }
}

print(customer.address.city)

Die Array-Iteration verwendet for ... in; die Schleifenvariable ist unveränderlich und nur im Schleifenkörper sichtbar. break und continue werden unterstützt.

Einen mit Browsern und Node kompatiblen TypeScript-Client aus denselben API-Deklarationen erzeugen:

zelyra doc examples/api_records.zyl --typescript > customer-client.ts

Der erzeugte Client verwendet die standardmäßige fetch-API, enthält deklarierte Records und Tabellen als TypeScript-Typen und behandelt Pfad-/Query-Parameter, JSON-Bodies, Bearer-Tokens, Response-Typen und HTTP-Fehler. Deklarierte API-Fehlernamen sind über ZelyraApiErrorCode verfügbar; ZelyraApiError.fromResponse liest Status, Code und Servermeldung aus und bewahrt den unveränderten Response-Body auf.

API-Fehler können zusätzlich einen geprüften Payload enthalten. Der Payload- Typ wird nach einem Doppelpunkt angegeben und muss dem Fehlertyp im Result des Handlers entsprechen:

struct ValidationProblem {
    field: String
    message: String
}

api POST "/customers/validate" {
    handler validate_customer
    output Result<String, ValidationProblem>
    errors { 422 ValidationError: ValidationProblem }
}

Die Antwort behält error.code und error.message und ergänzt den serialisierten Payload als error.details. OpenAPI enthält das Details-Schema; der erzeugte Client stellt es über ZelyraApiErrorPayloads und das generische Feld ZelyraApiError.details bereit. Bestehende ungetypte API-Fehler bleiben kompatibel.

Browserzugriff ist standardmäßig deaktiviert. Wenn ein separates Frontend eine API aufrufen soll, werden exakte Origins in der Projektkonfiguration freigegeben:

[web]
allowed_origins = ["http://localhost:5173"]
allow_credentials = false

Zelyra beantwortet API-OPTIONS-Preflight-Anfragen automatisch und fügt CORS-Header nur bei deklarierten API-Routen hinzu. Wildcard-Origins werden abgelehnt; CORS umgeht weder Authentifizierung noch Berechtigungen. Aktiviere Credentials nur für benötigte Browser-Session-Cookies; der Client muss dann zusätzlich credentials: "include" verwenden.

Eine Origin muss mit http:// oder https:// beginnen. Pfade, Query-Strings, Fragmente, Wildcards und ein abschließender Slash sind nicht erlaubt. Erlaubte Antworten erhalten Access-Control-Allow-Origin und Vary: Origin; bei aktivierten Zugangsdaten kommt Access-Control-Allow-Credentials: true hinzu. Eine Preflight-Antwort liefert HTTP 204 mit den erlaubten Methoden und angeforderten Headern. Verbotene Origins oder Methoden werden als strukturierte JSON-Fehler beantwortet; bei einem Methodenfehler enthält die Antwort den Allow-Header.

Ein ausgeblendeter Button ist keine Sicherheitsgrenze. Berechtigungen müssen serverseitig an der Aktion geprüft werden. Der Browser ist kreativ, besonders wenn man ihm vertraut.

API-Eingaben und sichere Antwort-Defaults

API-Bodies für Methoden außer GET und DELETE dürfen aktuell application/json oder application/x-www-form-urlencoded verwenden. Nicht unterstützte Medientypen liefern HTTP 415 als strukturierten JSON-Fehler. JSON-Bodies müssen ein Objekt sein; anschließend wird jedes deklarierte Feld in den Zelyra-Typ umgewandelt und geprüft.

Der HTTP-Parser prüft Content-Length, liest vollständige Bodies auch über mehrere Netzwerk-Reads ein und begrenzt Request-Bodies auf 1 MiB. Header sind auf 64 KiB begrenzt. Ein zu großer Body wird vor dem Handler mit HTTP 413 abgelehnt.

Alle HTML-, JSON-, Redirect-, Fehler- und Preflight-Antworten erhalten diese sicheren Standard-Header:

X-Content-Type-Options: nosniff
X-Frame-Options: DENY
Referrer-Policy: same-origin

Diese Defaults ersetzen weder TLS noch Authentifizierung, Autorisierung, CSRF-Schutz oder eine geeignete Content-Security-Policy.

Rollenverwaltung und manipulationssichtbares Audit

🧪 Rollen und Rollenberechtigungen können mit den vorhandenen CLI-Befehlen gepflegt werden, wenn die auth-Definition die Tabellen dafür konfiguriert:

auth users {
    table: users
    sessions: auth_sessions
    permissions: user_permissions
    roles: user_roles
    role_permissions: role_permissions
    audit: auth_audit_log
    admin_path: "/admin/access"
    admin_permission: "auth.manage"
    admin_role: admin
}
DATABASE_URL='mariadb://user:passwort@127.0.0.1:3306/app' \
  zelyra auth role grant app.zyl 42 manager
DATABASE_URL='mariadb://user:passwort@127.0.0.1:3306/app' \
  zelyra auth role-permission grant app.zyl manager customers.edit

revoke entfernt die jeweilige Zuordnung wieder. Die Befehle binden Werte als SQL-Parameter und prüfen zunächst das Projektschema. Verwende für echte Passwörter niemals den Platzhalter direkt aus diesem Beispiel.

Mit audit: auth_audit_log lassen sich Authentifizierungs-, Rollen- und CRUD-Ereignisse untersuchen oder exportieren:

DATABASE_URL='mariadb://user:passwort@127.0.0.1:3306/app' \
  zelyra audit inspect app.zyl --limit 100
DATABASE_URL='mariadb://user:passwort@127.0.0.1:3306/app' \
  zelyra audit export app.zyl --format json > audit.json
zelyra audit verify app.zyl

Für eine sichtbare Manipulationserkennung kann die Verkettung aktiviert werden:

auth users {
    table: users
    audit: auth_audit_log
    audit_chain: true
}

Die Audit-Tabelle benötigt dann id, previous_hash und entry_hash, üblicherweise String(64). Zelyra verwendet kleingeschriebene SHA-256- Hexwerte. Der Hash bezieht sich auf die kanonische, mit | getrennte Folge previous_hash|actor_user_id|event|target_user_id|details|created_at. zelyra audit verify prüft Verknüpfungen und Hashes. Das Bereinigen ist für verkettete Protokolle absichtlich deaktiviert, weil das Löschen eines Eintrags die Kette brechen würde. Nicht verkettete alte Einträge können dagegen mit zelyra audit prune ... --before ... --confirm kontrolliert entfernt werden.

Eine optionale Browser-Administrationsseite wird durch admin_path, admin_permission und admin_role aktiviert. Sie kann Benutzer, Passwörter, Aktivierung, Rollen und Rollenberechtigungen verwalten; die Formulare sind CSRF-geschützt. Der Schutz des letzten aktiven Administrators bleibt aktiv.

14. Capabilities

✅ Externe Fähigkeiten werden sichtbar deklariert:

fn load_machines() -> Machine[]
    uses Database
{
    return sql<Machine[]> {
        SELECT id, number, name FROM machines
    }
}

Bekannte Capabilities:

Database Network FileSystem Environment Process Clock Random Console

Aufrufende Funktionen müssen benötigte Capabilities weiterführen. Projekte können sie in zelyra.toml freigeben:

[capabilities]
database = true
network = false

Statische Prüfung und Runtime-Durchsetzung an Funktions-, nativen SQL-, Formular-, CRUD- und Authentifizierungs-Datenbankgrenzen sind bei vorhandenen Projektfreigaben implementiert. Eine vollständige Betriebssystem-Sandbox für alle Capabilities ist noch nicht vorhanden.

Zwei sichere Host-APIs sind implementiert:

fn runtime_timestamp() -> Timestamp uses Clock {
    return now()
}

fn configured_mode() -> String? uses Environment {
    return env("ZELYRA_MODE")
}

now() benötigt Clock und liefert Unix-Epoch-Millisekunden. env(name) benötigt Environment und liefert String?; eine fehlende Variable wird zu None. Werte werden nicht automatisch protokolliert oder veröffentlicht. Die Netzwerk-, Datei-, Prozess- und Zufalls-APIs sind implementiert, benötigen aber jeweils eigene Ressourcenfreigaben und bleiben in ihrer ersten Fassung bewusst eingeschränkt.

Die Random-Capability erzeugt sichere Ganzzahlen:

fn dice_roll() -> Int uses Random {
    return random_int(1, 6)
}

Der Bereich ist auf beiden Seiten inklusiv. Ungültige Bereiche führen zu einem Runtime-Fehler; Zufallswerte werden nicht implizit ausgegeben. Prozessausführung ist nur über die folgende, ausdrücklich begrenzte API verfügbar.

Die erste Network-Host-API ist http_get:

fn load_status(url: String) -> String uses Network {
    return http_get(url)
}

Projekte verwenden eine exakte Host-Allowlist und begrenzte Ressourcen:

[network]
allowed_hosts = ["127.0.0.1:8080", "api.example.com"]
timeout_ms = 5000
max_response_bytes = 1048576

Ohne [network] sind in einem Projekt keine Hosts erlaubt. Der Transport unterstützt http:// und https://; die Zertifikatsprüfung über Rustls ist standardmäßig aktiviert. Es werden keine Redirects verfolgt und nur erfolgreiche UTF-8-GET-Response-Bodies innerhalb der konfigurierten Grenzen geliefert. Der Helper http_get bleibt die einfache GET-Komfort-API; für Request-Header, Request-Bodies oder den Response-Status wird http_request verwendet.

Typisierte Anfragen verwenden http_request:

fn create_customer(url: String) -> HttpResponse uses Network {
    return http_request(
        "POST",
        url,
        ["Content-Type: application/json"],
        Some("{\"name\":\"Anna\"}")
    )
}

Die Methode akzeptiert GET, POST, PUT, PATCH, DELETE und HEAD. Header sind Strings im Format Name: value, der Body ist String?. Das typisierte Ergebnis enthält status: Int, headers: String[] und body: String. GET- und HEAD-Anfragen dürfen keinen Body enthalten.

JSON-Werte können in geprüfte Zelyra-Werte umgewandelt werden und umgekehrt. Records und verschachtelte Felder werden gegen das deklarierte Schema geprüft:

struct Customer { name: String tags: String[] nickname: String? }

fn decode_customer(body: String) -> Customer {
    return json_decode<Customer>(body)
}

fn encode_customer(customer: Customer) -> String {
    return json_encode(customer)
}

json_decode<Typ>(text) benötigt genau ein Zieltypargument und unterstützt Records, verschachtelte Records, Arrays, Optionen und Skalarwerte. json_encode serialisiert dieselben Werte. Ungültiges JSON, Typfehler, unbekannte Record-Felder und fehlende Pflichtfelder werden als ausdrückliche Laufzeitfehler gemeldet.

Für einen vollständigen typisierten JSON-Request-/Response-Ablauf gibt es http_json mit getrennten Request- und Response-Typargumenten:

struct CustomerCreate { name: String }
struct Customer { id: Int name: String }

fn create_customer(url: String, payload: CustomerCreate) -> Customer uses Network {
    return http_json<CustomerCreate, Customer>("POST", url, [], Some(payload))
}

Der Request-Record wird automatisch serialisiert und der Response-Body in den Response-Record dekodiert. Wenn kein Content-Type angegeben ist, wird application/json ergänzt. Nicht-2xx-Antworten sind ausdrückliche Laufzeitfehler; der Helper liefert den dekodierten Wert und nicht die Response-Header zurück.

Wenn die Response-Metadaten erhalten bleiben müssen, wird http_result verwendet:

fn submit(url: String, payload: CustomerCreate) -> HttpResult<Customer> uses Network {
    return http_result<CustomerCreate, Customer>("POST", url, [], Some(payload))
}

HttpResult<Response> enthält status: Int, headers: String[], body: String, data: Response? und error: HttpError?. Erfolgreiche 2xx-Antworten setzen data; Nicht-2xx-Antworten setzen error mit Status, Headern, Body und Meldung. Transportfehler und ungültiges Erfolgs-JSON bleiben Laufzeitfehler.

Die Process-Capability stellt eine Befehls-API ohne Shell bereit:

fn render_report(input: String) -> String uses Process {
    return run_process("/usr/bin/printf", ["%s", input])
}

Für Projekte ist eine exakte Befehls-Allowlist erforderlich:

[process]
allowed_commands = ["/usr/bin/printf"]
timeout_ms = 5000
max_output_bytes = 1048576

Ohne [process] darf kein Befehl laufen. Die Umgebung des Kindprozesses wird geleert, stdin geschlossen, Prozesse werden nach dem Timeout beendet und stdout/stderr begrenzt. Shell-Ausführung, Umgebungsweitergabe, Arbeitsverzeichnisse und Pipelines folgen später.

Die FileSystem-Host-APIs sind:

fn read_source(path: String) -> String uses FileSystem {
    return read_text(path)
}

fn write_note(path: String, content: String) uses FileSystem {
    write_text(path, content)
}

fn entries(path: String) -> String[] uses FileSystem {
    return list_dir(path)
}

fn remove_note(path: String) uses FileSystem {
    delete_file(path)
}

Alle vier APIs benötigen FileSystem. Lesen und Verzeichnislisten verwenden read_roots; Schreiben und Löschen verwenden write_roots. Relative Pfade werden ausgehend vom Projektverzeichnis aufgelöst, vorhandene Symlink-Ziele vor dem Zugriff kanonisiert. Ohne filesystem-Abschnitt sind Projektlesezugriffe auf das Projektverzeichnis begrenzt; Schreiben und Löschen sind gesperrt:

[filesystem]
read_roots = ["."]
write_roots = ["data"]

Die konfigurierten Verzeichnisse müssen bereits existieren. Ein neues Schreibziel benötigt ein bereits existierendes Elternverzeichnis.

Strukturierte Nebenläufigkeit

Für einen ersten eingeschränkten Nebenläufigkeitsablauf gibt es parallel und await:

parallel {
    customer = await load_customer()
    orders = await load_orders()
}

Jeder Zweig bindet sein Ergebnis mit await. Die Zweige erhalten eine unveränderliche Momentaufnahme der umgebenden Werte und werden vor der Fortsetzung in Quelltextreihenfolge zusammengeführt. Ein Fehler in einem Zweig lässt den gesamten Block fehlschlagen, nachdem die gestarteten Zweige beendet wurden. await außerhalb eines parallel-Blocks weist der Type Checker ab. Die aktuelle Runtime verwendet einen Worker-Thread pro Zweig; Abbruch und die Verwendung eines Datenbank-Connection-Pools sind noch nicht umgesetzt.

15. Contracts und Verify

🧪 Vor- und Nachbedingungen:

fn reserve(stock: Int, amount: Int) -> Int
    requires {
        amount > 0
        stock >= amount
    }
    ensures {
        result >= 0
        result == stock - amount
    }
{
    return stock - amount
}

requires wird vor dem Funktionskörper, ensures danach geprüft. In ensures bezeichnet result den Rückgabewert.

zelyra verify examples/contracts.zyl

Mögliche Statuswerte:

PROVEN
RUNTIME_CHECK
UNPROVEN
FAILED

Nur PROVEN bedeutet bewiesen. RUNTIME_CHECK trägt keinen falschen Schnurrbart und behauptet nicht, Mathematik zu sein.

Der Verifier fasst außerdem Funktionsaufrufe mit begrenzter Tiefe zusammen. Eine Callee mit mehreren Rückgabepfaden, etwa eine Absolutwertfunktion, liefert ihre Pfadbedingungen an den aufrufenden Contract. requires-Bedingungen der Callee werden nach Argumentsubstitution geprüft; requires des Aufrufers sind Annahmen beim Beweis seiner ensures. Komplexe, rekursive oder nicht auflösbare Fälle bleiben RUNTIME_CHECK.

Lokaler Zustandsfluss wird in diesen Zusammenfassungen berücksichtigt. Sowohl next: Int = value + 1 als auch die Kurzform next = value + 1 mit anschließendem return next werden wie eine direkte Rückgabe analysiert. Einfache lineare Mutable-Zuweisungen wie next = next + 1 werden ebenfalls verfolgt. Statisch begrenzte Schleifen mit linearem Zähler werden entfaltet; break beendet die aktuelle Schleife und continue startet ihren nächsten Durchlauf als eigene symbolische Pfade. Nichtlineare Zuweisungen und unbeschränkte Schleifen ohne bewiesene Invariante bleiben konservativ.

Schleifeninvarianten

Eine while- oder unbedingte loop-Schleife kann eine oder mehrere explizite Invarianten deklarieren:

while current > 0
    invariant { current >= 0 }
{
    current = current - 1
}

Der Verifier prüft die Invariante beim Eintritt und nach unterstützten Körperpfaden. Eine bewiesene Invariante kann eine ansonsten unbeschränkte lineare while-Schleife zusammenfassen; eine unbedingte loop-Schleife kann sie mit einem modellierten break-Austritt verwenden. Die Runtime prüft sie vor und nach jedem Durchlauf. Nicht unterstützte oder nicht beweisbare Invarianten bleiben konservativ und erzeugen kein PROVEN-Ergebnis.

zelyra verify meldet jede deklarierte Invariante separat, nach den ensures-Ergebnissen einer Funktion. Die Indizes der Invarianten beginnen bei null:

PROVEN [V-001]: reduce.ensures[0] (src/reduce.zyl:3:5-3:21)
PROVEN [V-001]: reduce.invariant[0] (src/reduce.zyl:7:21-7:33)
FAILED [V-004]: reduce.invariant[1] (src/reduce.zyl:8:21-8:34)

Jedes Ergebnis enthält einen stabilen Code und einen Quellbereich als (datei.zyl:startzeile:startspalte-endzeile:endspalte). Die Codes sind V-001 (PROVEN), V-002 (RUNTIME_CHECK), V-003 (UNPROVEN) und V-004 (FAILED). Für IDEs und CI kann zelyra verify app.zyl --json verwendet werden; die JSON-Ausgabe enthält dieselben Ergebnisdaten, eine verständliche message, ein optionales counterexample-Objekt und ein strukturiertes location-Objekt. Ein Gegenbeispiel wird nur ausgegeben, wenn eine begrenzte Suche einen kleinen linearen Integerzeugen sicher bestätigt. Die aktuelle Suche umfasst bis zu drei lineare Variablen im Bereich -32..=32, auch bei fehlgeschlagenen Schleifeninvarianten; sonst ist der Wert null. Die Textausgabe zeigt außerdem für jedes Ergebnis eine Erklärung und einen Quellzeilenausschnitt mit Caret-Marker.

FAILED bedeutet, dass die Invariante auf einem möglichen analysierten Pfad falsch ist oder vom Schleifenkörper nicht erhalten bleibt. RUNTIME_CHECK bedeutet, dass eine Laufzeitprüfung erforderlich ist, weil der symbolische Verifier den Beweis nicht vollständig führen kann. Nur PROVEN ist ein mathematischer Beweis.

16. Konfiguration und Geheimnisse

Projektkonfiguration gehört in zelyra.toml, Geheimnisse nicht:

[project]
name = "maschinenverwaltung"
version = "0.1.50"
zelyra = "0.1"

[capabilities]
database = true
network = false

Verbindungen und Passwörter werden über geschützte Umgebungsvariablen bereitgestellt:

export DATABASE_URL='mariadb://user:password@127.0.0.1:3306/zelyra_demo'

Regeln:

  • .env niemals in Versionskontrolle committen;
  • Produktionszugänge nie in Codebeispiele schreiben;
  • Geheimnisse nicht loggen;
  • getrennte Datenbanken für Entwicklung, Tests und Produktion verwenden;
  • destruktive Tests niemals gegen Produktion ausführen.

Einfacher Einstieg, optionale Feature-Schalter

Für den einfachen Einstieg ist keine zusätzliche Feature-Konfiguration erforderlich. Erweiterte Projektbereiche können in zelyra.toml ausgewählt werden; umgebungsabhängige, nicht geheime Überschreibungen gehören in .env oder die Prozessumgebung:

[features]
web = true
api = true
crud = true
auth = true
audit = true
Schalter .env / Prozessvariable Standard Bedeutung
web ZELYRA_FEATURE_WEB true Seiten, Formulare und Web-Ressourcen
api ZELYRA_FEATURE_API true api-Deklarationen und API-Oberfläche
crud ZELYRA_FEATURE_CRUD true crud-Deklarationen und generierte CRUD-Oberfläche
auth ZELYRA_FEATURE_AUTH true auth-Deklarationen und Authentifizierungsoberfläche
audit ZELYRA_FEATURE_AUDIT true Audit-Konfiguration innerhalb der Authentifizierung

Auswertungsreihenfolge für Konfigurationswerte:

Prozessumgebung → .env → zelyra.toml → sichere Standardwerte

Wenn der Quellcode einen deaktivierten Bereich verwendet, meldet der Compiler E-FEATURE-001. Feature-Schalter können niemals Typprüfung, SQL-Prüfung, Capabilities, Contracts, CSRF-Schutz oder Sicherheitsregeln abschalten.

Die wirksame Konfiguration kann jederzeit geheimnisfrei geprüft werden:

zelyra config main.zyl
zelyra config main.zyl --format=json

Vollständige .env-Referenz des aktuellen Codes

Variable Standard im generierten Projekt Verwendung Geheim
ZELYRA_WEB_PORT 3000 Port des internen Webservers im Container nein
ZELYRA_HOST_PORT 3000 (oder autom. freier Port) lokal veröffentlichter Webport nein
ZELYRA_DB_HOST_PORT 3306 (oder autom. freier Port) lokal veröffentlichter MariaDB-Port nein
DATABASE_URL projektabhängig MariaDB-Verbindungs-URI (mariadb://user:pass@host:port/db) ja
MARIADB_DATABASE zelyra_app Compose: Datenbankname nein
MARIADB_USER zelyra Compose: Anwendungsbenutzer nein
MARIADB_PASSWORD zufällig erzeugt Compose: Passwort des Anwendungsbenutzers ja
MARIADB_ROOT_PASSWORD zufällig erzeugt Compose: MariaDB-Root-Passwort ja
ZELYRA_AUTH_TOKEN keiner optionaler lokaler Bearer-Token für geschützte Anfragen ja
ZELYRA_AUTH_PERMISSIONS leere Liste kommagetrennte lokale Berechtigungs-Allowlist nein

Test- und Entwicklungsvariablen

Die Testvariablen mit ZELYRA_INSTALL_ROOT, ZELYRA_BIN, *_E2E_* und GENERATED_* dienen internen CI- und lokalen Integrationstests (z. B. tests/generated-project-docker-e2e.sh, tests/sqlite-e2e.sh). Sie sind keine Anwendungskonfiguration und dürfen nie Produktionszugänge enthalten.

Umgebungszugriff innerhalb der Sprache

Über die Built-in-Funktion env(name) kann Zelyra-Code Werte aus der Umgebung lesen, sofern uses Environment und [capabilities] environment = true deklariert sind:

fn configured_mode() -> String? uses Environment {
    return env("ZELYRA_MODE")
}

DATABASE_URL und sensible Schlüssel dürfen niemals per env(...) in ungesichertem Code ausgelesen werden.

17. Diagnosen und Fehlersuche

Zelyra möchte Fehler so erklären, dass man nicht erst eine archäologische Ausgrabung im Stacktrace beginnen muss.

Verbindung unabhängig testen

Teste zuerst MariaDB ohne Zelyra. Das Passwort wird interaktiv abgefragt und landet nicht in der Shell-History:

mariadb \
    --host=127.0.0.1 \
    --port=3307 \
    --user=zelyra \
    --password \
    adressverwaltung

Danach ist zelyra doctor src/main.zyl --json (optional mit --env-file .env und --port 18080) der vorhandene Zelyra-Test. Es gibt aktuell keinen zelyra db check-Befehl. doctor prüft Quellcode, Schema, DB-Verbindung, Docker Compose und Host-Ports. Ohne DATABASE_URL meldet er nur eine Warnung, bei einer gesetzten, aber nicht erreichbaren Verbindung einen Fehler. Ein laufender DB-Container allein beweist noch nicht, dass Host, Port, Benutzer und Datenbank zusammenpassen.

Diagnosebefehle ohne Geheimnisse

pwd
ls -la
docker compose ps
docker compose logs mariadb
ss -ltn
mariadb --version

Unter Windows in PowerShell sind Get-Location, Get-ChildItem, docker compose ps und mariadb --version die entsprechenden ersten Schritte. Gib niemals DATABASE_URL oder ein Passwort in eine Diagnoseausgabe aus.

Typische Fehler

Fehlermeldung Wahrscheinliche Ursache Lösung
Permission denied fehlende Dateirechte, falscher Besitzer oder kein Zugriff auf den Client ls -la, chmod 600 .env und Installationspfad prüfen
Access denied for user Passwort stimmt nicht oder Benutzer ist für einen anderen Host angelegt SHOW GRANTS FOR 'zelyra'@'127.0.0.1'; prüfen; Passwort rotieren
Connection refused auf Host/Port lauscht kein Dienst docker compose ps, ss -ltn und den veröffentlichten Port prüfen
Can't connect to server falscher Host, falscher Port oder Container noch nicht bereit docker compose logs mariadb; vom Host 127.0.0.1:3307, im Compose-Netz mariadb:3306 verwenden
Unknown database Datenbankname in URL und MariaDB unterscheiden sich SHOW DATABASES; ausführen und DATABASE_URL korrigieren
falscher Port außen 3307 mit innen 3306 verwechselt Host nutzt 3307, ein Compose-Service nutzt 3306
MariaDB-Container nicht gestartet Compose-Fehler, belegter Port oder ungesundes Volume docker compose ps und docker compose logs mariadb prüfen
Benutzer nur für anderen Host freigegeben 'zelyra'@'localhost' ist nicht immer 'zelyra'@'127.0.0.1' Benutzer exakt für den verwendeten Host anlegen und Grants kontrollieren
fehlende Umgebungsvariable DATABASE_URL wurde nicht exportiert .env laden oder Variable für den Prozess setzen; Zelyra lädt sie nicht selbst
.env wird nicht gefunden falsches Arbeitsverzeichnis oder Annahme eines automatischen Loaders pwd, ls -la; im Projektstamm arbeiten und Variable explizit exportieren
ungültiger Zahlenwert beim Port Portteil der URI ist kein gültiger MariaDB-Port Ziffern verwenden, zum Beispiel 3307; die URL wird ansonsten abgelehnt
falscher Zeichensatz Datenbank mit anderem Charset/Kollation angelegt Datenbankdefinition prüfen; db setup nutzt utf8mb4/utf8mb4_unicode_ci
TLS-Fehler TLS-Parameter wurden an die URL angehängt, werden aber nicht unterstützt aktuelle CLI-URL ohne TLS-Query-Option nutzen; TLS-Konfiguration ist geplant
Testdatenbank wird aus Sicherheitsgründen abgelehnt Schutzmechanismus wird erwartet, ist aber nicht implementiert Zelyra verhindert Produktionszugriff in Tests nicht automatisch; Variablen manuell prüfen
PostgreSQL-SQL gegen MariaDB falsches Backend oder nicht passende DDL Backend in .zyl prüfen und zelyra db create-Ausgabe vor Anwendung lesen

Wenn mariadb gar nicht gestartet werden kann, nennt Zelyra den Startfehler des externen Programms. Der CLI-Prozess enthält keinen eigenen MariaDB-Treiber.

Quellcode prüfen:

zelyra check app.zyl

Typische Fehlerklassen:

  • unbekannter Name oder Typ;
  • Zuweisung an unveränderlichen Wert;
  • unvollständiges Pattern Matching;
  • unbekannte Tabelle oder Spalte;
  • fehlender SQL-Parameter;
  • falsche Ergebnisstruktur;
  • fehlende Capability;
  • ungültiges Formularfeld;
  • nicht erfüllter Contract;
  • unvollständige typisierte Lücke (_).

Beim Entwickeln kannst du _ als Platzhalter für einen unfertigen Ausdruck einsetzen (Typed Hole). zelyra check lehnt unfertigen Code für den Bau zwar ab, liefert aber kontextbezogene Diagnosen: erwarteter Typ, sichtbare Variablen und Funktionen, aktive Capabilities, Contract-Pflichten und Quelltextposition.

Wenn DATABASE_URL fehlt, funktionieren reine Sprachprüfungen weiterhin. Datenbankoperationen melden den fehlenden Zugriff kontrolliert. Das run- Kommando verwendet ohne Variable die reine Runtime; serve startet zwar die Routen, datenbankabhängige Seiten antworten aber mit einem kontrollierten Fehler.

18. Testen und Mitentwickeln

Vor jedem Commit:

cargo fmt --all
cargo test --workspace
cargo clippy --workspace --all-targets -- -D warnings

Ein Sprachfeature ist erst fertig, wenn es besitzt:

  • dokumentierte Syntax;
  • AST/HIR-Unterstützung;
  • statische Prüfung;
  • verständliche Diagnosen;
  • positive Tests;
  • negative Tests;
  • ein ausführbares Beispiel;
  • aktualisierte deutsche und englische Dokumentation.

Tests, die nur deshalb grün sind, weil sie nie liefen, sind Dekoration.

19. Was als Nächstes kommt

Die wichtigsten geplanten Bereiche:

  • typisierte, vollständig anpassbare View-Komponenten;
  • E-Mail-Vorlagen und SMTP;
  • Benachrichtigungszentrum;
  • Hintergrundaufgaben und transaktionale Outbox;
  • Activity-, Audit- und technische Logs;
  • typisierte Connections und Secret Provider;
  • ODBC und externe Read-only-Datenbanken;
  • umfangreichere fachliche Fehlerwerte über typisierte API-Payloads hinaus und weitergehende Request-/Response-Verarbeitung zur Laufzeit;
  • Abbruch und Datenbank-Pool-Integration für strukturierte Nebenläufigkeit;
  • weitergehende formale Verifikation;
  • Optimierungsmodelle für reale Planungsprobleme.

Zelyra soll den Standardfall kurz halten und beim Sonderfall nicht plötzlich die Tür abschließen:

Automatisch, wenn möglich. Anpassbar, wenn nötig. Überall geprüft.

Und jetzt: eine Tabelle bauen, SQL lesen, Backup prüfen. In dieser Reihenfolge.

20. Zelyra im Vergleich zu Rust

Die wichtigste Aussage zuerst

Zelyra wird mit Rust entwickelt. Der Zelyra-Compiler, die Sprachmodule und Teile der Laufzeit liegen als Rust-Crates im Compiler-Repository. Das bedeutet nicht, dass Zelyra Rust verändert oder dass Zelyra-Anwendungsprogramme Rust- Programme sind.

Zelyra ist nicht verändertes Rust. Zelyra ist eine eigenständige Sprache, deren Compiler und Laufzeit in Rust entwickelt werden.

Der Rust-Compiler wird für Zelyra nicht geforkt und nicht um Zelyra-Schlüssel- wörter erweitert. Zelyra ist auch keine Rust-Bibliothek und kein Präprozessor, der gewöhnlichen Rust-Code in etwas anderes umschreibt. Eine .zyl-Datei wird vom eigenen Zelyra-Lexer und -Parser gelesen, in eigene AST-/HIR-Strukturen überführt, typgeprüft und anschließend von der Zelyra-Runtime verarbeitet.

Die Ähnlichkeit bei fn, geschweiften Klammern, if, match oder statischer Typisierung ist eine Designentscheidung, aber kein Abstammungsnachweis. Entschei- dend sind Grammatik, Semantik und Programmiermodell. Zelyra ist derzeit noch ein experimenteller Prototyp; die Eigenständigkeit wächst mit der Umsetzung des eigenen Typsystems, der SQL-Prüfung, der Runtime und der Zelyra-spezifischen Konstrukte.

Die Aussagen in diesem Kapitel wurden gegen den aktuellen Quellcode geprüft: Lexer und TokenKind definieren die Zelyra-Tokens, der Parser erzeugt eigene AST-Strukturen, und die nachfolgenden Module übernehmen Auflösung, Typprüfung, Contract-Prüfung, SQL-Analyse, Webverarbeitung und Runtime. Die CLI- und Datenbankmodule wurden ebenfalls berücksichtigt. Wo ein Merkmal nur als Token, AST-Knoten oder Zielbild vorhanden ist, wird es nicht als vollständig ausführbare Spracheigenschaft ausgegeben.

Allgemeiner Vergleich

Bereich Rust Zelyra Wesentlicher Unterschied Zelyra-Status
Sprachkategorie universelle System- und Anwendungssprache eigenständige deklarative Sprache für Business- und Webanwendungen andere Grammatik und Semantik 🧪
Haupteinsatzgebiet Systeme, Services, CLI, Embedded, WebAssembly datenbankgestützte Business- und Webanwendungen Zelyra bündelt Fachanwendungsebenen 🧪
Compiler rustc, Cargo-Ökosystem eigenes Rust-Programm im Zelyra-Repository Rust kompiliert den Compiler; rustc kompiliert nicht .zyl ✅
Laufzeit Rust-Code läuft nativ oder über gewählte Runtime eigene Zelyra-Runtime, in Rust implementiert Zelyra führt eigene Werte und Regeln aus 🧪
Speicherverwaltung Ownership, Borrowing, Lifetimes für Zelyra-Code weitgehend automatisch verborgen kein Rust-Borrow-Checker im .zyl-Programm 🧪
Ownership zentrale Rust-Semantik kein entsprechendes .zyl-Konstrukt Speicherregeln sind nicht dieselben 🗺️
Borrowing Referenzen und Borrow-Checker kein entsprechendes .zyl-Konstrukt keine Rust-Referenzsyntax 🗺️
Lifetimes explizite oder inferierte Lebensdauern keine Lifetime-Syntax Zelyra legt diese Ebene derzeit nicht offen 🗺️
statische Typisierung sehr ausgereift, generisch und trait-basiert eigener statischer Typechecker mit Int, String, Option, Records usw. Zelyra-Typen sind nicht Rust-Typen ✅
Nullfähigkeit Option<T> T?, etwa Email? Zelyra kann daraus Schema-/Formregeln ableiten ✅
Fehlerbehandlung Result<T, E>, Option<T>, ?-Operator Result<T, E>, Some/None, Laufzeitdiagnosen kein Rust-?-Operator als Zelyra-Syntax ✅
Datenbankintegration externe Crates wie SQLx, Diesel oder SeaORM vorgesehener Bestandteil von Sprache, CLI und Runtime anderes Integrationsmodell; aktuell externer Client 🧪
SQL Bibliotheken, Makros oder Strings natives sql<T> { ... } mit Schema-/Parameterprüfung Zelyra kennt SQL als AST-Ausdruck ✅
MariaDB-Schema nicht Aufgabe der Rust-Sprache Tabellen werden in Zelyra beschrieben Generator erzeugt sichtbares SQL 🧪
Formulare Framework, Templates und Validierung selbst verbinden form-Konstrukt und Tabellenregeln Standardpfad ist Teil des Sprachmodells 🧪
CRUD muss programmiert oder über Frameworks erzeugt werden deklaratives crud Name -> table mit gemeinsamem View-Feldprofil aktuelle Runtime stellt CRUD-Routen bereit 🧪
Views externe Bibliotheken oder Frameworks page/html, benannte view-Layouts, typisierte component-Bausteine und benannte Slots mit Fallbacks sind vorhanden kein Rust-Äquivalent; freie Styling-Komponenten fehlen noch 🧪
Quellformatierung cargo fmt, rustfmt zelyra fmt <file.zyl> [--check] deterministischer Zelyra-Formatter, schützt SQL und HTML ✅
Refactoring/Wirkungsanalyse rust-analyzer, Compiler-APIs zelyra impact, zelyra edit versionierte, atomare JSON-Maschinenschnittstellen 🧪
Authentifizierung externe Web-/Auth-Crates Auth-Definition, Sessions und Berechtigungsprüfungen im Webmodul Zelyra bündelt den Standardfall 🧪
Berechtigungen selbst entworfene Typen und Middleware requires auth, permits und CRUD-Aktionsrechte deklarative Regeln werden serverseitig geprüft 🧪
Contracts manuell oder über Bibliotheken native requires {} und ensures {} plus verify Contract-Syntax gehört zu Zelyra ✅
Capabilities APIs und Bibliotheken regeln Effekte uses Database, uses Network usw. sichtbare Effektdeklaration ist Sprachbestandteil ✅
E-Mails externe SMTP-/Mail-Crates kein integriertes E-Mail-Konstrukt nicht mit uses Email vortäuschen ❌
Jobs externe Job-/Queue-Systeme kein Hintergrundjob-Konstrukt keine stabile Job-Syntax ❌
Audit externe Logs oder Audit-Crates Audit-Tabelle, CLI-Auswertung und optionale Hash-Kette an Auth/CRUD gebunden und noch experimentell 🧪
Deployment Cargo, Container, CI und Infrastruktur frei wählbar generierte Docker-/Compose-Vorlage vorhanden Vorlage ist Entwicklungsstart, keine Produktionsplattform 🧪
Produktionsreife Rust ist breit produktiv eingesetzt Zelyra Compiler 0.3.0 ist experimentell Reife und Ökosystem sind nicht vergleichbar 🧪
Ökosystem sehr groß: Crates, Tools, Frameworks kleines eigenes Repository und wenige Integrationen Zelyra kann Rust-Crates nicht direkt importieren 🧪

Rust ist also das technische Fundament, nicht die Anwendungssprache hinter Zelyra. Eine Rust-Struktur Customer und eine Zelyra-Tabelle customers können ähnliche Daten beschreiben, erzeugen aber nicht dasselbe Verhalten.

Ausführlicher Syntaxvergleich

Die Statusangabe ✅ bedeutet in diesem Kapitel: im aktuellen Quellcode vorhanden und mit der installierten Rust-Toolchain beziehungsweise dem Zelyra- CLI geprüft. 🧪, 🗺️ und ❌ kennzeichnen weiterhin eingeschränkte, geplante oder derzeit nicht verfügbare Sprachmerkmale.

Sprachmerkmal Zelyra-Syntax Rust-Syntax Semantischer Unterschied Zelyra-Status
Dateiendung app.zyl main.rs eigener Lexer und eigener Dateityp ✅
Programmeinstieg fn main() { ... } fn main() { ... } gleiche Schreibweise, andere Sprache ✅
Funktionsdefinition fn add(a: Int) -> Int { ... } fn add(a: i64) -> i64 { ... } Zelyra-Typen sind eigene AST-Typen ✅
Parameter name: String name: String ähnliche Position, andere Typsemantik ✅
Rückgabetyp -> Int -> i64 Zelyra abstrahiert den Geschäftstyp ✅
Rückgabewert return value value oder return value; letzter Rust-Ausdruck ist Rückgabewert ✅
unveränderliche Variable value = 1 let value = 1; Zelyra bindet ohne mutable unveränderlich ✅
veränderliche Variable mutable value = 1 let mut value = 1; Veränderbarkeit wird anders markiert ✅
Ganzzahl Int oder UInt i32, i64, u32, u64 Rust verlangt konkrete Breite; Zelyra abstrahiert derzeit ✅
Dezimalzahl Float oder Decimal f64 oder f32 Größe und genaue Überlaufregeln von Zelyra sind noch nicht vollständig spezifiziert 🧪
Boolean true, false, Bool true, false, bool eigenes Zelyra-Basistypmodell ✅
Zeichenkette String und Zeichenliterale String, &str, Zeichenliterale Rust unterscheidet Besitz und Borrowing ✅
optionale Werte Email? oder Option<String> Option<String> ? ist Zelyras Kurzform für Option ✅
fehlender Wert None None gleiche Bezeichnung in verschiedenem Enum-Modell ✅
Listen/Arrays Int[], [1, 2, 3] Vec<i64>, vec![1, 2, 3] Zelyra bietet keine Rust-Makrosyntax ✅
benannte Datentypen type CustomerId = Id, struct Customer { ... } type CustomerId = u64, struct Customer { ... } Zelyra-Records und Rust-Structs sind nicht austauschbar ✅
Bedingungen if ok { ... } if ok { ... } Blocksemantik und Ausdrucksregeln unterscheiden sich ✅
else else { ... } else { ... } ähnliche Kontrollflussform ✅
match match value { Some(x) => ... None => ... } match value { Some(x) => ..., None => ... } Zelyra verlangt ebenfalls vollständige Fälle ✅
Schleifen for item in items, while, loop for item in items, while, loop Zelyra unterstützt keine Rust-Iteratortraits ✅
Funktionsaufrufe add(1, 2) add(1, 2) gleiche Oberfläche, andere Auflösung ✅
Ausgabe print(value) println!("{}", value); Rust verwendet ein Makro mit ! ✅
Kommentare // Kommentar // Kommentar, /* ... */ aktueller Zelyra-Lexer hat Zeilenkommentare ✅
Zeilenumbrüche meist Trennzeichen; nach Operatoren fortsetzbar meist Whitespace Parserregeln sind eigenständig ✅
Semikolons werden als Statementtrenner akzeptiert, aber nicht benötigt häufig Statementtrenner Zelyra ist nicht semikolonpflichtig ✅
Blockstruktur { ... } { ... } Klammern bestimmen in beiden die Blöcke ✅
Einrückung Lesbarkeit, keine Blocksemantik Lesbarkeit, keine Blocksemantik Leerzeichen/Tabs werden nicht zu Python-Blöcken ✅
Fehlerbehandlung Result<T, E>, Some/None Result<T, E>, ?, panic! Zelyra hat keinen Rust-Operator ? ✅
Stringinterpolation HTML kann {name} in html-Bodies verwenden format!("{name}") oder println!("{}", name) keine allgemeine Zelyra-Stringinterpolation dokumentieren 🧪
Module Noch nicht festgelegt mod name {}, Dateien und Module keine mod-Syntax im Zelyra-Parser ❌
Imports Noch nicht festgelegt use crate::module::Item; keine Importsyntax ❌
Generics Option<T>, Result<T, E> und begrenzte Built-in-Typargumente allgemeine Generics und Traits keine benutzerdefinierten Zelyra-Generics 🧪
asynchrone Funktionen async fn nicht vorhanden; await/parallel nur eingeschränkt async fn, .await, Futures kein stabiles Zelyra-Async-Modell 🧪
Tabellen table customers { ... } kein Sprachkonstrukt Zelyra verbindet Tabelle und Schema ✅
Datenbanktypen Id, String(100), Email, Bool Rust-Typen und externe Mapping-Crates Zelyra erzeugt SQL-Typen aus der Tabelle ✅
Beziehungen department: Department required Feld plus eigene Query-/Mappinglogik Zelyra leitet Fremdschlüssel ab ✅
SQL-Abfragen sql<Customer[]> { SELECT ... } String/Makro einer DB-Crate Zelyra prüft Schema, Parameter und Ergebnis ✅
Formulare form CustomerCreate -> customers { ... } kein natives Formular Webframework und Validierung nötig ✅
CRUD crud Customer -> customers kein natives CRUD Zelyra-Runtime stellt Standardrouten bereit 🧪
Views page, view SiteShell und component Badge kein natives View-Konstrukt benannte Views/Komponenten sind vorhanden; input/render/?? bleiben Zielsyntax 🧪
Vorbedingungen requires { amount > 0 } kein eingebautes Äquivalent Contract ist Teil der Zelyra-Funktion ✅
Nachbedingungen ensures { result >= 0 } kein eingebautes Äquivalent Verifier und Runtime kennen Zelyra-Contracts ✅
Zugriff auf alte Werte Noch nicht festgelegt; old(...) nicht geparst ebenfalls kein allgemeiner eingebauter Contractstandard keine old-Syntax vortäuschen ❌
Capabilities uses Database kein identisches Sprachkonstrukt Effekte werden in Zelyra sichtbar deklariert ✅
E-Mails Noch nicht festgelegt externe Crate/API kein Email-Capability-Schlüssel ❌
Hintergrundjobs Noch nicht festgelegt externe Queue-/Runtime-Crate keine Job-Syntax ❌
Audit auth users { audit: auth_audit_log } externe Logging-/Audit-Crate Zelyra bindet Audit an Auth- und CRUD-Ereignisse 🧪
API-Definitionen api GET "/customers" { ... } Router, Handler und Typen separat Zelyra bündelt Vertrag und Route ✅

Funktionen: derselbe Gedanke, andere Sprache

Beide folgenden Beispiele sind in ihrer jeweiligen Sprache typische kleine Funktionen. Das Zelyra-Beispiel entspricht der vom Parser verarbeiteten Funktionssyntax und wurde mit dem aktuellen CLI geprüft.

fn add(a: Int, b: Int) -> Int {
    return a + b
}
fn add(a: i64, b: i64) -> i64 {
    a + b
}

Rust verwendet konkrete Ganzzahltypen wie i32, i64, u32 oder u64. Zelyra bietet für typische Businesslogik den verständlichen Typ Int; die verbindliche Größe, Überlaufbehandlung und jede Datenbankabbildung müssen noch vollständig spezifiziert werden.

Fibonacci

fn fibonacci(n: Int) -> Int {
    if n <= 1 {
        return n
    }

    return fibonacci(n - 1) + fibonacci(n - 2)
}

fn main() {
    print(fibonacci(10))
}
fn fibonacci(n: u64) -> u64 {
    if n <= 1 {
        return n;
    }

    fibonacci(n - 1) + fibonacci(n - 2)
}

fn main() {
    println!("{}", fibonacci(10));
}

✅ Die Zelyra-Fassung nutzt Int, print und explizites return; Rust nutzt u64, das println!-Makro und den letzten Ausdruck als Rückgabewert. Rust- Makros tragen das !. In Zelyra sind Semikolons nicht erforderlich. Klammern bestimmen in beiden Beispielen die Blockstruktur, Einrückung dient nur der Lesbarkeit. Ein Zeilenumbruch nach + setzt den Ausdruck fort; der Parser überspringt an dieser Stelle Zeilenumbrüche. Rekursion funktioniert in Zelyra nur, weil Funktionsauflösung und Runtime sie tatsächlich unterstützen. Der Code wurde in diesem Arbeitslauf nicht ausgeführt.

Optionale Werte

email: Email?
email: Option<String>

Email? ist fachlich kürzer und drückt neben der Optionalität den E-Mail- Datentyp aus. Rust verwendet den allgemeinen generischen Typ Option<T>. Zelyra kann Email? in der Tabellen-, Formular- und SQL-Prüfung berücksichtigen; eine allgemeine automatische View- oder Validierungsableitung ist jedoch nicht für jede Oberfläche vorhanden.

Tabellen

table customers {
    id: Id primary auto
    name: String(100) required
    email: Email?
    active: Bool default true
}
struct Customer {
    id: u64,
    name: String,
    email: Option<String>,
    active: bool,
}

Die Rust-Struktur erzeugt keine Tabelle, keine SQL-Spalten, keine Validierung, kein Formular und keine CRUD-Oberfläche. Dafür braucht Rust zusätzliche Crates, Makros, Queries, Handler und Templates. Die Zelyra-Tabelle wird dagegen in die Schemaableitung und – wo die Webfunktion vorhanden ist – in Formulare und CRUD einbezogen.

CRUD

crud Customer -> customers

Rust besitzt dafür kein natives Äquivalent. Typischerweise kommen in Rust ein Webframework, Routing, eine Datenbank-Crate, ein Datenmodell, Abfragen, Request-Typen, Validierung, Handler, Templates oder ein Frontend, Fehlerbehandlung und Berechtigungsprüfung zusammen. Zelyra parst diese deklarative Definition und die aktuelle Runtime stellt daraus CRUD-Routen, Formulare, Suche, Filter und CSRF-geschützte Aktionen bereit. Das ist experimentell; es ist kein statischer Frontend-Generator.

SQL

Die Zielsyntax aus dem Auftrag enthielt with { ... }. Das ist im aktuellen Parser nicht vorhanden. Parameter kommen derzeit als Funktionsparameter in die SQL-Prüfung:

struct Customer { id: Int name: String email: Email? active: Bool }

fn active_customers(active: Bool) -> Customer[]
    uses Database
{
    return sql<Customer[]> {
        SELECT id, name, email, active
        FROM customers
        WHERE active = :active
        ORDER BY name
    }
}
let customers = sqlx::query_as!(
    Customer,
    r#"
        SELECT id, name, email, active
        FROM customers
        WHERE active = ?
        ORDER BY name
    "#,
    true
)
.fetch_all(&pool)
.await?;

Rust hat SQL nicht als Spracheigenschaft; SQLx oder andere Crates können zusätzliche Compile-Time-Prüfungen anbieten. Zelyras aktueller SQL-Checker prüft – wenn Schema und Typen bekannt sind – Tabellen, Spalten, Aliase, Parameter, Nullfähigkeit, Ergebniszuordnung und Database-Capability. Das macht Zelyra nicht automatisch besser als SQLx. Der aktuelle MariaDB-Generator und seine fehlenden Tabellenoptionen sind in Abschnitt 7 offen dokumentiert.

Views: aktuelle Syntax statt Zielbild

Die gezeigte Zielsyntax mit view, input, render, Komponenten und ?? ist heute nicht Parser-Syntax. Der aktuelle Webkern verwendet stattdessen:

page "/customers/{name}" {
    html {
        <h1>Kunde {name}</h1>
    }
}

Rust besitzt keine eingebaute HTML- oder Komponenten-Syntax; dort kommen Templates und Webframeworks hinzu. Zelyras page/html-Form sowie benannte Views und typisierte Komponenten sind vorhanden. Mehrere Slots, verschachtelte Komponenten und die Zielsyntax mit input/render sind noch nicht stabil; ?? ist keine implementierte Zelyra-Operation.

Verträge

Die Zielsyntax require amount > 0 und old(...) ist nicht der aktuelle Stand. Der Parser akzeptiert requires {} und ensures {}:

fn reserve(stock: Int, amount: Int) -> Int
    requires {
        amount > 0
        stock >= amount
    }
    ensures {
        result >= 0
        result == stock - amount
    }
{
    return stock - amount
}

Rust besitzt hierfür kein direkt eingebautes Äquivalent. requires beschreibt Vorbedingungen, ensures Nachbedingungen. Runtime-Prüfung und formale Verifikation sind verschieden: zelyra verify kann PROVEN, RUNTIME_CHECK, UNPROVEN oder FAILED melden. Ein Zugriff auf den alten Wert über old(...) ist nicht implementiert.

Capabilities

fn load_customers() -> Customer[] uses Database {
    return sql<Customer[]> {
        SELECT id, name, email, active FROM customers
    }
}

uses macht erlaubte Seiteneffekte in der Signatur sichtbar. Database, Network, FileSystem, Environment, Process, Clock, Random und Console sind im aktuellen Runtime-Code bekannte Capabilities. Rust besitzt kein identisches eingebautes Capability-System; dort werden Zugriffe typischerweise über Typen, Werte und Bibliotheks-APIs organisiert. Email ist keine Zelyra-Capability.

Was Rust-Kenner in Zelyra nicht suchen sollten

Zelyra soll für typische Businessanwendungen nicht verlangen, im gewöhnlichen Anwendungscode explizite Lifetimes zu schreiben, Borrowing für einfache Formulare zu debuggen, zwischen vielen Ganzzahlbreiten zu wählen oder ein Webframework aus zahlreichen Crates zusammenzustellen. Das ist eine Abstraktion, keine Behauptung, dass Speicher- und Laufzeitfragen verschwinden.

Von Rust inspiriert sind statische Typisierung, verständliche Diagnosen, sichere Standardeinstellungen, explizite Veränderbarkeit, Pattern Matching, Records/Enums, klare Grenzen, reproduzierbares Tooling und formale Prüfungen.

Was Zelyra eigenständig macht

Zelyra-Merkmal Nutzen Status
Eine fachliche Definition weniger widersprüchliche Mehrfachdefinitionen 🧪
natives geprüftes SQL Datenbankfehler möglichst vor Ausführung erkennen ✅
deklaratives CRUD Standardverwaltungen mit wenig Code 🧪
page/html-Webkern einfache typisierte Pfadwerte und HTML-Antworten 🧪
sichtbares MariaDB-SQL nachvollziehbare Schemaänderungen 🧪
requires und ensures Geschäftsregeln ausdrücklich festlegen ✅
Capabilities erlaubte Seiteneffekte sichtbar machen ✅
integriertes Audit Änderungen nachvollziehen 🧪

Ehrliches Fazit

Zelyra sieht an einigen Stellen ähnlich aus wie Rust, weil beide moderne, statisch typisierte Sprachen mit geschweiften Klammern und klaren Funktionssignaturen sind. Zelyra verfolgt jedoch ein anderes Programmiermodell: Datenbank, SQL, Formulare, CRUD, Views und Geschäftsregeln sollen Bestandteile eines gemeinsamen Sprachsystems sein. Rust ist das technische Fundament des Compilers – nicht die Sprache, die Zelyra-Anwendungsentwickler schreiben.

Status: Zelyra ist derzeit ein experimenteller Sprachprototyp. Einige gezeigte Sprachmerkmale beschreiben das verbindliche Zielbild und sind noch nicht vollständig implementiert. Der Status an jedem Beispiel zeigt, was heute im Code tatsächlich vorhanden und geprüft ist.

Weiterführend: Einführung, Sprachgrundlagen, MariaDB, SQL, Formulare, Views/Webseiten, CRUD, Contracts, Capabilities, Implementierungsstatus und Roadmap. Der laufende Repository-Stand steht zusätzlich auf der Statusseite.

21. Positionierung und aktueller Entwicklungsstand

Die aktuelle Positionierung in docs/positioning.de.md beschreibt Zelyra als eigenständige Sprache für datenbankgestützte Businessanwendungen. Sie ersetzt nicht die technische Prüfung im Compiler; sie erklärt, wofür die Bausteine zusammen gedacht sind.

Was Zelyra unterscheidet

  1. Eine Quelle der Wahrheit: Schema, Typen, SQL, Formulare, CRUD, Views und APIs sollen aus miteinander prüfbaren Definitionen entstehen.
  2. SQL bleibt First-Class: SQL wird nicht hinter einer ORM-Abstraktion versteckt, sondern als Bestandteil des Programms mit Tabellen, Parametern und Ergebnisformen geprüft.
  3. Businessfunktionen sind Sprachbausteine: Tabellen, Formulare, CRUD, Seiten, Authentifizierung, Berechtigungen und Contracts gehören zum selben Modell.
  4. Sichere Defaults sind sichtbar: HTML-Escaping, parametrisierte SQL- Werte, CSRF-Schutz, Null-Sicherheit und serverseitige Berechtigungen sind keine bloßen Empfehlungen.
  5. Beweise werden ehrlich bezeichnet: PROVEN, RUNTIME_CHECK, UNPROVEN und FAILED unterscheiden echte statische Beweise von Laufzeitprüfungen und offenen Fällen.
  6. Kurzer Einstieg, vollständige Sprache: Der deklarative Standardfall ist kurz; eigene Funktionen und native SQL bleiben für komplexe Fachlogik verfügbar.
  7. Wenig Infrastruktur für den Start: Der eingebaute Server und die CLI sollen den Lern- und Entwicklungsweg ohne Apache, PHP oder ein verpflichtendes Framework-Bündel ermöglichen.

Der aktuelle Stand ist trotzdem ein experimenteller Prototyp. Die Roadmap und die einzelnen Statuszeichen sind deshalb wichtiger als eine allgemeine Produktbehauptung.

22. Roadmap aus dem aktuellen Repository

Die folgende Zusammenfassung stammt aus docs/ROADMAP.de.md im aktuellen Zelyra-Repository. Sie ist eine Entwicklungsplanung, keine Zusage für ein Release-Datum.

Bereich Aktueller Schwerpunkt Noch offene Ausbaustufen
Einstieg und Distribution Quellcode- und Release-Installer (Linux/Windows x86_64 per SHA-256), zelyra new/init mit Starter-Templates (minimal, mariadb-crud, mariadb-auth, mariadb-business), Docker-/DB-Ports, zelyra setup, zelyra doctor, E2E-Tests signierte Binaries, interaktiver Verbindungsassistent, Reverse-Proxy-Automatisierung
Sprache und Compiler Lexer, Parser, AST/HIR, Typprüfung, Option, Result, Pattern Matching, Ausdrucks-Typed-Holes (_), kanonisches zelyra fmt Module, Imports, Generics, Lücken in Deklarationen und vollständige formale Verifikation
Datenbankplattform MariaDB, SQLite und PostgreSQL im Schema-CLI; typisiertes SQL weitere Schemaabdeckung, robustere Produktionsabläufe
Views und Web Seiten, benannte Views, Komponenten, Default- und benannte Slots mit Fallback-Inhalten, sicherer Output Themes, View-Vererbung, freie Styling-Komponenten
Formulare und CRUD Validierung, CSRF, Suche, Filter, Pagination, Aktionen, Soft Delete, gemeinsames CRUD-View-Feldprofil (view.fields) permanente Löschung, Aufbewahrung, Archivierung und breitere View-Anpassung
Authentifizierung und Audit Login, Sessions, Rollen, Berechtigungen, Browser-Admin, Audit und Hash-Kette Self-Service, noch umfassendere Policy-Verwaltung und Archivstrategien
APIs und Integration typisierte APIs, OpenAPI, TypeScript-Client und CORS Versionierung, Rate Limits und OAuth-/Integrationsbausteine
Verifikation und Betrieb Contracts, Capability-Prüfung und erste Nebenläufigkeitsbausteine Abbruch, Timeouts, Datenbank-Pool-Integration und belastbare Performancepfade
KI-native Schnittstellen zelyra fmt (Stufe B ✅), Ausdrucks-Lücken _ (Stufe C 🧪), zelyra impact mit --symbol (Stufe D 🧪), zelyra edit Umbenennung (Stufe E 🧪) Lücken in Deklarationen, Schema-/Laufzeit-Impact, komplexere Edit-Operationen, KI-Benchmark
Qualität und Governance Tests, Dokumentation und reproduzierbare Prüfungen breitere Akzeptanzanwendungen und Produktionshärtung

Nicht als verfügbar dokumentieren: E-Mail- und Hintergrundjob-Systeme, vollständige Module/Imports, frei definierbare view-Komponenten mit mehreren Slots oder eine automatische Produktionsmigration. Für jeden dieser Bereiche gilt 🗺️, solange der aktuelle CLI-Code die Funktion nicht vollständig trägt.

Die sinnvollste Reihenfolge für ein eigenes Lernprojekt bleibt daher:

  1. check und run für die Sprachgrundlagen;
  2. db create, db inspect, db plan und kontrolliertes db apply;
  3. eine kleine page-, form- oder crud-Anwendung;
  4. erst danach Authentifizierung, Rollen, Audit und API-Integration.

23. KI-native Entwicklung

Die aktuellen Architektur- und Spezifikationsdokumente ergänzen ein wichtiges Prinzip:

Die KI schreibt. Zelyra prüft.

Zelyra soll für Menschen und KI-Systeme gleichermaßen nutzbar sein, bleibt aber vollständig KI-unabhängig. Der Compiler und die Tests sind die Vertrauensgrenze; eine plausible Erklärung eines Modells ist kein Korrektheitsnachweis. Für menschlichen und generierten Code gelten dieselben Prüfungen für Lexer, Parser, Namen, Typen, SQL, Capabilities, Contracts, Tests und Laufzeit.

Heute verfügbare Maschinenschnittstellen

🧪 Die JSON-Ausgaben für Werkzeuge verwenden das gemeinsame Format mit schema_version: "1". Menschliche Ausgabe bleibt Standard; JSON wird nur mit --format=json angefordert:

{
    "schema_version": "1",
    "command": "check",
    "success": false,
    "diagnostics": []
}

Die Ausgabe ist deterministisch. schema_version ist verpflichtend; neue optionale Felder dürfen innerhalb einer Version ergänzt werden, inkompatible Änderungen benötigen eine neue Version. JSON gehört ausschließlich auf stdout, technische Meldungen auf stderr. Source-Spans verwenden nullbasierte UTF-8-Byte-Offsets, einsbasierte Zeilen-/Byte-Spalten und ein halb-offenes Intervall. Secrets, Zeitstempel, Zufalls-IDs, absolute maschinenabhängige Pfade und Live-Datenbankinhalte gehören nicht in diese Ausgaben.

Kanonische Quellformatierung

✅ zelyra fmt <file.zyl> erzeugt nach erfolgreichem Lexen und Parsen eine deterministische Quellformatierung. zelyra fmt <file.zyl> --check schreibt keine Dateien und liefert einen Fehlercode, wenn eine Änderung nötig wäre; damit kann CI kanonischen Quellcode erzwingen.

zelyra fmt examples/fibonacci.zyl
zelyra fmt examples/fibonacci.zyl --check

Der Formatter bewahrt Zeilenkommentare und behandelt SQL- und HTML-Blöcke als opaken Quelltext. Er ist idempotent: Ein bereits formatiertes Dokument erzeugt byte-identisch dieselbe Ausgabe.

Typisierte Lücken (Typed Holes)

✅ Ausdrucks-Typed-Holes mit _ sind als erste sichere Stufe verfügbar. Der Compiler meldet Kontexttyp, sichtbare Werte und Funktionen, aktive Capabilities, Contract-Pflichten und Source-Span:

fn double(x: Int) -> Int {
    return _
}

zelyra check meldet die Diagnose E-HOLE-001 mit dem erwarteten Typ Int und den sichtbaren Bezeichnern. Baubare Befehle (build, run, serve) lehnen unvollständigen Code vor Lowering und Ausführung ab. Lücken in Deklarationskontexten bleiben geplant.

Strukturierte Projektübersicht

✅ context ist schreibgeschützt und verbindet sich nicht mit MariaDB, nutzt kein Netzwerk, führt keine E-Mail oder Jobs aus und gibt keine Geheimnisse aus:

zelyra context examples/auth_crud_api.zyl --format=json

Sie meldet deklarierte Funktionen, Tabellen, SQL-Abfragen, CRUD-Ressourcen, Formulare, APIs und Source-Spans.

Deterministische Wirkungsanalyse

🧪 Quelltextabhängigkeiten eines Programms lassen sich deterministisch prüfen:

zelyra impact examples/auth_crud_api.zyl --format=json
zelyra impact examples/auth_crud_api.zyl --symbol table:customers --format=json

Die Wirkungsantwort meldet quelltextbasierte Tabellen, SQL, Formulare, CRUD- Ressourcen, Views, APIs, Berechtigungen, Contracts und eine deterministische references-Kantenliste für bekannte Beziehungen. Jede bekannte Kante enthält Quelle, Ziel, Art und Quelltextspanne. E-Mail-, Job-, Test- und Live-Schemaauswirkungen bleiben ausdrücklich leer oder nicht verfügbar; der Befehl verbindet sich nie mit MariaDB.

Mit --symbol <kind:name> kann die Ausgabe auf einen bekannten Knoten wie table:customers fokussiert werden. Die fokussierte Antwort enthält nur direkt verbundene Referenzen und zugehörige Knoten-IDs. Unbekannte Knoten liefern E-IMPACT-001 und einen Exit-Code ungleich null.

Atomare semantische Änderungen

🧪 Eine validierte Symbol-Umbenennung kann ohne Änderung des Quelltexts als Vorschau berechnet werden:

{
  "schema_version": "1",
  "entry": "examples/fibonacci.zyl",
  "expected_source_fingerprint": "fnv1a64:18f35ecb3e2f99c4",
  "operations": [
    {"kind": "rename", "symbol": "function", "from": "fibonacci", "to": "fib"}
  ]
}

Als change.json speichern und ausführen:

zelyra edit --format=json change.json

Die Anfrage ist versioniert und darf nur auf eine existierende .zyl-Datei innerhalb der aufgelösten Zelyra-Projektwurzel zeigen. Quelltext vor und nach der Änderung muss die Compilerprüfungen bestehen. Das Ergebnis meldet die genauen Token-Spans und einen deterministischen Quelltext-Fingerprint.

Für --apply muss die Anfrage den Fingerprint aus der Vorschau enthalten; so wird eine zwischenzeitlich geänderte Datei nicht überschrieben (Stale-Source- Schutz). Ohne den ausdrücklichen --apply-Schalter bleibt es eine reine Vorschau:

zelyra edit --format=json --apply change.json

Vor dem atomaren Ersetzen wird der Quelltext erneut geparst und vollständig geprüft; ein ungültiger oder semantisch unsicherer Vorschlag kann daher nicht geschrieben werden.

Umbenennungen von Funktionen, Typen und Records sind AST-basiert: Deklarationen und bekannte Referenzen werden umbenannt, während lokale Bindungen mit demselben Namen unverändert bleiben. Tabellen-, View-, Form- und CRUD-Deklarationen sowie ihre strukturierten Referenzen werden ebenfalls unterstützt. Tabellenumbenennungen aktualisieren geprüfte SQL-Tabellenpositionen (FROM, JOIN, INTO, UPDATE), lassen aber Literale, Kommentare, Parameter und HTML unverändert. Komponenten-Umbenennungen aktualisieren die Deklaration sowie bekannte öffnende und schließende Komponententags in HTML-Bodies.

Sicherheitsgrenze und Benchmark

KI-Werkzeuge dürfen nicht unbemerkt Capabilities hinzufügen, Berechtigungen erweitern, destruktives SQL ausführen, Diagnosen abschwächen, Tests deaktivieren oder Geheimnisse ausgeben. Destruktive Schemaänderungen und sicherheitsrelevante Änderungen brauchen eine sichtbare menschliche Freigabe. Zelyra sendet keinen Quelltext automatisch an externe KI-Dienste; geplante Integrationen sollen offen, lokal nutzbar, herstellerneutral und versioniert sein.

Der neue KI-Autorenschaftsbenchmark ist eine Spezifikation in docs/benchmarks/ai-authoring.de.md. Er soll mit versionierten Fixtures und identischen Aufgaben unter anderem Erstversuchskompilierung, Korrekturschleifen, Zeit bis zu bestandenen Tests, Tokens, Sicherheitsfehler, übersehene Abhängigkeiten, unsichere Schemaänderungen und menschlichen Prüfaufwand messen. Es gibt noch keine veröffentlichten Vergleichsergebnisse. Ein Secret-Leak oder eine nicht freigegebene destruktive Änderung bleibt ein Sicherheitsfehler und wird nicht durch vermeintliche Produktivität aufgewogen.

ANHÄNGE


24. Verbindliche Quellen und Compiler-Prüfung (Source Authority)

Grundsatz: Zelyra ist eine eigenständige Sprache. Parser und geprüfte Tests entscheiden, was existiert.

Bei Widersprüchen gilt immer folgende verbindliche Reihenfolge:

  1. Formale Sprachspezifikation und Phasendokumente
  2. Compiler-Code: Lexer-, AST-, Parser-, Namensauflösungs-, Typprüfungs- und semantischer Code in den Crates lexer, parser, ast, hir, cli, runtime, database, web und forms
  3. Offizielle automatisierte Sprach- und Integrationstests: Workspace-Tests (cargo test --workspace), Machine-Interface-Tests und E2E-Shellskripte in tests/
  4. Die offizielle Standardbibliothek: (sobald eigenständig strukturiert)
  5. Offizielle Zelyra-Beispiele: .zyl-Dateien in examples/, die mit dem aktuellen Compiler erfolgreich verifiziert wurden
  6. Dokumentation und Handbuch

Wichtige Invarianten für Entwickler und KI-Assistenten

  • Roadmap ist Planung, keine Syntax: Zukünftige Phasenvorschläge dürfen erst nach Implementierung in Lexer/Parser als verfügbare Syntax dargestellt werden.
  • Compiler-Implementierungssprache Rust ist kein Zelyra: Zelyra wird in Rust entwickelt, aber Rust-Syntax in einer .zyl-Datei ist ungültig, es sei denn, die Zelyra-Grammatik definiert sie ausdrücklich.
  • Keine erfundenen Befehle: Alle CLI-Befehle müssen in cli/src/main.rs existieren.
  • Prüfzyklus: Jede Erweiterung durchläuft Formatierung (cargo fmt), Typ- und Crate-Prüfung (cargo check), Linter (cargo clippy) und Tests (cargo test).

Anhang A: Schnelleinstieg / Spickzettel (Syntax-Cheat-Sheet)

Grundlegende Syntax

// Funktionen mit Vertraegen
fn summe(a: Int, b: Int) -> Int
    requires { a >= 0 && b >= 0 }
    ensures { result >= 0 }
{
    return a + b
}

// Einstiegspunkt und Variablen
fn main() {
    x = 10                  // Typableitung (unveraenderlich)
    mutable zaehler = 0     // Veraenderlich
    name: String = "Zelyra" // Expliziter Typ

    print(summe(3, 7))
}

Typen

  • Zahlen: Int (64-Bit vorzeichenbehaftet), UInt (vorzeichenlos), Float, Decimal (Festkomma)
  • Text & Zeichen: String, Char
  • Wahrheitswerte: Bool (true, false)
  • Sammlungen: Int[], String[]
  • Abwesenheit: Option<T> (Some(x), None), Kurzform T?
  • Fehler: Result<T, E> (Ok(x), Err(e))
  • System & Zeit: Timestamp, Date, Time, Duration

Kontrollstrukturen

fn kontrolle(x: Int) {
    if x > 10 {
        print("Gross")
    } else {
        print("Klein")
    }

    match x {
        1 => { print("Eins") }
        2 => { print("Zwei") }
        _ => { print("Andere") }
    }

    mutable i = 0
    while i < 3 invariant { i >= 0 } {
        i = i + 1
    }

    for n in [1, 2, 3] {
        print(n)
    }
}

fn main() {
    kontrolle(1)
}

Datenbank & Web

database main {
    engine: mariadb
    database: "app"
}

table items {
    id: Id primary auto
    bezeichnung: String required
}

page "/items" {
    html {
        <h1>Artikelliste</h1>
    }
}

Anhang B: Alle Fehlermeldungen von Zelyra auf einen Blick

Fehlercode Kategorie Beschreibung Typische Behebung
E-LEX-001 Lexer Unerwartetes Zeichen / Lexikalischer Fehler Tippfehler oder unzulässiges Sonderzeichen entfernen
E-PARSE-001 Parser Syntaxfehler (z. B. fehlende Klammer, falsches Token) Syntax gemäß Zelyra-Grammatik korrigieren
E-NAME-001 Auflösung Unbekannter Name / Variable nicht gefunden Deklaration prüfen oder Tippfehler korrigieren
E-TYPE-001 Typprüfung Typkonflikt (z. B. String zugewiesen an Int) Typen anpassen oder Konvertierung vornehmen
E-FEATURE-001 Feature-Schalter Zugriff auf eine deaktivierte Sprachoberfläche (web, api, crud, auth, audit) Feature in zelyra.toml oder .env aktivieren
E-CAP-001 / E-CAP-002 Capabilities Fehlende Capability-Berechtigung (z. B. database, network) In zelyra.toml unter [capabilities] freigeben
E-POLICY-001 / 002 Richtlinien Verstoß gegen Sicherheits- oder Audit-Richtlinien Sicherheitsdeklaration prüfen
E-DB-001 - E-DB-005 Datenbank Datenbankverbindungs- oder Treiberfehler DATABASE_URL prüfen, MariaDB-Dienst starten
E-SQL-001 - E-SQL-004 SQL Ungültiges SQL / Schema-Misfit / Spalte nicht existent SQL-Anweisung gegen Tabellendefinition prüfen
E-VIEW-001 - E-VIEW-009 Views & Pages Fehler in View-Interpolation, Slots oder Datenbindung Slot-Namen und Datentypen der Page-Bindung prüfen
E-VIEW-010 - E-VIEW-015 Query-Controls Ungültige Such-, Sortier-, Paginierungs- oder Filterfelder Deklarierte Whitelist (search, sort, filter) prüfen
E-FORM-001 - E-FORM-004 Formulare Validierungsfehler oder ungültige Feldtypen Formular-Deklaration und Eingabedaten anpassen
E-CRUD-001 - E-CRUD-006 CRUD Ungültige CRUD-Ressource, Schema-Konflikt oder Layout-Fehler Tabellenverknüpfung und Layout-Slots prüfen
E-AUTH-001 - E-AUTH-028 Authentifizierung Session-, Passwort- oder Berechtigungskonflikt Rollen (permits), requires auth und Hashes prüfen
E-AUDIT-001 - E-AUDIT-010 Audit-Trail Fehler in der kryptografischen Hash-Kette des Audit-Logs Prüfsummen und Audit-Tabelle validieren
E-SETUP-001 - E-SETUP-006 Setup-Flow Portkonflikt, Socket-Fehler oder Compose-Problem Freie Ports wählen, Docker-Berechtigungen prüfen
E-SETUP-WEB-001 Web-Setup Ungültiges oder abgelaufenes Setup-Token Setup-Assistenten neu starten und Token-URL nutzen
E-IMPACT-001 Impact-Analyse Zyklische oder ungültige Abhängigkeiten Quellcode-Abhängigkeiten entflechten
E-RUNTIME-001 Laufzeit Unbehandelter Laufzeitfehler Verträge (requires, ensures) oder Fehlerwerte prüfen

Anhang C: Zelyra-CLI-Referenz

Befehl Option / Flag Beschreibung
zelyra --version Gibt den vollständigen Compiler- und Paketversionsstand aus
zelyra new <dir> --template minimal|mariadb-crud|... Erstellt ein neues Zelyra-Projekt mit Vorlage
--mariadb Erzeugt MariaDB-Projekt mit Compose, Dockerfile und .env
--web-port <p> --host-port <p> --db-host-port <p> Konfiguriert Container- und Host-Ports
zelyra init [--mariadb] Initialisiert das aktuelle Verzeichnis als Zelyra-Projekt
zelyra check <file.zyl> [--format json] Prüft Syntax, Typen, Verträge und Capabilities statisch
zelyra run <file.zyl> Kompiliert und führt ein Zelyra-Programm aus
zelyra serve <file.zyl> [host:port] Startet den integrierten HTTP-Webserver
zelyra setup [--database] Startet Docker Compose / MariaDB
[--schema] Startet Umgebung und wendet Datenbankschema an
[--all] Führt Konfiguration, Start und Migration in einem Schritt aus
[--host-port <p>] [--db-host-port <p>] Setzt verbindliche Host-Ports für die neue .env
zelyra setup --web [--port <p>] Startet den lokalen, token-geschützten Browser-Setup-Assistenten
zelyra config <file.zyl> [--format json] Zeigt die wirksame Konfiguration und Feature-Schalter geheimnisfrei an
zelyra doctor <file.zyl> [--port <p>] [--json] Prüft Toolchain, MariaDB, Docker und Ports ohne DB-Änderung
[--env-file <file>] Liest gezielt DATABASE_URL aus der angegebenen Datei
zelyra fmt <file.zyl> [--check] Formatiert Quellcode nach dem offiziellen Standard
zelyra verify <file.zyl> Führt formale Vertragsverifikation durch
zelyra doc <file.zyl> --openapi Generiert OpenAPI-3.0-Spezifikationen
--typescript Generiert typisierten, abhängigkeitsfreien TypeScript-Client
zelyra db init <file.zyl> Initialisiert Datenbank und Basistabellen
zelyra db setup <file.zyl> Richtet die MariaDB-Datenbank initial ein
zelyra db apply <file.zyl> Wendet Schema-Migrationen sicher an
zelyra auth hash-password [--stdin] Erzeugt sichere Argon2-Passworthashes
zelyra form validate <file> <Form> Prüft Formulare mit Testwerten auf der Konsole
zelyra context <file.zyl> [--format json] Gibt den semantischen Quellcode-Kontext für Tools aus

Anhang D: Die Standardbibliothek im Überblick

Grundfunktionen (ohne Capabilities)

  • print(wert): Gibt einen beliebigen Wert auf der Standardausgabe aus.
  • len(array): Liefert die Anzahl der Elemente in einem Array als Int.
  • append(array, element): Erzeugt ein neues Array mit angehängtem Wert.
  • contains(array, element) -> Bool: Prüft, ob ein Wert im Array enthalten ist.
  • first(array) -> Option<T>: Liefert das erste Element oder None.
  • last(array) -> Option<T>: Liefert das letzte Element oder None.
  • get(map, key) -> Option<V>: Schlägt einen Schlüssel in einer Map<K, V> nach.
  • put(map, key, value) -> Map<K, V>: Fügt ein Schlüssel-Wert-Paar hinzu oder aktualisiert es funktional.
  • keys(map) -> K[]: Liefert alle Schlüssel einer Map als Array.
  • values(map) -> V[]: Liefert alle Werte einer Map als Array.
  • Some(wert) / None: Konstruktoren für den Typ Option<T>.
  • Ok(wert) / Err(fehler): Konstruktoren für den Typ Result<T, E>.
  • json_encode(wert) -> String: Wandelt Daten in JSON um.
  • json_decode<T>(text) -> T: Parst typisiertes JSON; ungültige Daten werden als Laufzeitfehler gemeldet.

Funktionen mit Capabilities

  • uses Console:
    • read_console(prompt: String) -> String?: Zeigt den Prompt an und liest eine Zeile; None bedeutet EOF.
  • uses Clock:
    • now() -> Timestamp: Aktueller Systemzeitstempel.
  • uses Random:
    • random_int(min: Int, max: Int) -> Int: Zufallszahl im Intervall.
  • uses Environment:
    • env(name: String) -> Option<String>: Liest eine Umgebungsvariable.
  • uses FileSystem:
    • read_text(pfad: String) -> String: Liest Dateiinhalt als Text.
    • write_text(pfad: String, inhalt: String): Schreibt Inhalt in Datei.
    • delete_file(pfad: String): Löscht eine Datei.
    • list_dir(ordner: String) -> String[]: Listet Dateinamen auf.
  • uses Database:
    • sql<T[]> { SELECT ... }: Führt typisierte SQL-Abfragen aus.
    • transaction { ... }: Fasst Abfragen transaktional zusammen.

Anhang E: SQL-Spickzettel für Zelyra-Entwickler

In Zelyra eingebettetes SQL wird mit sql<T[]> oder sql ausgeführt:

database main {
    engine: mariadb
    database: "app"
}

table tasks {
    id: Id primary auto
    name: String required
    erledigt: Bool default false
}

fn sql_beispiele() uses Database {
    // 1. SELECT mit typisiertem Rueckgabetyp und sicherem Parameter
    status = false
    gefiltert = sql<Task[]> {
        SELECT id, name, erledigt
        FROM tasks
        WHERE erledigt = :status
    }

    // 2. INSERT in einer Transaktion
    text = "Neue Aufgabe"
    transaction {
        sql {
            INSERT INTO tasks (name, erledigt)
            VALUES (:text, false)
        }
    }

    // 3. UPDATE
    ziel_id = 1
    transaction {
        sql {
            UPDATE tasks
            SET erledigt = true
            WHERE id = :ziel_id
        }
    }
}

fn main() uses Database {
    print("SQL Spickzettel validiert.")
}

Anhang F: HTML- und Web-Referenz in Zelyra

Web-Strukturen und Deklarationen

Element Deklaration Zweck
Page page "/pfad/{param}" { ... } Definiert eine HTTP-GET-Route mit Pfadparametern und HTML-Antwort
View-Layout view LayoutName { html { ... <slot /> ... } } Wiederverwendbares Layout mit Standard- und benannten Slots
Component component Name { props { ... } html { ... } } Wiederverwendbare HTML-Komponente mit typisierten Eigenschaften
Named Slot <slot name="header">Fallback</slot> Platzhalter im Layout/Komponente mit optionalem Standardinhalt
Slot Injection <slot name="header">Inhalt</slot> Übergabe von Kindinhalten an den passenden Slot
Data Loading load item = sql<Item> { SELECT ... } Typisiertes Laden eines Einzeldatensatzes mit Feldzugriff {item.field}
Collection Loop for item in items { <li>{item.name}</li> } Typisierte serverseitige Iteration über geladene Datensätze
Search Control search { col1 col2 } Whitelist-geprüfte URL-Suche mit parametrisierter LIKE-Abfrage
Sort Control sort { col1 col2 } Typisierte Sortierung über ?sort=col&order=asc|desc
Pagination paginated 25 Paginierung mit LIMIT/OFFSET, page, pages und total
Filter Control filter { col1 col2 } Typisierte Filteroperatoren (eq, contains, starts_with, gt, lte etc.)
CRUD Layout crud Res { table tbl layout: LayoutName } Bindet generierte CRUD-Ansichten in Slots title, nav, content, actions ein

Anhang G: Glossar der Fachbegriffe

  • AST (Abstract Syntax Tree): Die hierarchische Baumstruktur, in die der Compiler deinen Quellcode übersetzt.
  • Capability (Fähigkeit): Ausdrückliche Berechtigung (uses FileSystem, etc.), ohne die eine Funktion keine geschützten Ressourcen berühren darf.
  • Design by Contract: Entwurfsmethode, bei der Funktionen über Vorbedingungen (requires) und Nachbedingungen (ensures) vertraglich abgesichert werden.
  • Immutable (Unveränderlich): Variablen können nach der ersten Zuweisung nicht mehr verändert werden. In Zelyra Standard, es sei denn, sie werden mit mutable deklariert.
  • Invariant: Eine Bedingung (z. B. in einer Schleife), die vor und nach jedem Durchlauf garantiert wahr sein muss.
  • Option: Typ (Some(v) oder None), der das mögliche Fehlen eines Wertes darstellt – Zelyras Antwort auf gefürchtete null-Pointer-Crashes.
  • Result: Typ (Ok(v) oder Err(e)), der das Scheitern einer Operation als sicheren Wert zurückgibt, statt unkontrollierte Abstürze auszulösen.
  • Typed Hole (_): Platzhalter im Code, der dem Compiler und KI-Werkzeugen signalisiert, an dieser Stelle eine passende Implementierung zu erwarten.

Anhang H: Lösungen zu den Übungsaufgaben der Kapitel

Kapitel 1: Begrüßung

fn main() {
    print("Hallo Welt aus Zelyra!")
}

Kapitel 5: Rabattpreis berechnen

fn berechne_rabatt(original: Float, prozent: Float) -> Float {
    return original * (1.0 - (prozent / 100.0))
}

fn main() {
    print(berechne_rabatt(100.0, 20.0))
}

Kapitel 11: Zahlen verdoppeln

fn verdopple(zahl: Int) -> Int {
    return zahl * 2
}

fn main() {
    print(verdopple(21))
}

Kapitel 12: Vor- und Nachbedingungen

fn begrenze(wert: Int, min_w: Int, max_w: Int) -> Int
    requires { min_w <= max_w }
    ensures { result >= min_w && result <= max_w }
{
    if wert < min_w { return min_w }
    if wert > max_w { return max_w }
    return wert
}

fn main() {
    print(begrenze(120, 0, 100))
}

Kapitel 13: Array summieren

fn summe_array(zahlen: Int[]) -> Int {
    mutable gesamt = 0
    for z in zahlen {
        gesamt = gesamt + z
    }
    return gesamt
}

fn main() {
    liste: Int[] = [1, 2, 3, 4, 5]
    print(summe_array(liste))
}

Anhang I: Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Frage: Warum gibt es in Zelyra 0.3.0 keine import-Anweisung? Antwort: In Version 0.3.0 übersetzt der Zelyra-Compiler alle .zyl- Quelldateien im Projektkontext als ein einheitliches System. Ein feingranulares Modul- und Import-System bleibt eine zukünftige Arbeit der Roadmap.

Frage: Kann ich mit Zelyra auch reine Konsolenprogramme schreiben? Antwort: Ja. print() gibt Werte aus. read_console("Prompt: ") liest eine Zeile und liefert String?; dafür braucht die Funktion uses Console und das Projekt gegebenenfalls console = true.

Frage: Warum unterstützt Zelyra MariaDB als bevorzugte Engine? Antwort: MariaDB bietet herausragende Performance, Open-Source-Freiheit, Stabilität und breite Cloud-Unterstützung für professionelle Webanwendungen.


Anhang J: Weiterführende Ressourcen und Community

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